AOK-Bezirksrat gegen gesundheitspolitischen Zentralismus

Schwarzwald-Baar-Heuberg Der Bezirksrat der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg hat beim Tuttlinger Endoskopehersteller Karl Storz seine Frühjahrssitzung abgehalten. Ein zentrales Thema war der vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegte Entwurf eines Kassenwahl-Gesetzes.  Dazu heißt es in einer AOK-Pressmitteilung weiter:

„Die zwangsweise bundesweite Öffnung regionaler Krankenkassen lehnen wir klar ab. Wir brauchen nicht mehr Zentralismus im Gesundheitswesen, sondern einen Wettbewerb um die beste regionale Versorgungsgestaltung“, machte Roland Eckhardt, alternierender Bezirksratsvorsitzender von der Arbeitgeberseite, deutlich. „Mit der Hausarztzentrierten Versorgung haben wir in den vergangenen Jahren in der Region ein Beispiel dafür geschaffen, wie Fortschritt im Gesundheitswesen vor Ort und gemeinsam mit den Ärztepartnern gestaltet werden kann.“ Solche Lösungen erforderten mehr, nicht weniger regionale Gestaltungsfreiheit.

Auch die in diesem Gesetzentwurf formulierten Pläne zur Neuorganisation des GKV-Spitzenverbandes stießen im AOK-Bezirksrat auf Ablehnung. Geplant sei, dass der Verwaltungsrat dieses bundesweiten Verbandes zukünftig aus hauptamtlichen Vertretern der Krankenkassen zusammengesetzt sein soll. „Das steht völlig im Widerspruch zum Prinzip der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen“, erklärte dazu Oliver Böhme, alternierender Bezirksratsvorsitzender von der Versichertenseite. „Diese Pläne dürfen nicht verwirklicht werden, da damit weiteren Eingriffen in die Selbstverwaltung Tor und Tür geöffnet werden.“

Seine Kritik am Kassenwahl-Gesetz hat der AOK-Bezirksrat in einer einstimmig angenommenen Resolution geäußert.

Die Tagung bei der Firma Karl Storz hat der Bezirksrat auch dazu genutzt, sich über das Unternehmen zu informieren. Zwischen AOK und dem MedizintechnikunternehmenKarl Storz, einem der größten Arbeitgeber in Tuttlingen, bestehen viele gemeinsame Schnittstellen, was eine optimale Versorgung der Versicherten und Mitarbeiter anbelangt. „Uns vor Ort einen Eindruck zu verschaffen, hilft uns, weitere Impulse für unsere Kooperation

 

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