NRWZ.de, 27. September 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Premiumweg Donauwellen: Wanderung des Schwarzwaldvereins Schramberg

Der Schwarzwaldverein Schramberg erkundete kürzlich auf einer Wanderung im Naturpark Obere Donau die geologischen Phänomene Donauversinkung und Vulkanismus Hegau. Das nahe des Startpunktes gelegene Städtchen Immendingen wurde bereits 1500 v.Chr. an einer uralten Handelsstrasse von Alemannen besiedelt. Das belegt der Fund von 55 römischen Goldmünzen, die in London und Trier geprägt wurden.

Von Donaueschingen kommend, präsentiert sich die Donau noch in Immendingen als breiter Fluß, doch schon nach wenigen Schritten konnten die Wanderer im trockenen Flussbett spazieren, obwohl es in diesem Sommer ja genügend Niederschläge gegeben hatte.

Die Donauversinkung (badischer Ausdruck, im württembergischen wird von der Donauversickerung gesprochen) zieht sich über einige hundert Meter hin. Das Wasser der Donau löst bei ihrem 12 Kilometer langen Weg durch den Untergrund bis zur Aachquelle jährlich etwa 7000 Tonnen Kalk, dadurch kommt es vermehrt zu Einstürzen und Dolinen. Entlang der Wanderroute konnte eine dieser Dolinen begutachtet werden.

Etliche Rastplätze waren auf der 13 Kilometer langen Rundtour angelegt, eine davon nutzten die Teilnehmer als Pausenplatz, um die Rucksäcke um das mitgebrachte Vesper zu erleichtern. Ein anderes Plätzchen ermöglichte einen kurzen Blick auf weitere Hegauberge, den Hohenkrähen, den Hohentwiel und den Mägdeberg. Vor 16 Millionen Jahren begann die vulkanische Aktivität, welche die Hegauvulkane bildete, 10 Millionen Jahre lang waren sie aktiv. Danach bildeten sich oft Kraterseen, in denen sich Fossilien bilden konnten.

Nach überwältigen der insgesamt 225 Höhenmeter stand die Wandergruppe dann am Rand des Kratersees und bewunderte das Farbenspiel des Wassers. Noch vor rund 10 Millionen Jahren tummelten sich in dieser Landschaft Elefanten, hornlose Nashörner, Antilopen und Säbelzahntiger. Im Krater des Höwenegg wurde so auch das dreizehige Urpferdchen Hipparion konserviert, das bei der Ausgrabung internationales Interesse hervorrief. Die Funde können im Immendinger Heimatmuseum und auch im Naturkundemuseum in Karlsruhe im Höwenegg-Saal begutachtet werden.

Am Treffpunkt in Schramberg und auf der Anfahrt noch von strömendem Regen umgeben, wurden die Teilnehmer schon bald belohnt von Sonnenstrahlen und angenehmen Temperaturen. Dies setzte sich fort bis zur Schlußeinkehr in Donaueschingen, hier bedankte sich Wanderwart Hans Hauser im Namen der Teilnehmer bei Anne Eckhardt, die die Tour organisiert hatte. Selbstverständlich besuchte die Wandergruppe zum Abschluss noch die Quelle der „altehrwürdigen Dame“ Donau, die in ihrem langen Leben schon viele Veränderungen erlebte. Derzeit ist sie 2.850 Kilometer lang, sie entspringt im Schwarzwald und mündet ins Schwarze Meer.

Premiumweg Donauwellen: Wanderung des Schwarzwaldvereins Schramberg