5.5 C
Rottweil
Samstag, 7. Dezember 2019
Start In Kür­ze Kurz berich­tet Kreis & Regi­on Blin­de: Bezirks­grup­pe ver­ab­schie­det Maria Pahl

Blinde: Bezirksgruppe verabschiedet Maria Pahl

-

SCHRAMBERG – Die Mit­glie­der der Bezirks­grup­pe Rot­t­­weil-Tut­t­­lin­gen des Blin­­den- und Seh­be­hin­der­ten­ver­bands Würt­tem­berg tra­fen sich am Sams­tag­nach­mit­tag  zu ihrer tra­di­tio­nel­len Weih­nachts­fei­er. Dies­mal aller­dings nicht im Café Adler, son­dern im Hef­­ter­­wald-Stüb­­le  in Hei­li­gen­bronn. Zum letz­ten Mal begrüß­te die Bezirks­grup­pen­lei­te­rin Maria Pahl die Mit­glie­der und Ehren­gäs­te.

OB Eisenlohr misch­te sich unter die Gäs­te.

Schram­bergs Ober­bür­ger­meis­te­rin Doro­thee Eisenlohr war gekom­men und als „Über­ra­schungs­gast“ seit eini­gen Jah­ren erst­mals wie­der der CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­ge­or­d­­ne­­te Vol­ker Kau­der. Die Ver­tre­te­rin von Land­rat Wolf-Rüdi­ger Michel, die Lei­te­rin des Kreis­so­zi­al­am­tes Ange­la Jet­ter, ließ sich wegen Krank­heit ent­schul­di­gen. Den geist­li­chen Impuls trug der evan­ge­li­sche Pfar­rer von Sul­gen Mar­kus Krim­mer bei. Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung mit Advents- und Weih­nachts­lie­dern sorg­te Ger­hard Schmid, der mit sei­ner Gat­tin Mari­an­ne aus Sach­sen­heim gekom­men war.

Ger­hard Schmid an sei­nem Key­board.

Erinnerung an Anton Windhab und Harald Spitz

Pahl erin­ner­te an den vor eini­gen Wochen ver­stor­be­nen Anton Wind­hab, der ein sehr treu­es Mit­glied gewe­sen und mit sei­ner Toch­ter Moni­ka bei jeder Ver­samm­lung dabei gewe­sen sei. Sie erin­ner­te aber auch beson­ders an den im Som­mer ver­stor­be­nen Wirt des Café Adler, Harald Spitz, der sich als Ver­eins­wirt jahr­zehn­te­lang bewährt habe. Er sei bei den Blin­den in Hei­li­gen­bronn „ein sehr geschätz­ter Mensch“ gewe­sen. „Das Café Spitz war für vie­le blin­de Men­schen in Baden-Wür­t­­te­m­berg ein Stück Hei­mat. Sein Tod reißt eine Rie­sen­lü­cke.“ Im Ange­den­ken an die bei­den Ver­stor­be­nen erho­ben sich alle Anwe­sen­den.

Nach einem besinn­li­chen Gedicht zur Ver­gäng­lich­keit, vor­ge­tra­gen von Ger­trud Leicht­le, grüß­te Ober­bür­ger­meis­te­rin Eisenlohr die Ver­samm­lung. Men­schen mit Seh­be­ein­träch­ti­gun­gen sei­en in Schram­berg sehr prä­sent. Die Stadt sei für die­se Men­schen „noch nicht gera­de ein Para­dies“, merk­te sie selbst­kri­tisch an. Man­che Leit­sys­te­me bei­spiels­wei­se ende­ten noch mit­ten auf einer Kreu­zung. Ande­rer­seits sei das VHS-Pro­­gramm inzwi­schen bar­rie­re­frei gestal­tet. Ihr heu­ti­ger Besuch sei  der Beginn eines Dia­logs. Sie for­der­te die Ver­bands­mit­glie­der auf, ihre Wün­sche und Anre­gun­gen direkt bei ihr vor­zu­brin­gen. Pahl freu­te sich, bei Eisenlohr „ein offe­nes Ohr zu fin­den“.

