Der Basòdino ist mit 3272 Metern der höchste Berg der Tessiner Alpen.

In das Val Bavo­na, eines der wil­des­ten Täler im Tes­sin, führ­te die Hoch­tou­ren­aus­fahrt der Sek­ti­on Obe­rer Neckar. Haus­gro­ße Fels­blö­cke, hand­werk­lich bewun­derns­wer­te Stein­häu­ser und der präch­tig tosen­de Was­ser­fall von Foro­glio begrüß­ten die neun Berg­stei­ger der DAV Sek­ti­on Obe­rer Neckar. Unter der bewähr­ten Lei­tung von Trau­di und Bern­hard Gebert war die Bestei­gung des Basodi­no der Höhe­punkt für die Schram­ber­ger und Rott­wei­ler Tou­ren­ge­her.

Der Basodi­no ist mit 3272 Metern der höchs­te Berg der Tes­si­ner Alpen und domi­niert  mit sei­nem mäch­ti­gen Glet­scher­pan­zer die umlie­gen­de Berg­welt. Er liegt genau an der Gren­ze zwi­schen dem schwei­ze­ri­schen Tes­sin und ita­lie­ni­schen Pie­mont und wird auf dem Nor­mal­weg aus­ge­hend vom hin­te­ren Tal­schluss des Mag­gia­tals bestie­gen.

Da die Basodin­ohüt­te als Aus­gangs­punkt auf 1856 Metern liegt, müs­sen bis zum Gip­fel mehr als 1400 Höhen­me­ter über­wun­den wer­den. Ent­spre­chend früh, in beein­dru­cken­der Voll­mond­stim­mung, star­te­te ein lan­ger Tou­ren­tag. Ein Ser­pe­ti­nen­auf­stieg führ­te durch Blu­men­wie­sen und über Bach­läu­fe, um dann abrupt in glatt­ge­schlif­fe­ne Fels­stu­fen über­zu­ge­hen. Weg­los wird in die­sem Laby­rinth, auf denen vor Jah­ren mäch­ti­ge Eis­schich­ten ins Tal scho­ben, der Glet­scher erreicht.

Auf den immer noch weit­läu­fi­gen Eis- und Firn­fel­dern steigt man bis zum fel­si­gen Gip­fel­auf­bau des Basodi­no. Die letz­ten 150 Höhen­me­ter müs­sen auf einem kurz­wei­li­gen, stei­len Fels­grat über­wun­den wer­den. Eine 360-Grad-Pan­ora­ma-Rund­sicht auf dem Gip­fel begin­nend vom Mon­te Rosa Gebiet über die Ber­ner-, Urner-, Glar­ner- und Bünd­ner­ber­ge ist dank der Allein­la­ge des Bergs die erhoff­te Beloh­nung.

Hoch­tou­ren­ge­her der Berg­stei­ger­grup­pen Schram­berg und Rott­weil der DAV Sek­ti­on Obe­rer Neckar mit dem Basodi­no Glet­scher und Gip­fel im Hin­ter­grund. Fotos: pm

Der zwei­te Tag star­te­te gemüt­li­cher. An einem lan­gen Gra­nit­rü­cken, direkt am klei­nen Lago Bian­co, wur­den Ein- und Mehr­seil­län­gen­tou­ren in unter­schied­li­chen Schwie­rig­keits­gra­den geklet­tert. Krö­nen­der Abschluss eines hei­ßen Tages war dann das Ein­tau­chen in den fri­schen, kal­ten Berg­see. Nach viel Son­ne in den ers­ten Tagen star­te­te die Grup­pe am drit­ten Tag früh­mor­gens zur Bestei­gung eines wei­te­ren Aus­sichts­bergs, dem 2864 Meter hohen Pon­cio­ne di Bra­ga. Nur wenig nied­ri­ger als sein bekann­ter Nach­bar, die Cris­tal­li­na, bie­tet die­ser Berg einen ein­sa­men, nord­sei­ti­gen und kurz­wei­li­gen Auf­stieg in fes­tem Fels, mit einem herr­li­chen Blick auf den Basodi­no­g­let­scher.

Der inten­si­ven Nut­zung der Was­ser­kraft in den vie­len Stau­se­en im Basodi­no-Gebiet ist die Seil­bahn im Bavo­na­tal zu ver­dan­ken, die von der Hoch­tou­ren­grup­pe ger­ne benutzt wur­de, um schnell ins Tal zu kom­men. Die Son­ne brann­te auch am letz­ten Tag kräf­tig vom Him­mel, so dass die Klet­te­rei­en an den bekann­ten Gra­nit­fel­sen im Tal nur kur­zen Zuspruch fan­den. Mit einem abschlie­ßen­des Bad in den Gum­pen der Mag­gia, dem namens­ge­ben­den Fluss des Tales, gab es vor der Rück­rei­se noch eine küh­len­de Erfri­schung.