Aufschwung hat an Breite gewonnen

IHK-Wirtschaftslagebericht zum Herbst: Fachkräftemangel als Wachstumsbremse

REGION (pm) – Bei der aktu­el­len Kon­junk­tur­um­fra­ge der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg zum Herbst berich­ten zwei Drit­tel der regio­na­len Unter­neh­men von gut lau­fen­den Geschäf­ten. In einer IHK-Pres­se­mit­tei­lung heißt es wei­ter:

Die Stim­mung bei unse­ren Fir­men ist nicht nur bes­ser als noch im Früh­som­mer die­ses Jah­res, son­dern liegt auch über dem Lan­des­durch­schnitt“, sagt IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Albiez. Damit hat sich der Auf­schwung in der Regi­on wei­ter ver­fes­tigt und noch­mals an Brei­te gewon­nen.

Von der posi­ti­ven Kon­junk­tur pro­fi­tie­ren ins­be­son­de­re die Indus­trie und das Kre­dit­ge­wer­be aus der Regi­on. So ver­zeich­nen 70 Pro­zent der Indus­trie­un­ter­neh­men und 81 Pro­zent der Kre­dit­in­sti­tu­te gut lau­fen­de Geschäf­te. In allen Bran­chen domi­nie­ren die posi­ti­ven Urtei­le zur aktu­el­len Geschäfts­si­tua­ti­on.

Fachkräftemangel macht Sorge

Aller­dings begrenzt der seit Jah­ren bestehen­de Man­gel an Fach­kräf­ten die Wachs­tums­chan­cen zahl­rei­cher Unter­neh­men. Rund zwei Drit­tel der regio­na­len Fir­men kön­nen der­zeit offe­ne Stel­len nicht beset­zen, weil sie nicht die pas­sen­den Fach­kräf­te fin­den. Mehr Aus­bil­dung, die Erhö­hung der Arbeit­ge­ber-Attrak­ti­vi­tät, Umstruk­tu­rie­run­gen und eine ver­stärk­te Wei­ter­bil­dung ste­hen des­halb ganz oben auf der Agen­da der regio­na­len Wirt­schaft.

Die Befra­gungs­er­geb­nis­se zu den Export­aus­sich­ten sowie zur Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft im Inland las­sen die Unsi­cher­heit erken­nen, mit der auch die regio­na­len Fir­men kon­fron­tiert sind. Die welt­wei­ten Kri­sen­her­de, der Bre­x­it sowie die Poli­tik der US-Regie­rung sind in ihren Aus­wir­kun­gen auf die regio­na­le Wirt­schaft schwer abschätz­bar. „Bei den Unter­neh­men ist die Sor­ge um die unsi­che­re geo­po­li­ti­sche Situa­ti­on deut­lich spür­bar“, so Tho­mas Albiez.

Sorge um die unsichere geopolitische Situation

 

Die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit kön­ne durch die wach­sen­den, welt­wei­ten Abschot­tungs­ten­den­zen wei­te­re Rück­schlä­ge erlei­den. Der Frei­han­del wer­de beschränkt, Vor­tei­le in Fra­ge gestellt. „Die poli­ti­sche und damit auch die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät Euro­pas ist aus Sicht vie­ler Betrie­be durch popu­lis­ti­sche und natio­na­lis­ti­sche Ten­den­zen gefähr­det.“

Kon­flikt­her­de, wie die unge­lös­te Migra­ti­ons­fra­ge, befeu­er­ten die Unsi­cher­heit auch in der Wirt­schaft. „Für die deut­sche Wirt­schaft ist es des­halb umso wich­ti­ger, dass die neue Bun­des­re­gie­rung rasch für ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen sorgt und in Bil­dung sowie den Aus­bau der Infra­struk­tur inves­tiert“, so Tho­mas Albiez.

Was die Geschäfts­er­war­tun­gen für die kom­men­den Mona­te betrifft, geht die regio­na­le Wirt­schaft von einer Fort­set­zung der aktu­el­len Ent­wick­lung aus. Auf­fal­lend zuver­sicht­lich sind die regio­na­len Händ­ler, bei denen nahe­zu die Hälf­te zukünf­tig mit noch bes­se­ren Geschäf­ten rech­net. Hier spielt sicher­lich das kom­men­de Weih­nachts­ge­schäft als Son­der­fak­tor in die Beur­tei­lung hin­ein.

Die Per­so­nal­pla­nun­gen der Fir­men sehen kei­ne gro­ßen Ver­än­de­run­gen vor. Eine Aus­nah­me bil­det hin­ge­gen das regio­na­le Kre­dit­ge­wer­be: Hier erwar­tet eine Mehr­heit von 63 Pro­zent einen zukünf­tig gerin­ge­ren Per­so­nal­be­stand. Im Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be hin­ge­gen möch­te die Hälf­te künf­tig mehr Per­so­nal ein­stel­len. Der Fach­kräf­te­man­gel wird in die­ser Bran­che beson­ders deut­lich.

Info zum IHK-Kon­junk­tur­kli­ma­in­di­ka­tor: Das aktu­el­le Kon­junk­tur­kli­ma der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg liegt leicht über dem Lan­des­durch­schnitt. In die Berech­nung für den IHK-Kli­ma­in­di­ka­tor gehen sowohl die Ein­schät­zun­gen für die aktu­el­le Geschäfts­la­ge zum Herbst 2017 wie auch die Erwar­tun­gen für die nächs­ten zwölf Mona­te ein.