So kommt der Anbau wohl raus. Es ist ein wenig anders, als gedacht. Visualisierung: Carsten Engelhardt

Der neue Anbau an die „Vil­la Dut­ten­ho­fer” wird um 23 Zen­ti­me­ter höher als geplant und er besteht teils dort, wo man Glas­flä­chen erwar­tet hat­te, aus Beton. Die NRWZ hat­te das Ende Juni erst­mals berich­tet. Die Stadt­ver­wal­tung beschwich­tig­te zwi­schen­zeit­lich. Doch ein Anwoh­ner hat sich hin­ge­setzt und die Ver­spre­chen mit der mut­maß­li­chen Rea­li­tät ver­gli­chen. Er zeigt sich in einem Leser­brief ent­täuscht. Und er spricht von Miss­trau­en und dem Gefühl, belo­gen zu wer­den. Ihn ärgert die Volu­mens­ent­wick­lung, die der Anbau von den ers­ten Pla­nun­gen bis heu­te offen­bar durchmacht.

Zahn­arzt Cars­ten Engel­hardt hat sich ein paar Stun­den Zeit für die Vil­la in sei­ner Nach­bar­schaft genom­men. Und er kann nun das Ver­spre­chen in Form einer frü­he­ren foto­rea­lis­ti­schen Visua­li­sie­rung, den aktu­el­len Stand der Bau­ar­bei­ten und deren mut­maß­li­ches Ergeb­nis ein­an­der gegen­über stellen.

„Für die Visua­li­sie­rung habe ich mich exakt an die Stel­le gestellt, wo die ers­te Auf­nah­me ent­stand”, berich­tet Engel­hardt auf Nach­fra­ge der NRWZ.

„Gerüs­te und alles ande­re habe ich weg­re­tu­schiert”, so der Arzt wei­ter. Dann habe er die Flucht­li­ni­en ein­ge­zeich­net, die Dach­kan­te der ers­ten Visua­li­sie­rung kopiert, die Grö­ße und die Win­kel ange­passt und so wei­ter. Das Ergeb­nis soll sei­ne Ent­täu­schung erklären.

Hier Engel­hardts Leser­brief im Wortlaut:

Zu Arti­keln über die Vil­la Dut­ten­ho­fer: Um sicht­bar zu machen, was alle den­ken, und von ande­ren schön­ge­re­det wird, habe ich eine aktu­el­le Visua­li­sie­rung erstellt:

Vor vie­len Jah­ren: Ver­si­on 1: sieht gut aus!

März 2015: Ver­si­on 2: höher… ok, aber immer noch fili­gra­ner Stahl mit Glas, und sieht gut aus!

Das ist die Rea­li­tät! Aus dem kom­plet­ten Glas­kör­per ist Beton gewor­den. Alles ist noch­mals höher, viel län­ger und deut­lich brei­ter! Eine fili­gra­ne Stahl-Glas­aus­füh­rung ist das nicht!

Es geht nicht um 23 Zen­ti­me­ter mehr oder weni­ger! Es geht um die Ent­täu­schung über das, was uns ver­spro­chen wur­de, und das was wir jetzt sehen und ver­mu­ten, wie es am Schluss aus­se­hen wird. Viel grö­ßer und viel Beton! Die Vil­la ver­schwin­det, vor allem wenn man sich das Gan­ze von hin­ten anschaut.

Es geht um das Gefühl, belo­gen zu wer­den, wenn wir hören, was uns gesagt wur­de, und wir jetzt sehen, was Wirk­lich­keit wird. Es ist die Ent­täu­schung und das Miss­trau­en dar­über, dass Fir­men beim Bau­en viel mehr Geneh­mi­gun­gen erhal­ten als Pri­vat­leu­te. Es ist das scha­le Gefühl, dass hier eine Bau­sün­de ent­steht, die wir 50 Jah­re vor Augen haben wer­den – von vor­ne wie von hinten!

War­um kann man nicht ein­fach das tun, was uns ver­spro­chen wurde?
Der Anbau hät­te wirk­lich schön wer­den kön­nen: fili­gran aus Stahl und Glas.