Zusammenarbeit funktioniert: Thomas Ehrl (TKE), Prof. Rüdiger Kukral, Jenny Sailer, Prof. Volker Bucher (HFU) und Samuel Poirier. Foto: mm

Samuel Poirier studiert eigentlich in New Brunswick in Kanada, doch derzeit wohnt der angehende Ingenieur in Rottweil überm „Kopfa­lädele” und radelt jeden Morgen zum Berner Feld: Er ist der erste Praktikant im Testturm.

Vermittelt hat das Jenny Sailer von der Hochschule Furtwangen (HFU), der Partneruni der Kanadier, sie organisiert „FIPS”, das ist die Abkürzung von „Furtwangen Internship Placement Service”, und hier organisiert sie Auslandssemester für kanadische Studenten.

Der Kontakt mit ThyssenKrupp Elevator und der Hochschule Furtwangen war zuvor bereits eng, nicht nur durch das Studienzentrum der Hochschule im Neckartal, das mehr oder weniger direkt unterm Testturm liegt. So war es dann auch naheliegend, bei TKE nachzufragen, und damit rannte Jenny Sailer offene Türen ein. Nun arbeitet Samuel Poirier also mit dem Team von Thomas Ehrl zusammen, dem Leiter des Forschungszentrums von TKE, fährt jeden Morgen mit dem verglasten Aufzug bis fast ganz nach oben und beginnt dann zu programmieren. Schnittstellen für Beschichtungsmaschinen beispielsweise, Applikationen, Datenbanken. „Good view”, meint er grinsend angesichts des Blicks aus den Bürofenstern. Und sein Chef, Thomas Ehrl, der grinst auch, hat sichtlich Freude an dem jungen Kanadier, „es macht richtig Spaß, mit ihm zu arbeiten.”

Er betont, wie eng die Zusammenarbeit zwischen TKE und der Hochschule ist, wie kurz die Wege und wie gut die Vernetzung zwischen Forschung und Industrie. Damit ist er sich einig mit Rüdiger Kukral, Professor der Hochschule. „Wir sind zwar eine lokale Hochschule, aber international gut aufgestellt.” Die Zusammenarbeit funktioniere wunderbar, nicht nur, weil man sich immer wieder zum Mittagessen im Neckartal trifft. Auch Sam ist schon prima integriert, da hilft Jenny Sailer gerne, lädt ihn ein und bringt ihn unter die Leute, demnächst darf er den Bierbrauern vom Schwarzen Lamm über die Schulter schauen.

Das Programm „FIPS” gibt es schon seit 2004, seitdem wurden zahlreiche Studenten vermittelt, „allein dieses Jahr schon 25”, wie Rüdiger Kukral betont. Dass man mit Kanada kooperiert, liegt für ihn nahe, Englisch ist die Sprache der Ingenieure. „Und die Industrie hier ist stark exportorientiert, wir wiederum sind eng mit der Industrie vernetzt.” Sam wiederum genießt es, in Rottweil zu sein und auf dem Turm zu arbeiten. „Awesome” findet er es, „really nice”. Ein bisschen Deutsch hat er schon gelernt, ohnehin ist er schon viel in der Welt herumgekommen. Geboren in Schottland, lebte er schon in Angola, in Dubai, in Saudi-Arabien. Nun also Deutschland, und ein Lieblingsessen hat er auch gefunden: „Kässpätzle …”