Nach Kritik an „Wahlplakat“: Firmen werben jetzt mit Sarrazin

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Ein neuer Spruch, zwei neue Firmen: das umstrittene Plakat am Samstagmorgen. Foto: Pascal Tonnemacher, Zollern-Alb-Kurier

Die Fir­men, die auf dem Gro­ßen Heu­berg ein ras­sis­ti­sches Pla­kat auf­ge­stellt hat­ten, haben das Foto dar­auf am Frei­tag­abend überklebt.

Arbei­ter rück­ten in Eges­heim mit einer Hub­ar­beits­büh­ne an und über­kleb­ten das Foto, das einen aus­tra­li­schen Jun­gen in einem indi­schen Kin­der­heim zeig­te. Das Foto, das mit der Über­schrift Deutsch­land 2030 ver­se­hen war, hat­te in die­ser Woche vie­le empört – benut­zen durf­ten die Fir­men die Auf­nah­me ohne­hin nicht.

Das Pla­kat hat­te laut Schwä­bi­scher Zei­tung zwi­schen­zeit­lich auch bei Gewerk­schafts­funk­tio­nä­ren in der Regi­on Empö­rung aus­ge­löst. Es sei ras­sis­tisch, ekel­haft und über­schrei­te jede Gren­ze des Anstan­des, ließ etwa Peter Fischer, Regi­ons­ge­schäfts­füh­rer des DGB Baden-Würt­tem­berg verlauten.

Seit Frei­tag­abend prangt nun anstatt des Fotos ein neu­er Slo­gan auf dem Pla­kat, dies­mal abge­kup­fert von dem ehe­ma­li­gen SPD-Poli­ti­ker Thi­lo Sar­ra­zin: Deutsch­land schafft sich ab.

Am Frei­tag hat­ten auch das Por­tal mimikama.at und die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung über den Fall auf dem Gro­ßen Heu­berg berich­tet. Die Fir­men, die das Pla­kat mit ihren Logos unter­zeich­net hat­ten, woll­ten sich auf Anfra­ge unse­rer Zei­tung wie berich­tet nicht dazu äußern. Eine zusätz­li­che schrift­li­che Anfra­ge unse­rer Zei­tung bei den Initia­to­ren der Fir­ma in Eges­heim lie­ßen die­se eben­falls unbeantwortet.

Unter­des­sen haben zwei wei­te­re Fir­men aus der Regi­on – eine aus Wel­len­din­gen, eine aus Mahlstet­ten – ihre Logos unter dem Pla­kat angebracht.