Ein Thema fürs Team

Von der Fehlerkultur in Unternehmen: IHK-Arbeitskreis Produktion 2030 bei ebm-papst in St. Georgen

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24 Arbeitskreisteilnehmer informierten sich bei ebm-papst in St. Georgen über Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung (KVP).Foto: pm

REGION (pm) – Zu den Erfolgsfaktoren der industriellen Fertigung zählen Schnelligkeit und Flexibilität. Künftig dürfte ihre Bedeutung noch steigen – und einher das Fehlerrisiko. Wie dem begegnet werden kann, darüber informierte sich der Arbeitskreis Produktion 2030 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg bei seinem Treffen bei der ebm-papst GmbH in St. Georgen. Darüber heißt es in einem IHK-Pressebericht:

„Eine falsche Komponente ist im Handumdrehen getauscht oder ein Bedienungsfehler mit wenigen Schritten behoben. Problem gelöst. Könnte man meinen. Denn wer gewährleistet, dass solche Ad-hoc-Maßnahmen überhaupt richtig und von Dauer sind, dass diese Informationen überhaupt weitergetragen werden? Nicht das Problem an sich, vielmehr der Umgang damit stellt Unternehmen immer wieder vor Herausforderungen“, resümierte Daniela Jardot, IHK-Referentin für Innovation und Technologie.

Dr. Axel Korge vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation war bei der Arbeitskreissitzung zu Gast und berichtete über die Vorteile eines „Kontinuierlichen Verbesserungsprozess“, kurz KVP. Diese Methode ist ein Werkzeug, um Fehler abzustellen und gleichzeitig Prozesse zu optimieren. Voraussetzungen seien Standardisierung, Visualisierung und Dokumentation, denn ein wesentlicher Aspekt sei die dezentrale Herangehensweise im Team. Diese Form der Beteiligung benötige eine Fehlerkultur in den Unternehmen, so Axel Korge. Die Geschäftsleitung müsse KVP vorleben und den Mitarbeitern den Rücken stärken.

Für ebm-papst stellte Werksleiter Dr. Markus Dietrich mit seinem Team verschiedene Problemlösungstechniken vor. Für ihn ist die zentrale Frage, wie man eine Kultur der ständigen Ver­besserung schaffen könne, das heißt Problemlösungstechniken in die Breite zu bringen, in dem man die Mitarbeiter befähigt, selbst komplizierte Probleme zu lösen. So wurden bei ebm-papst standardisierte KVP-Verfahren entwickelt und jeder Mitarbeiter kann sich anhand von eigens erstellten Schulungsdokumenten und Formblättern darüber informieren. Die Erfahrung zeigt: Meist genügen einfache Werkzeuge, um die meisten Probleme zu lösen – wenn die Mitarbeiter mit einem hohen Übungsanteil entsprechend geschult seien. Und die durch strukturierte Problemlösung erzielten Einsparpotenziale geben ebm-papst recht: im Geschäftsjahr 2016/2017 wurden 42 Lösungen durchgeführt mit einer Einsparung von 250.000 Euro pro Jahr.

Weitere Informationen zum Arbeitskreis sowie zur Möglichkeit der Mitarbeit gibt die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Frau Daniela Jardot, Telefon: 07721 922-121, Fax: 07721 922-9121 bzw. per E-Mail: jardot@vs.ihk.de.