Volker Kauder als Fraktionsvorsitzender abgewählt

    Faustdicke Überraschung bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

    Volker Kauder. Foto: pm

    Ber­lin / Rott­weil / Tutt­lin­gen – Vol­ker Kau­der, direkt gewähl­ter Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus dem Wahl­kreis Rott­weil-Tutt­lin­gen, ist nicht mehr Vor­sit­zen­der der CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on. Nach 13 Jah­ren im Amt ver­lor er am Diens­tag­nach­mit­tag eine Kampf­ab­stim­mung gegen einen sei­ner bis­he­ri­gen Stell­ver­tre­ter, den Finanz­po­li­ti­ker Ralph Brink­haus aus Nord­rhein-West­fa­len, mit 112 zu 125 Stim­men.

    Die Wahl von Brink­haus gilt als Über­ra­schung und wird von Poli­ti­kana­lys­ten als Ohr­fei­ge für Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel gese­hen. Vol­ker Kau­der gilt als Ver­trau­ter von Mer­kel.

    Mitt­ler­wei­le ist aus Ber­lin zu hören, dass sowohl Mer­kel als auch der CSU-Vor­sit­zen­de Horst See­ho­fer und CSU-Lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Dob­rindt für die Wahl von Vol­ker Kau­der gewor­ben hat­ten. Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­dent Tho­mas Opper­mann, sel­ber meh­re­re Jah­re Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, sieht einen „Auf­stand gegen Mer­kel”. 

    Als Ange­la Mer­kel im Jahr 2005 Bun­des­kanz­le­rin wur­de, über­nahm Kau­der den Frak­ti­ons­vor­sitz. Dis­ku­tiert wird im poli­ti­schen Ber­lin, ob sich das Wahl­er­geb­nis in ers­ter Linie gegen Vol­ker Kau­der oder gegen die CDU-Bun­des­vor­sit­zen­de und Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel rich­tet. Eini­gen gilt auch Mer­kel damit als poli­tisch deut­lich beschä­digt. Im Asyl­streit im Som­mer hat­te es sogar getrenn­te Sit­zun­gen der CDU- und CSU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten gege­ben.