ÖDP fordert vom Landtag umgehendes Verbot von Glyphosat

ÖDP fordert vom Landtag umgehendes Verbot von Glyphosat

In der ersten Mitgliederversammlung des ÖDP-Kreisverbands Rottweil in diesem Jahr in Heiligenbronn stellte Verena Föttinger aus Fluorn-Winzeln, Beisitzerin im Bundesvorstand der ÖDP, die Aktion „Klaus graust’s“ des ÖDP-Europaabgeordneten Professor Dr. Klaus Buchner vor. Darüber berichtet die Partei in einer Pressemitteilung:

Er weist damit auf den Zusammenhang zwischen der Massentierhaltung und der Verbreitung der gefürchteten multiresistenten Keime auf. Damit in den hoffnungslos überfüllten Ställen unserer „Fleischfabriken“ keine seuchenhaften Krankheiten ausbrechen, werden vorbeugend in das Futter verschiedene Antibiotika in erheblichen Mengen beigemischt, auch solche, die eigentlich für die Behandlung von uns Menschen entwickelt wurden. Über Kreuzungen entstehen die multiresistenten Keime. Rückstände lagern sich im Fleisch der Tiere ab, verbreiten sich aber auch über die Düngung in der Landwirtschaft. So verzehren und verbreiten wir sie nicht nur durch das gegessene Fleisch, sondern auch im Obst und Gemüse. „Laut WHO droht eine medizinische Katastrophe, weil selbst die bei schweren Krankheiten überlebenswichtigen Ersatzantibiotika inzwischen in der Tiermast immer häufiger eingesetzt werden.“,  so Verena Föttinger. 
Die ÖDP fordert, dass an der Ursache angesetzt wird. Sie will daher die hochsubventionierte und dem Tier- und Menschenwohl widersprechende Massentierhaltung  mit regelmäßigen Antibiotikagaben beenden. Sie möchte nur nachhaltig ökologisch wirtschaftende Betriebe mit Subventionen fördern. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen beim Einkauf erkennen können, wie das Fleisch erzeugt wurde, das sie kaufen und essen, damit sie ihre Gesundheit nicht über ihre Nahrung mit antibiotikaresistenten Keimen  gefährden.“  Mit Infoständen und weiteren Aktionen wollen die Öko-Demokraten die Bevölkerung über diesen Missbrauch in der Massentierhaltung aufklären.

Außerdem beschloss die Versammlung einen Brief an den Landtagsabgeordneten Stefan Teufel, den Stadt- und Kreisrat Bernd Richter im Entwurf vorlegte. Stefan Teufel hatte Ende November 2017 in Rottweil bei einem Treffen mit Campact-Aktivisten versprochen, sich im Stuttgarter Parlament für ein Verbot des Totalherbizids Glyphosat stark zu machen. In ihrem Brief schreiben die Öko-Demokraten des Kreisverbands Rottweil: „Sowohl die SPD in der alten und hoffentlich ebenso in der neuen Großen Koalition als auch die Grünen in noch viel stärkerem Maße haben sich mehrheitlich für ein bundesweites Verbot von Glyphosat ausgesprochen. Wie Sie wissen, hat sich CSU-Bundeslandwirtschaftsminister Christian  Schmidt mit seinem völlig unverständlichen Abstimmungsverhalten im November in Brüssel gegen den Willen der Bundesumweltministerin Barbara Hendriks (SPD) und der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine weitere Nutzung dieses krebsverdächtigen Pestizids in den kommenden fünf Jahren ausgesprochen, auch entgegen der Mehrheit der deutschen Wählerinnen und Wähler.

Die Mitgliederversammlung fordert den Landtagsabgeordneten in ihrem Brief daher auf, sich im Landtag von Baden-Württemberg mit seiner Fraktion dafür einzusetzen, dass die Landesregierung im Bundesrat umgehend beantragt, Glyphosat bundesweit zu verbieten. Gemäß dem Beschluss der europäischen Fachminister in der Kommission und dem fatalen Abstimmungsverhalten des Bundeslandwirtschaftsministers „ist dieses nationale Vorgehen durch den Bundesrat notwendig, um dem Mehrheitswillen der deutschen Bevölkerung gerecht zu werden.“  Jetzt wartet der Kreisverband gespannt, was in den nächsten Wochen in Stuttgart und Berlin in dieser Angelegenheit geschehen wird.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 15. Februar 2018 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/vereinsmitteilung/oedp-fordert-vom-landtag-umgehendes-verbot-von-glyphosat/196481