Fehrenbacher fordert schnelleres Internet für Lauterbach

Jahreshauptversammlung der Wählervereinigung Unabhängige Bürger Lauterbach

Die gewählten Funktionsträger (von links): Steffie Schrader, Volker Wierzba, Sibylle Zerr, Manuela Buchholz, Ansgar Fehrenbacher, Frank Schwendemann, Britta Schondelmaier, Christof Stocker, Tobias Fehrenbacher und Dietmar Haas. Foto: pm

LAUTERBACH (pm) — Mit ihrem Schw­er­punk­t­the­ma „Palästi­na nach 50 Jahren Besatzung – ein Reise­bericht“ blick­te die UBL in der diesjähri­gen Hauptver­samm­lung weit über die Gren­zen von Lauter­bach hin­aus. Ehren­vor­sitzen­der Hans Hek­ler und seine Frau Edel­gard berichteten über ihre Reise und die, nach wie vor sehr schwierige Lage der Palästi­nenser in diesem Gebi­et. „Schon der von den Ref­er­enten gewählte Titel des Vor­trag lässt aufhorchen“, sagte der Vor­sitzende Ans­gar Fehren­bach­er in sein­er Begrüßung und bedank­te sich bei bei Hans und Edel­gard Hek­ler, dass sie die weite Anfahrt auf sich genom­men haben und hier bei der UBL diesen Vor­trag hal­ten

In seinem Rechen­schafts­bericht für das ver­gan­gene Jahr ging Fehren­bach­er zunächst auf die Schul­si­t­u­a­tion in Lauter­bach ein. Nach der Pen­sion­ierung des Schulleit­ers kon­nte die Stelle trotz Auss­chrei­bung nicht beset­zt wer­den, so dass sie kom­mis­sarisch von Schram­berg aus geleit­et wurde. Da auch die Lehrerver­sorgung in Lauter­bach immer schwieriger wurde, gab es bei den Eltern erhe­blich Unruhe und es stellte sich die Frage, wie es über­haupt mit der Schule in Lauter­bach weit­erge­ht. Die UBL habe dies zum Anlass genom­men, gemein­sam mit der Gemeinde Lauter­bach als Schul­träger eine Infor­ma­tionsver­anstal­tung anzu­bi­eten, an der auch die Lei­t­erin des Staatlichen Schu­lamts Donaueschin­gen, Frau Lei­t­ende Schu­lamts­di­rek­torin Sabine Rös­ner teil­nahm. „Diese sehr gut besuchte Ver­anstal­tung war für die UBL ein kom­mu­nalpoli­tis­ches High­light und es ist uns gelun­gen, die bis dahin beste­hen­den Unsicher­heit­en so weit wie möglich zu beseit­i­gen“, sagte der Vor­sitzende Ans­gar Fehren­bach­er.

Die Entwick­lung der sog. Sen­sa­tionellen Ortsmitte, vom Bau des Regenüber­lauf­beck­ens RÜB, über den „Dreck­platz“ bis hin zur jet­zi­gen Sit­u­a­tion ließ der in seinem Jahres­rück­blick nochmals Revue passieren. Wir kön­nen davon aus­ge­hen, dass 2018 die Straßen­ver­legung im Ein­mün­dungs­bere­ich zur Land­straße L 108 und die Sanierung der unteren Haupt­straße in Angriff genom­men wer­den. Dass die let­zten drei Jahre der Platz nicht als Dreck­platz, son­dern als „Sen­sa­tionelle Ortsmitte“ gestal­tet wurde, ist let­ztlich der Ini­tia­tive der UBL zu ver­danken, erin­nerte der Vor­sitzende der UBL in sein­er Rede.

Als Förder­pro­gramm für Unternehmens­ber­ater beze­ich­nete Ans­gar Fehren­bach­er die geset­zlich vorgeschriebene Umstel­lung des Haushaltswe­sen der Gemeinde auf die kaufmän­nis­che Buch­führung. Die Gemeinde sei eben kein Unternehmen, welch­es am Waren pro­duziere oder Dien­stleis­tun­gen erbringe, die dann am Markt ange­boten wer­den. „Es macht keinen Sinn, wenn das Rathaus oder die Straßen von Lauter­bach in Euro bew­ertet wer­den, da wir bei­des nie verkaufen kön­nen; die dafür anfal­l­en­den 80.000 € hätte ich lieber für sin­nvolle Pro­jek­te einge­set­zt“, so der Vor­sitzende.

Als erfreulich beze­ich­nete Fehren­bach­er den Pakt für Inte­gra­tion, mit dem das Land die Gemein­den bei der Inte­gra­tion der Flüchtlinge unter­stütze. Die Gemeinde Lauter­bach erhält im Rah­men des Finan­zaus­gle­ichs je Flüchtling 1.225 € was für 2018 eine zusät­zliche Ein­nahme von knapp 33.000 € bedeutet. Auch die Ein­stel­lung der für Lauter­bach zuständi­gen Inte­gra­tions­man­ag­er bei der Stadt Schram­berg als Anstel­lungskör­per­schaft sei eine wertvolle Hil­fe bei der Betreu­ung der Flüchtlinge.

