KREIS ROTTWEIL (pm) – Tra­di­tio­nell tref­fen sich die Land­frau­en Rott­weil ein­mal in Jahr in Die­tin­gen, um ihren Kreis­land­frau­en­tag abzu­hal­ten. Dar­über berich­tet der Ver­band in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Vor­sit­zen­de Ute Haag konn­te in die­sem Jahr dazu den Gast­re­fe­ren­ten Bern­hard Bit­ter­wolf von der Bau­ern­schu­le Bad Wald­see begrü­ßen. Er begeis­ter­te mit sei­nen „Xond­heits­tipp“.
Lache mehr als ande­re“ – den letz­ten der zehn schwä­bi­schen „Xond­heits­tipps“ hat­ten die Land­frau­en längst in die Tat umge­setzt, als Bern­hard Bit­ter­wolf sei­nen amü­san­ten Auf­tritt been­de­te, nicht ohne der For­de­rung nach einer Zuga­be nach­zu­kom­men.

Regel­rech­te Lach­sal­ven beglei­te­ten in der Graf Gerold Hal­le sei­nen Mix aus hei­te­ren Geschich­ten, schwä­bi­schen Gedich­ten und Gesangs­ein­la­gen. Ob es das Lob­lied auf den Leber­kä­se war oder das Ori­gi­nal Rott­wei­ler Schel­len­quin­tett – Hei­ter­keit war garan­tiert, wenn er mit Gäs­ten aus dem Publi­kum das Büh­nen­pro­gramm bestritt. Auch die musi­ka­li­sche Sai­te der Besu­cher brach­te er zum Schwin­gen, wenn sie – nicht ganz text­si­cher, wie Bit­ter­wolf augen­zwin­kernd anmerk­te – die drit­ten Stro­phen sei­ner vor­ge­ge­be­nen Lie­der nur mit la-la-la beglei­te­ten.

So kurz­wei­lig Bit­ter­wolfs Auf­tritt war, so bunt und abwechs­lungs­reich zeig­te sich auch das Jah­res­pro­gramm des 661 Mit­glie­der zäh­len­den Rott­wei­ler Kreis­land­frau­en­ver­bands. Das mach­te der Bericht der Vor­sit­zen­den Ute Haag deut­lich. Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te wech­sel­ten mit Lehr­fahr­ten und Vor­trä­gen. Haag berich­te­te von der gro­ßen Reso­nanz, auf die der Land­frau­en­ver­band mit sei­ner Akti­on der bunt bepflanz­ten Stie­fel auf der Lan­des­gar­ten­schau in Bad Her­ren­alb gesto­ßen war. Bei den Wah­len im Früh­jahr war Nadi­ne Öhler aus Lau­ter­bach-Sulz­bach als neu­es Mit­glied ins Vor­stands­team gewählt wor­den. Inge Schmid aus Wald­mös­sin­gen schied auf eige­nen Wunsch aus.

Land­frau­en­ar­beit stärkt, sie bringt aber auch Ver­ant­wor­tung“, mein­te Julia­ne Vees, Prä­si­den­tin des Ver­ban­des Würt­tem­berg-Hohen­zol­lern. Dabei ver­wies sie auf die Funk­ti­on, Anwäl­tin und Sprach­rohr für den länd­li­chen Raum zu sein, wofür man sich Gehör ver­schaf­fen müs­se. Eine Mög­lich­keit dazu sieht sie in der Mit­wir­kung in kom­mu­na­len Gre­mi­en.

Auch wenn die nächs­ten Wah­len zum Gemein­de­rat und Kreis­tag erst im Früh­jahr 2019 anstün­den, soll­te man sich bereits jetzt bei der anlau­fen­den Kan­di­da­ten­su­che ein­brin­gen. Not­wen­di­ges Rüst­zeug für die Arbeit in den Gre­mi­en auf Gemein­de- oder Kreis­ebe­ne könn­ten Frau­en in kom­mu­nal­po­li­ti­schen Semi­na­ren erwer­ben. Noch im Okto­ber gibt es dazu ein Ange­bot des Ver­ban­des. „Frau­en sind stär­ker im Dorf ver­an­kert. Sie wis­sen um die Pro­ble­me des täg­li­chen Lebens und soll­ten ihre Sicht­wei­se ein­brin­gen“, ermun­ter­te sie zur Kan­di­da­tur.

Eines die­ser Pro­ble­me, das die Land­wirt­schaft umtreibt, ist der wei­te­re Flä­chen­be­darf für Wohn­be­bau­ung und Indus­trie. Die­tin­gens Bür­ger­meis­ter Frank Scholz ver­sprach in sei­nem Gruß­wort, künf­tig die Innen­ent­wick­lung stär­ker in den Blick zu neh­men, um die Fol­gen für die Land­wirt­schaft mög­lichst gering zu hal­ten. „Ohne Land­frau­en sähe das Bild auf den Höfen man­cher­orts anders aus“, lob­te Mathi­as Lin­sen­mann, Geschäfts­füh­rer beim Rott­wei­ler Kreis­bau­ern­ver­band.

Ange­sichts des Struk­tur­wan­dels, aus­ge­löst durch schlech­te Prei­se und wach­sen­de Auf­la­gen, sei ein Rück­halt im Betrieb wich­ti­ger denn je. Auf die Not­wen­dig­keit, Ver­brau­chern die Land­wirt­schaft wie­der näher zu brin­gen, hob Hans Klai­ber, Lei­ter des Rott­wei­ler Land­wirt­schafts­am­tes, ab. Mit ihrem Pro­jekt der Bot­schaf­te­rin für regio­na­le Pro­duk­te leis­te­ten Land­frau­en dazu einen wich­ti­gen Bei­trag.