ArteM: letzte Gebäudeteile verkauft

ArteM: letzte Gebäudeteile verkauft

Ein knappes Jahr ist es her, seit beim Möbelhersteller ArteM in Waldmössingen endgültig die Lichter ausgingen. Jetzt hat der Mutterkonzern Hülsta auch die letzten Teile der riesigen Fabrikhalle in Waldmössingen verkauft.

Einen guten halben Kilometer lang sind die Hallen der ehemaligen Möbelfabrik ArteM im Waldmössinger Gewerbegebiet. Foto: him

Magazin 17: Marktlücke entdeckt

Schon im vergangenen Sommer hatte die benachbarte Firma SW den vorderen Teil des Geländes mit 43.500 Quadratmetern erworben. In der Mitte waren Karin Eichenlaub und ihr  Ehemann Jürgen Kaupp eingestiegen. Sie haben dort ihr „Magazin 17“ gegründet, das Privatleuten und Firmen Garagenboxen und Lagerflächen anbietet. Motorboote, Wohnmobile, Lagergut, Maschinen, Kraftfahrzeuge aller Art können die Kunden nach ihren Angaben kostengünstig, sauber und sicher einlagern.  „Die Nachfrage nach Boxen und Stellplätzen ist groß“, erklärt Jürgen Kaupp. Daher haben die Beiden kürzlich weitere 6000 Quadratmeter Halle von ArteM dazugekauft.

Für die Waldmössinger Gewerbeschau im September gibt es große Pläne: „Zusammen mit jungen Leuten aus verschiedenen Vereinen planen wir auf dem Freigelände die Messeparty zu ‚Waldmössingen pulsiert!’“, kündigt Eichenlaub an.

„Festplatz“ bei Gewerbeschau. Foto: ke

Das letzte, hintere  Hallenteil hat nun die Spittelbau aus Schramberg „zur weiteren Vermarktung und Verwendung durch Dritte“ übernommen. Die Immobilienfirma hat laut Pressemitteilung den Auftrag, „Investoren, Mieter oder Käufer für das Ganze oder für Teile der Halle und/oder des Freigeländes zu akquirieren“.

Spittelbau vermarktet den Rest

Das etwa 33.000 Quadratmeter  große Grundstück und die Halle mit etwa 17.000 Quadratmetern könnte man auch in kleinere Einheiten unterteilen. „Entsprechende Vorstellungen sind vorhanden und teilweise auch bereits auf ihre Machbarkeit untersucht“, schreibt die Spittelbau. Allerdings gelte es, die Brandschutzvorschriften zu beachten. Auch die Zufahrts- und Überfahrtsproblematik müsse berücksichtigt werden.

Die noch unverwerteten Hallenteile seien „relativ neu und in einem guten Zustand“ und könnten, nach entsprechenden Umbauten als Produktions- und Lagerflächen genutzt werden.

SW: Lagerflächen und Mitarbeiterparkplätze

Die Schwäbischen Werkzeugmaschinen (SW) nutzen ihre knapp 44.000 Quadratmeter derzeit als Lagerflächen für Produktionsmaterial, bestätigt Amelie Kneer auf Nachfrage der NRWZ.  Es gäbe bisher keine Pläne, in den Hallen auch zu produzieren. Die ehemaligen Büros habe das Unternehmen vermietet, so Kneer. Auf den Flächen seitlich und vor dem früheren ArteM-Bau parken die Mitarbeiter. 

Die Waldmössinger sind offenbar froh, dass der Komplex weiterhin gut genutzt wird. „Viele Waldmössinger waren hier bei ArteM berufstätig und verfolgen nun neugierig die weitere Entwicklung“, beobachtet Eichenlaub. Erst kürzlich sei eine Rentnergruppe im „Magazin 17“ vorbeigekommen und habe sich gefreut, „dass die ehemaligen ArteM-Hallen nicht zu einer Industrie-Ruine verkommen“.  

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 17. Februar 2018 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/wirtschaft/artem-letzte-gebaeudeteile-verkauft/196743