Mitgliederversammlung des Vereins ehemalige Synagoge

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Die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins ehemalige Synagoge fand im Betsaal der ehemaligen Synagoge statt. Das Interesse daran war sehr groß, denn nahezu 50 Prozent der Mitglieder waren anwesend.

Rottweil. Als Versammlungsleiter wurde Martin Ulmer gewählt. Zuerst legte Barbara Haller (kommissarische 1. Vorsitzende) in ihrem Rechenschaftsbericht dar, was im letzten Jahr alles durchgeführt wurde. Sehr erfreulich war die große Anzahl von Führungen im Betsaal mit etwa 150 Personen. Gabi Schwarz führte eine Schulklasse und daraus entstand ein Rottweiler Mini-Heft:“ Auf den Spuren jüdischen Lebens.“

Am 29.Juni beteiligte sich der Verein an einer Demonstration gegen eine Veranstaltung der AfD in Rottweil. Ein großer Erfolg war auch die Ausstellung im Stadtmuseum über „Ausgrenzung, Raub und Vernichtungen NS-Akteure und Volksgemeinschaft gegen die Juden“. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Stadt Rottweil organisiert. Im September fand der Vereinsausflug nach Wankheim auf den jüdischen Friedhof statt. Am 8. September wurde dank Angelika Braun eine jüdische Familie von Bürgermeisterin Ines Gaehn im Rathaus empfangen. Solche Treffen sind besonders wichtig, da ein Vereinsziel ist, den Kontakt zu ehemaligen Rottweiler jüdischen Familien und deren Nachfahren zu pflegen. Der Familie Ottinger wurde dann noch der ehemalige Betsaal gezeigt und sie waren erstaunt, dass wir als Nichtjuden uns um dieses Erbe kümmern.

Am 13.10 hat vor allem Johanna Knaus eine Solidaritätskundgebung vor dem alten Rathaus organisiert, bei der sowohl die christlichen Kirchen als auch die jüdische und muslimische Gemeinde teilgenommen haben. Auch das umfangreiche Archiv von Werner Kessl wurde von Gisela Roming geordnet und muss nun zeitnah dem Stadtarchiv übergeben werden. Wie jedes Jahr organisierte der Verein am 9. November zusammen mit der Stadt die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht. 2023 war diese Gedenkfeier mit circa 150 Teilnehmenden sehr gut besucht. Der Kassenbericht von Franz Hogg zeigte, dass der Verein finanziell gut dasteht, und die Kassenprüfer bescheinigten ihm eine exzellente Kassenführung.

In der anschließenden Aussprache wurde der Wunsch geäußert, den Kontakt zur Familie Ottinger und anderen Rottweiler jüdischen Familien zu intensivieren. Holger Rabenstein, ehemaliger Stadtjugendsanierer, berichtete von Kontakten zu Familie Oko und Fröhlich. Auch der Kontakt zur neuen jüdischen Gemeinde soll intensiviert werden. Ein erster Schritt war der Besuch von Johanna Knaus und Barbara Haller bei Tatjana Malafy, um ihr ein paar Rottweiler Minis über das jüdische Leben in Rottweil zu schenken. Angedacht wurde auch die Möglichkeit einer Partnerschaft zu einem Kibbuz, allerdings kann dies erst nach dem Krieg in Gaza in die Wege geleitet werden.

Als nächster Tagesordnungspunkt wurde der gesamte Vorstand einstimmig entlastet Bei den anschließenden Neuwahlen, wurde Barbara Haller als Vorsitzende, Johanna Knaus als stellvertretende Vorsitzende neu gewählt und in ihren Ämtern wurde Franz Hogg als Kassier, Angelika Braun als Schriftführerin und Gabi Schwarz als Beisitzerin einstimmig bestätigt. Für den ausscheidenden Wolfgang Braun, wurde Gerhard Lemp als neuer Beisitzer einstimmig gewählt. Als Kassenprüfer wurde Christoph Kirschler bestätigt und Max Burger neu gewählt. Alle Gewählten nahmen das Amt an.

Die Vorsitzende Barbara Haller gab dann noch einen Ausblick auf das Jahr 2024. Sicher das Highlight wird die Veranstaltung am 13. März mit dem Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung Dr. Michael Blume um 19 Uhr im Festsaal des Alten Gymnasiums sein. Er spricht aus aktuellem Anlass über das Thema: Warum der Antisemitismus uns alle bedroht. Als Kooperationspartner sind die VHS, das Kulturamt der Stadt Rottweil, die evangelische und katholische Erwachsenenbildung, die jüdischen Gemeinde, die Initiative Gedenkstätte Eckerwald, der Freundeskreis Asyl und der Geschichts- und Altertumsverein beteiligt.

Am 7. April bietet die Initiative Eckerwald dem Verein eine Führung im KZ Schörzingen an. Angedacht ist auch ein Vereinsausflug nach Tübingen, Martin Ulmer wird zu jüdischen Spuren führen. Es wurde auch noch darauf hingewiesen, dass jederzeit Führungen im Betsaal – mit Absprache der VHS- möglich sind. Dabei sollen auch verschiedene Gruppen, vor allem die Schulen, angesprochen werden. Der Verein wird wie seit vielen Jahren die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht mitorganisieren, die allerdings dieses Jahr am 11. November stattfinden wird. Zum Schluss bedankte sich die erste Vorsitzende bei Wolfgang Braun für seine langjährige Tätigkeit sowohl im Arbeitskreis wie im Verein ehemalige Synagoge. Der bisherigen Vorsitzenden Gisela Roming soll bei der Übergabe des Archivs von Werner Kessl für ihre vielfältige Arbeit Dank ausgesprochen werden.

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