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Hermann Hesse – der Dichter und seine Welt der Bilder in Schwenningen

September 27, 0:00 - Dezember 6, 0:00

Mit mehr als 90 Aquarellen und einigen handgeschriebenen Briefen und kleinen Gedichttexten mit aquarellierten Bildvignetten, die Hermann Hesse im Tessin zwischen 1917 und 1940 geschaffen hat, gibt die Städtische Galerie Villingen-Schwenningen vom 27. September bis 6. Dezember einen umfassenden Einblick in die Bilder-Welt des weltberühmten Schriftstellers.

Die Ausstellung ‚Hermann Hesse – Die Aquarelle‘ in der Reihe ‚Klassische Moderne‘ präsentiert zudem 18 Farblithografien von Milton Glaser, die der amerikanische Grafiker, Illustrator und Plakatkünstler im Auftrag des New Yorker Verlags Farrar, Straus & Giroux zu Hesse-Büchern für den amerikanischen Markt entworfen hatte. Auch drei Porträts des Dichters von Andy Warhol, 1984 nach einem Hesse-Foto von Martin, dem jüngsten Sohn des Dichters, entstanden, ergänzen die Ausstellung.

 

Mit über 150 Millionen Büchern ist das literarische Werk von Hermann Hesse heute in aller Welt verbreitet. In mehr als 70 Sprachen übersetzt zählt er zu den bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. „Das Charisma und die kulturübergreifende Faszinationskraft, die von solchen Figuren (gemeint sind die Protagonisten in den Werken; Anm. des Autors) ausgehen“, bewertet Günter Baumann das anhaltende Interesse an der Hesse-Literatur, „sind sicherlich auch ein wesentlicher Grund für den anhaltenden globalen Erfolg… . Er hat Menschen geschaffen, die in allen Kulturen und zu allen Zeiten als Verkörperung grundlegender Möglichkeiten menschlichen Seins verstanden und anerkannt werden.“

 

Die Aquarelle

„Ich fing, schon vierzig Jahre alt, plötzlich an zu malen. Nicht dass ich mich für einen Maler hielte oder einer werden wollte. Aber das Malen ist wunderschön, es macht einen froher und duldsamer“, schreibt Hesse 1925. Und in einem Brief an die Schriftsteller-Kollegin Ina Seidel vom 12. September 1925 bekennt er: „Wenn ich meine Bildchen male, ist es, wie Sie sagen, kein Können, sondern ein Dürfen, und wahrscheinlich ist es ein großes Glück, mit Farben spielen und das Loblied der Natur singen zu dürfen.“

Diese ‚Bildchen‘, wie der große Schriftsteller sein malerisches Schaffen mit über 3000 Werken selbst nannte, zeigen in zarten Farben vornehmlich Motiven um seinen Schweizer Wohnort im Dorf Montagnola auf der Collina d’Oro. In seinen Bildern setzt sich Hesse jedoch nicht mit den künstlerischen Positionen seiner Zeitgenossen, dem Kubismus, Dada oder der Neuen Sachlichkeit, auseinander. „Die Moderne als innovatives Verfahren interessierte Hermann Hesse nicht; die seinerzeitigen Avantgarden nahm er nicht nur nicht in den Blick, sondern billigte ihnen lediglich journalistischen Rang zu, was sie in seinen Augen abwertete. … Vielmehr fand er das Anschauungsmaterial für seine Bildvorstellungen in der Landschaft. Im Stillleben der Natur suchte er deren Geist in seinen außerzeitlichen Zügen aufzuhellen und die Realität mit leuchtenden Farben in ihrer magischen Verzauberung darzustellen“, schreibt der Kunsthistoriker Johann-Karl Schmidt im Leporello, das zur Ausstellung erscheint.

„In meinen Dichtungen vermisst man häufig die übliche Achtung vor der Wirklichkeit“, bekennt Hermann Hesse, „und wenn ich male, dann haben die Bäume Gesichter und die Häuser lachen oder tanzen oder weinen, aber ob ein Baum ein Birnbaum oder eine Kastanie ist, kann man meistens nicht erkennen. Diesen Vorwurf muß ich hinnehmen. Ich gestehe, dass auch mein eigenes Leben mir sehr häufig wie ein Märchen vorkommt. Oft sehe und fühle ich die Außenwelt mit meinem Inneren in einem Zusammenhang und Einklang, den ich magisch nennen muss.“

Die Ausstellung ‚Hermann Hesse – Die Aquarelle‘ zeigt eine repräsentative Auswahl seines bildnerischen Schaffens, ergänzt mit acht Gedichten und zehn handgeschriebenen Briefen mit aquarellierten Bildvignetten. Dabei können die Besucher die Farbenpracht seiner Naturwahrnehmung, welche die Schönheiten des Tessins unmittelbar festhält, in der jahreszeitlichen Erscheinung unmittelbar erleben.

Zur Eröffnung am Samstag, 26. September, 17 Uhr, begrüßt Oberbürgermeister Jürgen Roth die Gäste. Dr. Volker Michels, der Herausgeber der Werke und des bildnerischen Nachlasses, führt in das malerische Wirken von Hermann Hesse ein.

 

 

HERMANN HESSE – DIE AQUARELLE

  1. September bis 6. Dezember 2020

Städtische Galerie Villingen-Schwenningen ‚Lovis-Kabinett‘

Stadtbezirk Schwenningen

Friedrich-Ebert-Straße 35

78054 Villingen-Schwenningen

Tel. 07720 / 82-1098

Fax 07720 / 82-1097

[email protected]

http://galerie.villingen-schwenningen.de

 

Öffnungszeiten

Di, Mi, Fr 13 – 17 Uhr, Do 13 – 19 Uhr

Sa und So 11 – 17 Uhr, Mo geschlossen

 

Zur Ausstellung erscheint ein Leporello.

 

Öffentliche Führungen

Sonntag, 18. Oktober 2020, 11:30 Uhr

Donnerstag, 5. November 2020, 18:30 Uhr

Sonntag, 6. Dezember 2020, 11:30 Uhr

Weitere Sonderführungen nach Terminvereinbarung.

 

Anmeldung

per Fax 07720 82-1097 oder per E-Mail: [email protected]

 

Aufgrund der aktuellen Bestimmungen zum Infektionsschutz sind Änderungen möglich. Es gelten die vorgeschriebenen Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen.

Details

Beginn:
September 27, 0:00
Ende:
Dezember 6, 0:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Städtische Galerie „Lovis-Kabinett“
Friedrich-Ebert-Str. 35
Schwenningen,
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