ArteM in Waldmössingen wird Ende März geschlossen. Foto: him.

SCHRAMBERG  (him) – Der Möbel­her­stel­ler ArteM wird am 31. März 2017 die Pro­duk­ti­on in Wald­mös­sin­gen ein­stel­len. Das hat die Geschäfts­lei­tung am Diens­tag­vor­mit­tag bei einer Betriebs­ver­samm­lung den noch 157 Mit­ar­bei­tern ver­kün­det.

IG-Metall-Sekre­tär Ste­fan Prut­scher hat die Infor­ma­ti­on gegen­über der NRWZ bestä­tigt. ArteM sei von 400 Mit­ar­bei­tern auf zuletzt etwa 150 geschrumpft, Auf­trä­ge und Umsät­ze sei­en dras­tisch zurück­ge­gan­gen. Die zum Hüls-Kon­zern gehö­ren­de Fir­ma war aus der tra­di­ti­ons­rei­chen Schram­ber­ger Fir­ma Möbel Moser her­vor­ge­gan­gen.

Gegen­über dem Bran­chen­dienst moebelkultur.de hat Oli­ver Bia­lo­wons, Geschäfts­füh­rer des ArteM Mut­ter­un­ter­neh­mens Hüls, frü­her Hüls­ta,  erklärt: „Das Gan­ze ist fried­lich und pro­fes­sio­nell über die Büh­ne gegan­gen.“ Bestehen­de Auf­trä­ge sol­len noch frist­ge­recht abge­ar­bei­tet wer­den.  Das Ende des Wer­kes kos­te die Hüls-Grup­pe einen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag. „Wir bewe­gen uns im Rah­men unse­rer Finan­zie­rung“, zitiert moebelkultur.de Bia­lo­wons. Der Umsatz sei von 107 Mil­lio­nen Euro vor zehn Jah­ren auf der­zeit etwa 40 Mil­lio­nen Euro ein­ge­bro­chen.

In den letz­ten Jah­ren habe die Geschäfts­lei­tung ver­schie­de­ne Ver­su­che unter­nom­men, ArteM erfolg­rei­cher zu machen, etwa indem eine Mar­ke dar­aus geschaf­fen wer­den soll­te, dies sei aber miss­lun­gen, so Prut­scher. Auch Ver­kaufs­ge­sprä­che mit mög­li­chen Inter­es­sen­ten sei­en geschei­tert.

Die IG-Metall habe mit der Geschäfts­lei­tung einen Sozi­al­plan und eine Trans­fer­ge­sell­schaft ver­ein­bart. „Die Beleg­schaft war vor­be­rei­tet.“  Es habe natür­lich in der Betriebs­ver­samm­lung kei­nen Bei­fall gege­ben, aber „lie­ber ein Ende mit Schre­cken als ein Schre­cken ohne Ende.“ Ein Insi­der meint: „Die Mit­ar­bei­ter sind jeden­falls sehr gebü­gelt.”

Das Werk in Wald­mös­sin­gen habe wegen sei­ner Grö­ße – die Fabrik­hal­le ist etwa 600 Meter lang – hohe Fix­kos­ten ver­ur­sacht und sei zu wenig aus­ge­las­tet gewe­sen. Die Möbel­bran­che ins­ge­samt klagt über  gro­ße Über­ka­pa­zi­tä­ten.

Obrbür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog war „über­rascht von der Nach­richt”, die er auf nrwz.de gele­sen hat­te. Er bedaue­re sehr den Ver­lust von mehr als 150 Arbeits­plät­zen in der Stadt.

Was mit dem Werk in Wald­mös­sin­gen gesche­hen soll, ist noch offen.