2019 kein Jahr zum Ausruhen

IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg zum aktuellen ZEW-Länderindex der Stiftung Familienunternehmen

Steuern, Infrastruktur und Rechtssicherheit: das sind laut Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg zentrale Handlungsfelder gemäß einer ersten Bewertung der jüngsten Untersuchung der Stiftung Familienunternehmen.

Demnach habe der Wirtschaftsstandort Deutschland innerhalb der vergangenen zwei Jahre an Boden verloren. Familienbetriebe platzieren ihn aktuell an 16. Stelle von insgesamt 21 Ländern. Nur die Slowakei, Japan, Frankreich, Spanien und Italien liegen in der Gesamtsicht des ZEW-Instituts in Mannheim, welches die Studie erstellt hat, dahinter.

„Auf diesem Ergebnis kann sich ein Land wie unseres nicht ausruhen“, betont IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd. „Die Wirtschaftskraft und Beschäftigungsleistung von inhabergeführten Betrieben ist keine Selbstverständlichkeit. Jeder Euro muss verdient werden, jede Innovation muss geschaffen und finanziert sein. Hier kann – und muss – Politik aktiv werden.“ Gerade bei der Infrastruktur habe der Standort Deutschland Handlungsbedarf.

„Leistungsfähige Straßen und Schienen sind kein Selbstzweck. flächendeckendes Glasfaser und Mobilfunk kein ‚Nice to have‘. Das Gleiche gilt für wohnortnahe Schulen.“ Das alles sei essentiell für die mittelständische Wirtschaft, die gerade in der Fläche und im Ländlichen Raum unentbehrlich sei. „Hier braucht es in diesem Jahr über alle politischen Ebenen hinweg Energie, konkrete Schritte und eine zeitnahe Verbesserung des Status-Quo.“

Die gute Konjunktur der vergangenen Jahre berge eine zentrale Gefahr. „Wir dürfen die Leistung von Unternehmen nicht als gegeben wahrnehmen“, sagt die IHK-Präsidentin. Die Diesel-Debatte habe in ihrer geführten Art zu Unsicherheiten in der Planung des Mittelstands geführt. Gleiches sei bei der Hängepartie um den Brexit der Fall, auch der Ausbau des Mobilfunks im Ländlichen Raum stocke. Birgit Hakenjos-Boyd: „Wo Unsicherheit herrscht, wird weniger investiert, passiert weniger Innovation, geschieht weniger Beschäftigung.“ Die Leistungsfähigkeit des Mittelstands müsse flächendeckend unterstützt werden.

Hintergrund:
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen 21 Länder nach unterschiedlichen Sektoren untersucht. Dazu gehören beispielhaft die Arbeitskosten, die staatliche Regulierung, die Entwicklung der Infrastruktur sowie der Bereich Energie. Die Stiftung umfasst rund 500 Firmen aus ganz Deutschland, welche einen Umsatz von jährlich mindestens 100 Millionen Euro erwirtschaften.

 

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