Claudio Di Simio, Anja Groß und Hilmar Bühler vom Tierschutzverein Schramberg. Foto: pm

SCHRAMBERG (pm) – Einen – laut Ver­eins­pres­se­mit­tei­lung – „ent­spann­ten und infor­ma­ti­ven Abend” ver­sprach der Vor­sit­zen­de Clau­dio Di Simio auf der dies­jäh­ri­gen Mit­glie­der­ver­samm­lung des Tier­schutz­ver­eins Schram­berg den rund drei­ßig anwe­sen­den Mit­glie­dern in sei­ner ein­lei­ten­den Begrü­ßung. Auf der Tages­ord­nung stan­den dies­mal kei­ne wich­ti­gen Abstim­mun­gen, dafür wur­den zum ers­ten Mal lang­jäh­ri­ge und treue Mit­glie­der geehrt.

Aus­führ­lich und mit zahl­rei­chen Bil­dern, prä­sen­tier­te der Vor­sit­zen­de den Tätig­keits­be­richt. Im Mit­tel­punkt der Akti­vi­tä­ten stan­den wie­der Auf­nah­me, Unter­brin­gung und Pfle­ge von in Not gera­te­nen Tie­ren, dar­un­ter Kat­zen, Hun­de, Enten, ein Schaf und zahl­rei­che Wild­tie­re, wie Grau­rei­her, Rin­gel­nat­ter, Igel und aller­lei Wild­vö­gel. 104 Tie­re wur­den in den Pfle­ge­stel­len des Ver­eins unter­ge­bracht. Dazu zähl­ten unter ande­rem 14 Fund­hun­de. Die Tie­re, die den Ver­ein jedoch wei­ter­hin am stärks­ten beschäf­ti­gen, sind die Kat­zen. 64 von ihnen wur­den auf­ge­nom­men und spä­ter auch ver­mit­telt.

Di Simio mahn­te, die Kat­zen­schutz­ver­ord­nung kon­se­quen­ter umzu­set­zen, wel­che die Mög­lich­keit einer Kas­tra­ti­ons- und Kenn­zeich­nungs­pflicht vor­se­he: „Lei­der gibt es vie­le Tier­hal­ter, die trotz ein­dring­li­cher Appel­le ihre Tie­re nicht kas­trie­ren und kenn­zeich­nen las­sen. Wo Appel­le jedoch nicht fruch­ten, müs­sen gesetz­li­che Rege­lun­gen her “. Für 43 Kat­zen bezahl­te der Ver­ein die Kas­tra­ti­on, was die Ver­eins­kas­se enorm belas­te. Ohne die­se stän­di­gen Kas­tra­ti­ons­ak­tio­nen wür­de sich das Pro­blem der wild­le­ben­den und her­ren­lo­sen Kat­zen jedoch jähr­lich ver­schär­fen.

Der Ver­ein sei wich­ti­ger Ansprech­part­ner für die Bevöl­ke­rung in allen tie­ri­schen Belan­gen. Mehr­fach täg­lich klin­ge­le das Tier­schutz­te­le­fon und kämen Anfra­gen per Mail oder sozia­le Netz­wer­ke. Dies zei­ge den Stel­len­wert, den der Tier­schutz mitt­ler­wei­le genie­ße. Vie­le Men­schen wür­den sehr betrof­fen auf beob­ach­te­te Miß­stän­de oder ver­letz­te und hilf­lo­se Tie­re reagie­ren und sogleich Hil­fe und Rat beim Tier­schutz­ver­ein ein­ho­len. Di Simio lob­te dabei den Ein­satz der Akti­ven im Ver­ein: “Für eine Per­son allei­ne, ist das nicht zu stem­men.“ Er erin­ner­te auch dar­an, dass es für vie­le Fäl­le eigent­lich extra dafür zustän­di­ge Behör­den gebe: „Wir über­neh­men vie­le Auf­ga­ben, die ansons­ten der öffent­li­chen Ver­wal­tung zur Last fal­len wür­den.“

Zwar wer­de die Arbeit völ­lig ehren­amt­lich geleis­tet, jedoch wer­de den Akti­ven im Ver­ein im Umgang mit Tie­ren, Behör­den, ande­ren Tier­hal­tern und bei zahl­rei­chen schwie­ri­gen Situa­tio­nen eine hohe Pro­fes­sio­na­li­tät abver­langt. „Die Arbeit im Tier­schutz­ver­ein ist mehr als nur ein Hob­by, es bedeu­tet täg­lich Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men für die in unse­re Obhut gege­be­nen Tie­re“ so Di Simio wei­ter.

Um die zuneh­mend kom­ple­xe­ren Auf­ga­ben im Ver­ein zu bewäl­ti­gen, gebe es mitt­ler­wei­le ver­eins­in­ter­ne Arbeits­grup­pen, die sich um spe­zi­el­le The­men wie Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit, Orga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen wie bei­spiels­wei­se der Teil­nah­me am Dorf­fest und am Weih­nachts­markt und der Erar­bei­tung einer Struk­tur für das künf­ti­ge Tier­heim küm­mer­ten. Auch neh­men akti­ve Mit­glie­der des Ver­eins regel­mä­ßig an Fort­bil­dun­gen teil, um die Sach­kun­de im Umgang mit Tie­ren oder in recht­li­chen Fra­gen zu erwei­tern. Wich­tig sei auch die Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Ver­bän­den oder Tier­schutz­ein­rich­tun­gen, wie bspw. Auf­fang­sta­tio­nen für Wild­tie­re oder Rep­ti­li­en, die in der Not aus­hel­fen könn­ten.

Abschlie­ßend doku­men­tier­te der Vor­sit­zen­de anhand vie­ler Bil­der den aktu­el­len Bau­fort­schritt am zukünf­ti­gen Tier­heim, dem Para­dies­hof. Dort wur­den mitt­ler­wei­le alle Fens­ter ein­ge­baut und die Fas­sa­de fer­tig gedämmt. Dem­nächst sol­len Lei­tun­gen für Strom, Hei­zung und Was­ser ver­legt wer­den.

Mit knapp 30.000 Euro schlu­gen laut Kas­sie­re­rin Danie­la Pfei­fer im ver­gan­ge­nen Jahr die Kos­ten für Pfle­ge und Ver­sor­gung der Tie­re zu buche, der Haupt­teil davon, ent­fal­le auf Tier­arzt­kos­ten. Dank zahl­rei­cher Futter‑, Sach- und Geld­spen­den konn­te die Kas­sie­re­rin den­noch einen Über­schuss von etwa 8000 Euro ver­mel­den.

Zu guter Letzt durf­te der zwei­te Vor­sit­zen­de Hil­mar Büh­ler lang­jäh­ri­ge Mit­glie­der für ihre Treue aus­zeich­nen. Für drei­ßig Jah­re Ver­eins­zu­ge­hö­rig­keit aus­ge­zeich­net wur­den in Abwe­sen­heit Char­lot­te Bau­mann und Elke Fau­ter. Für 25Jahre Mit­glied­schaft geehrt wur­den ins­ge­samt 21 Mit­glie­der, dar­un­ter die anwe­sen­de Anja Groß.