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Montag, 17. Februar 2020

Tierschutz – mehr als nur ein Hobby

Tierschutzverein berichtet auf seiner Mitgliederversammlung über die Aktivitäten des Vorjahres.

SCHRAMBERG (pm) – Einen – laut Vereinspressemitteilung – „entspannten und informativen Abend“ versprach der Vorsitzende Claudio Di Simio auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Schramberg den rund dreißig anwesenden Mitgliedern in seiner einleitenden Begrüßung. Auf der Tagesordnung standen diesmal keine wichtigen Abstimmungen, dafür wurden zum ersten Mal langjährige und treue Mitglieder geehrt.

Ausführlich und mit zahlreichen Bildern, präsentierte der Vorsitzende den Tätigkeitsbericht. Im Mittelpunkt der Aktivitäten standen wieder Aufnahme, Unterbringung und Pflege von in Not geratenen Tieren, darunter Katzen, Hunde, Enten, ein Schaf und zahlreiche Wildtiere, wie Graureiher, Ringelnatter, Igel und allerlei Wildvögel. 104 Tiere wurden in den Pflegestellen des Vereins untergebracht. Dazu zählten unter anderem 14 Fundhunde. Die Tiere, die den Verein jedoch weiterhin am stärksten beschäftigen, sind die Katzen. 64 von ihnen wurden aufgenommen und später auch vermittelt.

Di Simio mahnte, die Katzenschutzverordnung konsequenter umzusetzen, welche die Möglichkeit einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht vorsehe: „Leider gibt es viele Tierhalter, die trotz eindringlicher Appelle ihre Tiere nicht kastrieren und kennzeichnen lassen. Wo Appelle jedoch nicht fruchten, müssen gesetzliche Regelungen her “. Für 43 Katzen bezahlte der Verein die Kastration, was die Vereinskasse enorm belaste. Ohne diese ständigen Kastrationsaktionen würde sich das Problem der wildlebenden und herrenlosen Katzen jedoch jährlich verschärfen.

Der Verein sei wichtiger Ansprechpartner für die Bevölkerung in allen tierischen Belangen. Mehrfach täglich klingele das Tierschutztelefon und kämen Anfragen per Mail oder soziale Netzwerke. Dies zeige den Stellenwert, den der Tierschutz mittlerweile genieße. Viele Menschen würden sehr betroffen auf beobachtete Mißstände oder verletzte und hilflose Tiere reagieren und sogleich Hilfe und Rat beim Tierschutzverein einholen. Di Simio lobte dabei den Einsatz der Aktiven im Verein: “Für eine Person alleine, ist das nicht zu stemmen.“ Er erinnerte auch daran, dass es für viele Fälle eigentlich extra dafür zuständige Behörden gebe: „Wir übernehmen viele Aufgaben, die ansonsten der öffentlichen Verwaltung zur Last fallen würden.“

Zwar werde die Arbeit völlig ehrenamtlich geleistet, jedoch werde den Aktiven im Verein im Umgang mit Tieren, Behörden, anderen Tierhaltern und bei zahlreichen schwierigen Situationen eine hohe Professionalität abverlangt. „Die Arbeit im Tierschutzverein ist mehr als nur ein Hobby, es bedeutet täglich Verantwortung zu übernehmen für die in unsere Obhut gegebenen Tiere“ so Di Simio weiter.

Um die zunehmend komplexeren Aufgaben im Verein zu bewältigen, gebe es mittlerweile vereinsinterne Arbeitsgruppen, die sich um spezielle Themen wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Organisation von Veranstaltungen wie beispielsweise der Teilnahme am Dorffest und am Weihnachtsmarkt und der Erarbeitung einer Struktur für das künftige Tierheim kümmerten. Auch nehmen aktive Mitglieder des Vereins regelmäßig an Fortbildungen teil, um die Sachkunde im Umgang mit Tieren oder in rechtlichen Fragen zu erweitern. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden oder Tierschutzeinrichtungen, wie bspw. Auffangstationen für Wildtiere oder Reptilien, die in der Not aushelfen könnten.

Abschließend dokumentierte der Vorsitzende anhand vieler Bilder den aktuellen Baufortschritt am zukünftigen Tierheim, dem Paradieshof. Dort wurden mittlerweile alle Fenster eingebaut und die Fassade fertig gedämmt. Demnächst sollen Leitungen für Strom, Heizung und Wasser verlegt werden.

Mit knapp 30.000 Euro schlugen laut Kassiererin Daniela Pfeifer im vergangenen Jahr die Kosten für Pflege und Versorgung der Tiere zu buche, der Hauptteil davon, entfalle auf Tierarztkosten. Dank zahlreicher Futter-, Sach- und Geldspenden konnte die Kassiererin dennoch einen Überschuss von etwa 8000 Euro vermelden.

Zu guter Letzt durfte der zweite Vorsitzende Hilmar Bühler langjährige Mitglieder für ihre Treue auszeichnen. Für dreißig Jahre Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet wurden in Abwesenheit Charlotte Baumann und Elke Fauter. Für 25Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden insgesamt 21 Mitglieder, darunter die anwesende Anja Groß.

 

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