Kauder: Lob für Pahl

Vol­ker Kau­der ver­si­cher­te, er sei wie­der ger­ne gekom­men. Ins­be­son­de­re, weil er erfah­ren habe, dass Maria Pahl den Vor­sitz der Bezirks­grup­pe auf­ge­ben wol­le. Pahl sei „eine Insti­tu­ti­on im Ver­band“, sie sei „Gesicht und Sprach­rohr“ der Blin­den. Mit „einer Pri­se Humor und gro­ßer Hart­nä­ckig­keit“ habe sie sich für die Inter­es­sen der Blin­den und Seh­be­hin­der­ten enga­giert. Er sage herz­lich Dan­ke­schön für ihren Ein­satz.

Vol­ker Kau­der

Auch Pahl erin­ner­te sich dar­an, dass sie Vol­ker Kau­der mit  so man­chen e‑Mails „getriezt“ habe. Kau­der dank­te sie dafür, dass er im Bun­des­tag die Inter­es­sen der Men­schen mit Behin­de­run­gen immer ver­tre­ten habe. Dass er die Weih­nachts­fei­er besu­che, mache sie „ein stück­weit auch stolz“.

Pfar­rer  Krim­mer ging auf die Advents­zeit als der Ankunfts­zeit ein. Gott brin­ge Licht in die Dun­kel­heit. Nach einem gemein­sa­men Gebet und dem Lied „Es ist ein Ros‘ ent­sprun­gen“ las Maria Pahl eine weih­nacht­li­che Geschich­te.

Pfar­rer Mar­kus Krim­mer

Zwei Ehrungen

Bei den Ehrun­gen erhielt Ali­ce View­eg eine Urkun­de und einen Gut­schein für 40 Jah­re treue Mit­glied­schaft im Ver­band. Für 25 Jah­re ehr­te Pahl Chris­ti­na Häcker. Bei­de bat sie, die bis­he­ri­ge Treue zum Ver­band auch ihrem Nach­fol­ger Anselm Schmid zu erwei­sen.

Chris­ti­na Häcker …
…und Ali­ce View­eg wur­den geehrt.

Schmid berich­te­te anschlie­ßend aus der Ver­bands­ar­beit auf Lan­­des- und Bun­des­ebe­ne. Er dank­te Maria Pahl für die geleis­te­te Arbeit und über­reich­te ihr Pra­li­nen und Blu­men. Er bedau­re, aber ver­ste­he auch, dass sie nicht mehr wei­ter machen kön­ne.

Anselm Schmid: Eine beson­de­re Ein­rich­tung an sei­nem Lap­top erlaubt ihm, über Blin­den­schrift sei­nen Bericht zu lesen und vor­zu­tra­gen.

Pahl selbst dank­te ihrem Stell­ver­tre­ter für die jah­re­lan­ge Zusam­men­ar­beit. Sie woh­ne ja 138 Kilo­me­ter von Hei­li­gen­bronn ent­fernt. Die frü­he­re Mög­lich­keit, in Schram­berg zu über­nach­ten, bestehe nicht mehr. Die Hin- und Rück­fahrt an einem Tag sei ihr zu müh­sam. „Ich habe das Ehren­amt sehr ger­ne wahr­ge­nom­men“, ver­si­cher­te sie und wünsch­te sich, dass die Mit­glie­der das Ver­trau­en nun auch Anselm Schmid schen­ken mögen. Die­ser sei oft in der Stif­tung und küm­me­re sich um die Anlie­gen der Mit­glie­der.

Vol­ker Kau­der wür­digt Maria Pahl. Fotos: him

Mit lan­gem Bei­fall dank­ten die Mit­glie­der Maria Pahl für deren Tätig­keit als Vor­sit­zen­de. Bei Kaf­fee und Kuchen klang der Nach­mit­tag dann gemüt­lich aus.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Bit­te geben Sie Ihren Kom­men­tar ein!
Bit­te geben Sie hier Ihren Namen ein

- Adver­tis­ment -