Praktikum im Testturm: Kanadischer Student findet’s „awesome”

Bildung: Hochschule Furtwangen organisiert Auslandssemester in Rottweil

0
768
Zusammenarbeit funktioniert: Thomas Ehrl (TKE), Prof. Rüdiger Kukral, Jenny Sailer, Prof. Volker Bucher (HFU) und Samuel Poirier. Foto: mm

Samu­el Poiri­er stu­diert eigent­lich in New Brunswick in Kana­da, doch der­zeit wohnt der ange­hen­de Inge­nieur in Rott­weil überm „Kopfa­lädele” und radelt jeden Mor­gen zum Ber­ner Feld: Er ist der ers­te Prak­ti­kant im Testturm.

Ver­mit­telt hat das Jen­ny Sai­ler von der Hoch­schu­le Furt­wan­gen (HFU), der Part­ner­uni der Kana­di­er, sie orga­ni­siert „FIPS”, das ist die Abkür­zung von „Furt­wan­gen Internship Pla­ce­ment Ser­vice”, und hier orga­ni­siert sie Aus­lands­se­mes­ter für kana­di­sche Studenten.

Der Kon­takt mit Thys­sen­-Krupp Ele­va­tor und der Hoch­schu­le Furt­wan­gen war zuvor bereits eng, nicht nur durch das Stu­di­en­zen­trum der Hoch­schu­le im Neckar­tal, das mehr oder weni­ger direkt unterm Test­turm liegt. So war es dann auch nahe­lie­gend, bei TKE nach­zu­fra­gen, und damit rann­te Jen­ny Sai­ler offe­ne Türen ein. Nun arbei­tet Samu­el Poiri­er also mit dem Team von Tho­mas Ehrl zusam­men, dem Lei­ter des For­schungs­zen­trums von TKE, fährt jeden Mor­gen mit dem ver­glas­ten Auf­zug bis fast ganz nach oben und beginnt dann zu pro­gram­mie­ren. Schnitt­stel­len für Beschich­tungs­ma­schi­nen bei­spiels­wei­se, Appli­ka­tio­nen, Daten­ban­ken. „Good view”, meint er grin­send ange­sichts des Blicks aus den Büro­fens­tern. Und sein Chef, Tho­mas Ehrl, der grinst auch, hat sicht­lich Freu­de an dem jun­gen Kana­di­er, „es macht rich­tig Spaß, mit ihm zu arbeiten.”

Er betont, wie eng die Zusam­men­ar­beit zwi­schen TKE und der Hoch­schu­le ist, wie kurz die Wege und wie gut die Ver­net­zung zwi­schen For­schung und Indus­trie. Damit ist er sich einig mit Rüdi­ger Kukral, Pro­fes­sor der Hoch­schu­le. „Wir sind zwar eine loka­le Hoch­schu­le, aber inter­na­tio­nal gut auf­ge­stellt.” Die Zusam­men­ar­beit funk­tio­nie­re wun­der­bar, nicht nur, weil man sich immer wie­der zum Mit­tag­essen im Neckar­tal trifft. Auch Sam ist schon pri­ma inte­griert, da hilft Jen­ny Sai­ler ger­ne, lädt ihn ein und bringt ihn unter die Leu­te, dem­nächst darf er den Bier­brau­ern vom Schwar­zen Lamm über die Schul­ter schauen.

Das Pro­gramm „FIPS” gibt es schon seit 2004, seit­dem wur­den zahl­rei­che Stu­den­ten ver­mit­telt, „allein die­ses Jahr schon 25”, wie Rüdi­ger Kukral betont. Dass man mit Kana­da koope­riert, liegt für ihn nahe, Eng­lisch ist die Spra­che der Inge­nieu­re. „Und die Indus­trie hier ist stark export­ori­en­tiert, wir wie­der­um sind eng mit der Indus­trie ver­netzt.” Sam wie­der­um genießt es, in Rott­weil zu sein und auf dem Turm zu arbei­ten. „Awe­so­me” fin­det er es, „real­ly nice”. Ein biss­chen Deutsch hat er schon gelernt, ohne­hin ist er schon viel in der Welt her­um­ge­kom­men. Gebo­ren in Schott­land, leb­te er schon in Ango­la, in Dubai, in Sau­di-Ara­bi­en. Nun also Deutsch­land, und ein Lieb­lings­es­sen hat er auch gefun­den: „Kässpätz­le …”