Als weit­er­er wichtiger Punkt in der kom­mu­nalpoli­tis­chen Diskus­sion des zu Ende gehen­den Jahres nan­nte der Vor­sitzende die Sanierung der Wil­helm- Kim­mich-Galerie. Nach 30 Jahren ste­ht für das alte Rathaus eine Gen­er­al­sanierung an. „Damit ste­hen wir nach mein­er Auf­fas­sung vor ein­er grundle­gende Rich­tungsentschei­dung, wie es mit der Galerie weit­erge­hen soll“ so der Vor­sitzende. Die Wil­helm-Kim­mich-Galerie ist ein kul­turelles High­light im west­lichen Land­kreis Rot­tweil und für Lauter­bach ein Alle­in­stel­lungsmerk­mal. Mit und in dieser Galerie find­en Ver­anstal­tun­gen statt, die nor­maler­weise in ein­er Gemein­den unser­er Größenord­nung nicht anzutr­e­f­fen sind. Da es sich beim alten Rathaus um ein beson­ders denkmal­würdi­gen Gebäude han­delt, gibt es im Rah­men der Ortskern­sanierung einen erhöht­en Zuschuss von 51 %. Der Gemein­der­at muss sich nun im Rah­men der Haushalt­s­plan­ber­atun­gen für das Jahr 2018 entschei­den, ob wir bere­it sind, den bei der Gemeinde verbleiben­den Eigenan­teil von 280.000 € aufzubrin­gen um so dieses kleine Kul­turzen­trum zu erhal­ten und weit­er auszubauen.

Beim schnellen Inter­net für Lauter­bach warf der Vor­sitzende Ans­gar Fehren­bach­er die Frage auf, ob das im Kreis Rot­tweil gewählte und geförderte Vec­tor­ing-Mod­ell aus­re­ichend zukun­fts­fähig ist. Andere Kreise, wie z.B. der Schwarzwald-Baar-Kreis oder der Kreis Breis­gau-Hochschwarzwald haben eigene Zweck­ver­bände gegrün­det und leg­en in Eigen­regie Glas­faserk­a­bel bin an jede Haustür. Damit sei für die näch­sten zwei Gen­er­a­tio­nen eine aus­re­ichen schnelle Daten­ver­sorgung gewährleis­tet. „Ohne einen Vor­wurf zu erheben – das Rot­tweil­er Mod­ell hat den Vorteil der schnelleren Umset­zung — müsse man aber nochmals über­legen, ob hier nicht vielle­icht bei eini­gen Gemein­den mit beson­ders schwieriger Topografie Son­der­lö­sun­gen und Son­der­förderun­gen, wie z.B. bei der Gemeinde Eschbronn, möglich seien. Auf­grund der Lage von Lauter­bach sei hier eine Son­der­lö­sung notwendig“, forderte Fehren­bach­er zusam­men­fassend.

Ins­ge­samt könne man auf ein erfol­gre­ich­es Jahr zurück­blick­en. Trans­parenz und Bürg­er­beteili­gung unter dem Mot­to „Bürg­er haben Ideen!“ war von Anfang an die zen­trale Botschaft der UBL und so soll es auch weit­er­hin bleiben, so Fehren­bach­er abschließend in seinem Jahres­rück­blick.

Der Kassier Man­fred Haas kon­nte auf eine befriedi­gende Kassen­lage ver­weisen, so dass finanziell die weit­ere poli­tis­chen Arbeit der UBL gesichert sei. Die Kassen­re­vi­soren haben eine die kor­rek­te Kassen­führung geprüft und bestätigt.

UBL-Ehren­vor­sitzen­der Hans Hek­ler beantragte die Ent­las­tung der Vor­stand­schaft und lobte dabei das Engage­ment aller Beteiligten und deren Ein­satz für die Gemeinde Lauter­bach. Die UBL sei inzwis­chen zu ein­er dauer­haften und sta­bilen poli­tis­chen Kraft gewor­den, die aus der Lauter­bach­er Kom­mu­nalpoli­tik nicht mehr wegzu­denken sei.

Bei den anschließen­den Wahlen wurde Ans­gar Fehren­bach­er erneut für zwei Jahre zum Vor­sitzen­der gewählt. Als Kassen­re­vi­sorin­nen tätig sind weit­er­hin Nicole Bas­tiansen und Brit­ta Schon­del­maier. Zu Beisitzern gewählt wur­den Manuela Buch­holz, Diet­mar Haas, Son­ja Rajsp, Christof Stock­er, Stef­fi Schrad­er, Frank Schwen­de­mann, Volk­er Wierz­ba und Sibylle Zerr. Neu ins Gremi­um als Beisitzerin gewählt wurde Tobias Fehren­bach­er.