IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd. Foto: pm

Steu­ern, Infra­struk­tur und Rechts­si­cher­heit: das sind laut Pres­se­mit­tei­lung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg zen­tra­le Hand­lungs­fel­der gemäß einer ers­ten Bewer­tung der jüngs­ten Unter­su­chung der Stif­tung Fami­li­en­un­ter­neh­men.

Dem­nach habe der Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land inner­halb der ver­gan­ge­nen zwei Jah­re an Boden ver­lo­ren. Fami­li­en­be­trie­be plat­zie­ren ihn aktu­ell an 16. Stel­le von ins­ge­samt 21 Län­dern. Nur die Slo­wa­kei, Japan, Frank­reich, Spa­ni­en und Ita­li­en lie­gen in der Gesamt­sicht des ZEW-Insti­tuts in Mann­heim, wel­ches die Stu­die erstellt hat, dahin­ter.

Auf die­sem Ergeb­nis kann sich ein Land wie unse­res nicht aus­ru­hen”, betont IHK-Prä­si­den­tin Bir­git Haken­jos-Boyd. „Die Wirt­schafts­kraft und Beschäf­ti­gungs­leis­tung von inha­ber­ge­führ­ten Betrie­ben ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Jeder Euro muss ver­dient wer­den, jede Inno­va­ti­on muss geschaf­fen und finan­ziert sein. Hier kann – und muss – Poli­tik aktiv wer­den.” Gera­de bei der Infra­struk­tur habe der Stand­ort Deutsch­land Hand­lungs­be­darf.

Leis­tungs­fä­hi­ge Stra­ßen und Schie­nen sind kein Selbst­zweck. flä­chen­de­cken­des Glas­fa­ser und Mobil­funk kein ‚Nice to have‘. Das Glei­che gilt für wohn­ort­na­he Schu­len.” Das alles sei essen­ti­ell für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft, die gera­de in der Flä­che und im Länd­li­chen Raum unent­behr­lich sei. „Hier braucht es in die­sem Jahr über alle poli­ti­schen Ebe­nen hin­weg Ener­gie, kon­kre­te Schrit­te und eine zeit­na­he Ver­bes­se­rung des Sta­tus-Quo.”

Die gute Kon­junk­tur der ver­gan­ge­nen Jah­re ber­ge eine zen­tra­le Gefahr. „Wir dür­fen die Leis­tung von Unter­neh­men nicht als gege­ben wahr­neh­men”, sagt die IHK-Prä­si­den­tin. Die Die­sel-Debat­te habe in ihrer geführ­ten Art zu Unsi­cher­hei­ten in der Pla­nung des Mit­tel­stands geführt. Glei­ches sei bei der Hän­ge­par­tie um den Bre­x­it der Fall, auch der Aus­bau des Mobil­funks im Länd­li­chen Raum sto­cke. Bir­git Haken­jos-Boyd: „Wo Unsi­cher­heit herrscht, wird weni­ger inves­tiert, pas­siert weni­ger Inno­va­ti­on, geschieht weni­ger Beschäf­ti­gung.” Die Leis­tungs­fä­hig­keit des Mit­tel­stands müs­se flä­chen­de­ckend unter­stützt wer­den.

Hin­ter­grund:
Das Zen­trum für Euro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) hat im Auf­trag der Stif­tung Fami­li­en­un­ter­neh­men 21 Län­der nach unter­schied­li­chen Sek­to­ren unter­sucht. Dazu gehö­ren bei­spiel­haft die Arbeits­kos­ten, die staat­li­che Regu­lie­rung, die Ent­wick­lung der Infra­struk­tur sowie der Bereich Ener­gie. Die Stif­tung umfasst rund 500 Fir­men aus ganz Deutsch­land, wel­che einen Umsatz von jähr­lich min­des­tens 100 Mil­lio­nen Euro erwirt­schaf­ten.