Schram­berg (pm) – Es waren zwei evan­ge­li­sche (!) Per­sön­lich­kei­ten, die der katho­li­schen Kir­che St. Maria in Schram­berg die Prä­gung gaben, die heu­te die­ses Got­tes­haus so unver­wech­sel­bar machen. Dies schreibt die CDU in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Jen­seits all der zahl­rei­chen Besu­che und Gesprä­che, die der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Vol­ker Kau­der (CDU) im Ver­lauf der wie­der­um zwei­wö­chi­gen Som­mer­tour unter dem Mot­to „Länd­li­cher Raum – Hei­mat in Zukunft“ erleb­te und führ­te, war die­ser 1 ½-stün­di­ge Ter­min ganz anders als alles ande­re. Was jeder, der dabei sein konn­te, spür­te.
Nicht nur weil Arn­hold Budick und Rudi Schä­fer anhand der Lebens­be­schrei­bun­gen des Bild­hau­ers und so eigen­wil­li­gen, her­aus­ra­gen­den Künst­lers Erich Hau­ser und des bedeu­tends­ten deut­schen Orgel­bau­ers im 19. Jahr­hun­dert, Eber­hard Fried­rich Walcker aus Lud­wigs­burg die Kir­chen­ge­stal­tung und die so ein­zig­ar­ti­ge Orgel beschrie­ben – der Besuch eines Got­tes­hau­ses und die so umfas­sen­de, tief gehen­de Füh­rung lie­ßen etwas ahnen von dem, was das All­täg­li­che, das Pro­fa­ne, auch wenn es noch so sehr beein­dru­cken mag, über­steigt.

Schon bei sei­ner Begrü­ßung im hin­te­ren Teil der Kir­che wies Pfar­rer Rüdi­ger Kocholl auf „die ein­ma­li­ge Sym­bio­se der Hauser’schen Kunst und der Walcker-Orgel hin. Mit sei­nen Gedan­ken ging zu die­sem Got­tes­haus und bedank­te sich bei Vol­ker Kau­der dafür, dass er sich seit Jah­ren welt­weit für Reli­gi­ons­frei­heit und gegen Chris­ten­ver­fol­gung ein­setzt. Er, gläu­bi­ger evan­ge­li­scher Christ, mit deut­li­cher Sym­pa­thie für den Katho­li­zis­mus, kann damit dann sicher­lich nach­voll­zie­hen, was es bedeu­tet hat, wenn Erich Hau­ser bereits mit 27 Jah­ren die Por­ta­le mit den Mari­en­dar­stel­lun­gen gefer­tigt hat. Dies die ers­ten Ein­drü­cke von Erich Hau­ser, dem Arn­hold Budick im hin­te­ren Teil der Kir­che auf so vie­le Sym­bo­le auf­merk­sam mach­te, mit denen er knapp 40 Jah­re danach bei der Reno­va­ti­on der Kir­che „Hau­ser-like“, wie Budick sag­te, gestal­te­te. Wobei das Modell die Leu­te über­for­dert habe, also „durf­te er ein­fach machen“. Mit Stahl, mit den Drei­ecken, die sein Schaf­fen kenn­zeich­nen, mit Stahl­stif­ten sogar in den Stüh­len im Chor: alles soll­te sei­nen Platz unver­rück­ba­ren Platz haben. Doch Arn­hold Budick füg­te hin­zu: „Selbst Hau­ser hat Kom­pro­mis­se zuge­las­sen.“ Der Kreuz­weg und die zwei baro­cken Figu­ren sind geblie­ben.

Kann man es sich heu­te noch vor­stel­len, wie im Jah­re 1844 sechs Pfer­de vor St. Maria stan­den und die Orgel aus Lud­wigs­burg her­ge­bracht hat­ten? Wohl nur dann, wenn man Kir­chen­mu­sik­di­rek­tor Rudi Schä­fer erlebt, wie er dar­über berich­tet. Und wie er sei­ne Geschich­te der Walcker-Orgel erzählt. Auch dar­über, wie sie als eine von nur noch gut 20 erhal­te­nen Orgeln des im Jah­re 1872 ver­stor­be­nen Erbau­ers für die nicht gerin­ge Sum­me von damals 1,6 Mil­lio­nen DM wie­der­her­ge­stellt wor­den ist.
Und die heu­te so erklingt, wie die Teil­neh­mer die­ser beson­de­ren Som­mer­tour-Stun­de dies erle­ben konn­te, wenn Rudi Schä­fer im Anschluss an sei­ne Erläu­te­run­gen vier Stü­cke von Kom­po­nis­ten die­ser Regi­on auf ihr spiel­te. Und, ganz bemer­kens­wert, das vier­te, von ihm selbst kom­po­nier­te, durch sei­ne Wucht und sei­ne Inten­si­tät noch lan­ge im Gedächt­nis haf­ten blieb.

So war es gut, dass der Ter­min der Vol­ker-Kau­der-Som­mer­tour in St. Maria der vier­te und abschlie­ßen­de an die­sem Tag blieb: die Wir­kung konn­te auf die­se Wei­se län­ger anhal­ten.
Auch der immer wie­der durch­schei­nen­de öku­me­ni­sche Gedan­ke, der in der der Got­tes­mut­ter geweih­ten Kir­che in die­ser Stun­de deut­li­cher zum Tra­gen kam als dies häu­fig der Fall ist.

Doch nicht nur des­we­gen hat sich Vol­ker Kau­der über die Ein­la­dung von Pfar­rer Kocholl zur 175-Jahr­fei­er, die am 20. Okto­ber statt­fin­den wird, gefreut.