Besiegelt: Dr. Hans Jochem Steim und Professor Dr. Rainer Prewo unterzeichnen Zuwendungsvertrag über 100.000 Euro, Marion Caspers-Merk, Geschäftsführerin Staatlichen Toto-Lotto Baden-Württemberg freut sich mit den beiden. Im Hintergrund zu sehen sind Teile des Terrassenbaus. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Aus dem berühmten Terrassenbau an der Geißhalde wird Dr. Hans-Jochem Steim bekanntlich ein ganz besonderes Museum machen. Da der Bau unter Denkmalschutz steht, kann die Denkmalstiftung Baden-Württemberg das Projekt fördern.

Am Mittwoch haben Vertreter der Denkmalstiftung und von Toto-Lotto an der Geißhalde den Zuwendungsvertrag und einen symbolischen Scheck in Höhe von 100.000 Euro für den Terrassenbau an Unternehmer Steim und Architekt Jürgen Bihlmaier überreicht.

Prof. Dr. Rainer Prewo, der Vorstandsvorsitzende der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, berichtete, dass die Stiftung pro Jahr etwa 40 bis 50 Vorhaben fördere. Wie schon ein Fachmann des Landes vor Jahren festgestellt habe, sei der Terrassenbau „singulär im Bereich der Baukunst“ und „von internationaler Bedeutung“.

Arthur Junghans hätte sicher ein einfacheres Gebäude bauen lassen können. Aber der  Stuttgarter Architekt Philipp Arthur Manz habe zwischen 1916 und 18 ein außergewöhnliches Gebäude geplant. Er habe überlegt, was es für die Uhrmacher braucht. „Und Licht war das Entscheidende.“ Auf den neun Etagen gelangte direkt das Tageslicht auf die Arbeitsplätze  der Arbeiter. Das Museumsprojekt von Hans-Jochem Steim stärke den Wirtschaftsstandort Schramberg, ist Prewo überzeugt.

Marion Caspers-Merk, Geschäftsführerin Staatlichen Toto-Lotto Baden-Württemberg, betonte, dass die Mittel für die Denkmalstiftung zu einem Gutteil aus den Erlösen der Glücksspirale stammten. Je ein Drittel gehe an soziale Zwecke, an den Sport und in den Denkmalschutz. Als sie das Schramberger Projekt gesehen habe, habe sie gestaunt und gedacht: „Da muss jemand sehr viel Mut haben.“ Steim ergänzte: „…oder Geld.“

Steim berichtete von seinem Kauf der insolventen Uhrenfabrik Junghans und später des hinteren Teils des Industrieparks an der Geisshalde. Da sei der Terrassenbau als sehr schwer nutzbares Gebäude im  Paket dabei gewesen. Mit dem geplanten Museum gelinge nun eine sinnvolle Nutzung. In den vier oberen Etagen des Terrassenbaus werden Schwarzwalduhren und automatische Musikinstrumente gezeigt.

Auf der vierten Terrasse will Steim die Geschichte der Spiral-Federn-Herstellung in Schramberg dokumentieren. „Und dann ist es wie bei IKEA: Wenn man nach dem Rundgang raus  kommt, landet man im Junghans-Verkaufsraum.“  Natürlich werde das Museum auch einen Werbeeffekt für die Marke Junghans haben, ist Steim überzeugt.

Fertig bis März 2018

Bei einem Rundgang über die Baustelle bewunderten Caspers-Merk und Prewo, wie sorgfältig die Bauhandwerker mit der historischen Substanz des Gebäudes umgehen. So sind die Fenster alle im Original erhalten. In vielen Gesprächen mit dem Denkmalamt habe man erreicht, dass die Besucher über einen Schrägaufzug in fast alle Etagen direkt gelangen.

Steim möchte das Museum im März 2018 eröffnen. Sein Architekt  Jürgen Bihlmaier ist überzeugt, dass das zu schaffen ist: „In der neunten Etage sind die Böden schon fertig.“ Auch die technischen Installationen seien komplett. Nun werden die Handwerker eine Etage nach der anderen fertig machen.“Das kriegen wir auf jeden Fall hin.“ Der Schrägaufzug aus der Schweiz werde  Ende August geliefert und eingebaut.

Caspers-Merk dankte Steim schließlich für sein Engagement für den Terrassenbau und den Denkmalschutz: „Nur wer Wurzeln hat, kann wachsen.“