„Kommunale Wärmeplanung – Instrument zur Klimaneutralität“

SPD Schramberg zu Besuch bei den Stadtwerken

Zahlreiche Mitglieder des SPD-Ortsvereins Schramberg um ihren Vorsitzenden Mirko Witkowski besuchten Peter Kälble, den Geschäftsführer der Stadtwerke Schramberg, um sich über die „Kommunale Wärmeplanung“ zu informieren. Über die Veranstaltung berichtet die SPD in einer Pressemitteilung:

Schramberg. Um das Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung zu erreichen, „sind wir eher bei einem Marathonlauf als bei einem Sprint,“ so Kälble. Sehr gut sei die Situation im Bereich der Stromerzeugung, so werden bis 2030 etwa 80 bis 90 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Problematischer ist der Wärmesektor, wo bisher vor allem fossile Energieträger genutzt werden. „Wir wollen auch diesen Sektor dekarbonisieren“. Dekarbonisierung meint, Energie CO²-neutral zu gewinnen.

Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, sei es wichtig, zu wissen, welche Art von Gebäuden im Gemeinwesen sind, so Kälble. In Baden-Württemberg seien die Heizungen durchschnittlich 14 Jahre alt, erläuterte Kälble.

Mirko Witkowski fügte ein, dass die Heizungen eh ausgetauscht werden müssten, wenn sich eine Reparatur nicht mehr lohne. Die Kosten für die Erneuerung der Heizung kommen ohnehin auf die Eigentümer zu. Je früher man modernisiere, umso höher sei der Zuschuss.

Kommunale Wärmeplanung

Wichtiges Leitinstrument, um vor Ort die Wärmewende umzusetzen, sei die „Kommunale Wärmeplanung“ führte Kälble dazu aus. In Baden-Württemberg sei der 31. Dezember 2023 Stichtag für das Vorliegen des Plans.

Zum Thema Wasserstoff als Ersatz für Erdgas erläuterte Kälble, dass das Wasserstoffkernnetz vom Bund beschlossen sei. Wann die Versorgung für den ländlichen Raum stehen wird, konnte Kälble noch nicht sagen, geplant sei 2040. Von Werner Klank auf die offenen technischen Fragen der Herstellung und des Transports von grünem Wasserstoff angesprochen, war sich Kälble sicher, „Wasserstoff wird kommen“.

Wasserstoff kommt

Der Geschäftsführer der Stadtwerke bezeichnete den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur als sehr große Herausforderung. Auch meinte er, dass alternative Systeme, wie Photovoltaik und Wärmepumpen zunehmen werden, Gaskunden dadurch weniger würden. Auch brauche es Gaskraftwerke für die Übergangszeit, diese müssten „Wasserstoff-ready“ sein, um auf Wasserstoff umgestellt werden zu können. Das Ziel, 2040 nur noch grünen Wasserstoff zu verwenden, schätzte er als realistisch ein.

Herbert O. Zinell bat in der Diskussion darum, nicht nur Bedenken zu äußern, sondern auch die Fortschritte zu sehen. Er sah in der „Kommunalen Wärmeplanung“ das „Non plus Ultra“ und berichtete, dass in der Villinger Innenstadt bereits ein Wärmenetz besteht. Es würden Gebiete ausgewiesen, wo Nahwärmeversorgung geplant ist und deren künftige Nutzer bei Bedarf eine Mietgasheizung bekommen, die sie bei Fertigstellung der Nahwärmeversorgung zurückgeben.

Der Markt regelt

In der Diskussion sah Witkowski einen Nutzungszwang skeptisch, er setzte auf Anreize und Überzeugungsarbeit bei der Umstellung. Kälble stimmte ihm zu, sah jedoch wirtschaftlich die Notwendigkeit. Michael Porzelt sah die Frage der politischen Durchsetzbarkeit. Guido Neudeck war optimistisch, dass die Angebote der Hersteller und damit der Markt die Situation regelt. Beim Wegfall der fossilen Energieträger blieben ja vor allem Wärmepumpe oder die kommunalen Wärmenetze. Dem pflichtete Kälble bei.

Von Mirko Witkowski auf den kommenden Winter angesprochen, stellte Kälble fest, dass die Lage deutlich entspannter sei, als vor einem Jahr. Die Gasspeicher seien voll, auch ein sehr kalter Winter wäre physikalisch kein Problem, höchstens die Preise könnten bei großer Nachfrage am Börsenhandel hochgehen. „Sparsam zu sein, ist nie verkehrt!“

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