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„Wissen wird noch immer unter Wert verkauft“

Oktober 14, 9:00 - 18:00

 

Ein Universitätsklinikum auf dem Weg der Digitalen Transformation: Professor Frederik Wenz hält Keynote-Vortrag beim Innovation Forum Medizintechnik

Wenn das Schlagwort „digitale Transformation“ fällt, bleibt in der Regel vieles noch vage und abstrakt. Konkret und anschaulich wird das Thema hingegen bei Prof. Dr. Frederik Wenz: Der leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Freiburgs hält die Vormittags-Keynote des 12. Innovation Forum Medizintechnik, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. Er erläutere den Übergang zum vernetzten Krankenhaus – und wie sich Medizintechnik-Hersteller in diesen Prozess einbringen können.

Insgesamt hinke Deutschland in Sachen Digitalisierung noch hinterher. In Freiburg werde sie jedoch konsequent vorangetrieben. „Es gibt nur wenige, die sich so gesamthaft auf den Weg machen“, sagt Frederik Wenz über das Universitätsklinikum, „und bundesweit sind wir sicherlich ganz vorn dabei“. Die Transformation umfasst nahezu jeden Bereich, greift tief in Abläufe ein und schließt externe Institutionen mit ein. Dass bald sämtliche Ärzte und Pfleger mit mobilen Devices ausgestattet sind und sich darüber austauschen, gerät ob des Umfangs der Veränderung fast schon zur Randnotiz.

Wenn Frederik Wenz über die digitale Transformation spricht, geht er strukturiert und analytisch vor. So wie bei dem Gesamtvorhaben. „Analytisch“ bedeutet, dass am Anfang immer die gleichen Schritte stehen: die quantitative Erhebung von Daten und deren Dokumentation. Das Erfassen von Prozessen und deren Bewertung. Neben den eigenen, internen Quellen spielt die Vernetzung mit Patienten eine immer wichtigere Rolle.

„Amazonisierung“ ist einer der Begriffe, die Frederik Wenz in diesem Zusammenhang nennt: „Wo sind die Mehrwerte für den Patienten, wie steht es um seine Zufriedenheit?“ Diese „Nutzerbewertung“ leistet wertvolle Erkenntnisse. Auch die Kommunikation mit nachgelagerten Leistungserbringern wird direkter und standardisierter. Ob es in fünf Jahren noch den klassischen Arztbrief geben wird? „Eher nicht“, schätzt Frederik Wenz.

Täglich, ja stündlich werden in einer Klink auf diese Weise enorme Datenmengen generiert – und damit der Rohstoff für Geschäftsmodelle. „Wissen wird noch immer unter Wert verkauft“, so Wenz. Denkbar sei zum Beispiel, dass kleinere Gesundheitseinrichtungen spezifisches Prozesswissen von Centers of Excellence erwerben. Oder aber, dass medizinische Geräte bei Auslieferung bereits mit klinisch gewonnenen Parametern versehen werden und dadurch von Haus aus „schlauer“ sind als andere.

Hieran wird deutlich, wie die Hersteller von Medizinprodukten an der Transformation teilhaben können: indem sie Sensorik integrieren und später von den so erhobenen Daten profitieren. „Die Hersteller müssen den IoT-Gedanken stärker leben“, appelliert Frederik Wenz daher, physische und digitale Welt weiter zu verknüpfen. Dann könnten Vorgänge vielleicht bald schon so exakt erfasst werden, dass der OP-Saal das OP-Protokoll von selbst generiert.

Das Universitätsklinikum Freiburg hat sich auf den Weg gemacht, ist noch nicht am Ziel, „aber schon ziemlich weit“. Wie weit genau, erfahren die Zuhörer beim Innovation Forum Medizintechnik in seiner Keynote. Und das Klinikum geht den Weg nicht allein. Partner für Kooperationen werden gesucht, neue Ideen – für Frederik Wenz einer der Gründe, am 14. Oktober in Tuttlingen mit dabei zu sein. Damit aus dem Gedanken der virtuellen Vernetzung heraus reale Knotenpunkte entstehen, die aus dem konkreten Miteinander heraus wiederum der digitalen Transformation Vorschub leisten.

 

Details

Datum:
Oktober 14
Zeit:
9:00 - 18:00
Veranstaltungskategorie:
Website:
https://innovation-forum-medizintechnik.de/.

Veranstaltungsort

Stadthalle Tutttlingen