Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen (pm) – Die Wirt­schaft in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg pro­fi­tiert nach wie vor von einer unge­wöhn­lich lan­gen Auf­schwung­pha­se. Wäh­rend die füh­ren­den Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tu­te in ihrem Herbst­gut­ach­ten fest­stel­len, dass der Auf­schwung in der deut­schen Wirt­schaft an Fahrt ver­liert, ist die aktu­el­le Stim­mung bei den regio­na­len Unter­neh­men noch so gut wie vor einem Jahr. Das ergab der aktu­el­le Kon­junk­tur­be­richt der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg zum Herbst des lau­fen­den Jah­res. Hier­über infor­miert die IHK in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Zwei Drit­tel unse­rer Fir­men berich­ten von gut lau­fen­den Geschäf­ten“, bewer­tet IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Albiez das Umfra­ge­er­geb­nis. „Das ist umso erstaun­li­cher, weil die poli­ti­schen Unsi­cher­hei­ten grö­ßer gewor­den sind. Die US-Regie­rung han­delt immer unbe­re­chen­ba­rer, wir sehen die Zuspit­zung der Wäh­rungs­kri­se in der Tür­kei sowie ein Über­schwap­pen auf ande­re Schwel­len­län­der. Außer­dem das Wie­der­auf­flam­men der Ban­ken- und Staats­schul­den­kri­se, aus­ge­löst durch die hohe Ver­schul­dung Ita­li­ens und außer­dem wächst die Gefahr eines unge­ord­ne­ten Bre­x­it.“

Auch die Geschäfts­er­war­tun­gen bewe­gen sich wei­ter­hin auf hohem Niveau. 29 Pro­zent gehen in den kom­men­den zwölf Mona­ten von bes­ser lau­fen­den Geschäf­ten aus, eine Mehr­heit von 63 Pro­zent rech­net zumin­dest mit einer Sta­bi­li­sie­rung. Die hohe Kapa­zi­täts­aus­las­tung sowie die nach wie vor güns­ti­ge Finan­zie­rungs­si­tua­ti­on beflü­geln die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der Unter­neh­men. 43 Pro­zent beab­sich­ti­gen, zukünf­tig noch mehr zu inves­tie­ren. Dabei geht es in ers­ter Linie dar­um, den Ersatz­be­darf zu decken, aber auch um not­wen­di­ge Ratio­na­li­sie­rungs­in­ves­ti­tio­nen.

Rund zwei Drit­tel der Fir­men aus der Regi­on bewer­ten den anhal­ten­den Fach­kräf­te­man­gel als Haupt­ri­si­ko für ihre wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, ins­be­son­de­re auch die Trans­port­bran­che. „Allein im Bereich Spe­di­ti­on und Logis­tik feh­len bun­des­weit etwa 45.000 Berufs­kraft­fah­rer/-innen“, so Chris­ti­an Mat­hau­er, Pro­ku­rist der FET Funk-Express-Trans­por­te GmbH & Co. KG aus Dau­ch­in­gen.

Trotz ver­ein­zelt gedämpf­ter Geschäfts­er­war­tun­gen hal­ten die aktu­el­le Kon­junk­tur­la­ge und der flo­rie­ren­de Online-Han­del die Nach­fra­ge nach Trans­port­ka­pa­zi­tä­ten zumin­dest bis­her auf hohem Niveau. Gleich­zei­tig wird es immer schwie­ri­ger, jun­ge Men­schen für eine Aus­bil­dung zum Berufs­kraft­fah­rer zu gewin­nen. Und dies in einem immer stär­ker umkämpf­ten Trans­port­markt, in dem gel­ten­de Stan­dards teil­wei­se unter­lau­fen wer­den und der Wett­be­werb inner­halb der EU nicht immer fair abläuft. Die Umset­zung EU-weit ein­heit­li­cher Stan­dards und deren wirk­sa­me Kon­trol­le sind zumin­dest kurz­fris­tig nicht in Sicht”, so Mat­hau­er wei­ter.

Trotz der zuneh­men­den Pro­ble­me, qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te zu bekom­men, hal­ten 35 Pro­zent der regio­na­len Fir­men an ihrer Absicht fest, in der nahen Zukunft ihre Beschäf­tig­ten­zahl zu erhö­hen. „Sie wol­len dazu ver­stärkt in die Aus­bil­dung sowie in eine Stei­ge­rung ihrer Attrak­ti­vi­tät als Arbeit­ge­ber inves­tie­ren“, sagt Tho­mas Albiez. Um auch Fach­kräf­te aus Nicht-EU-Län­dern ein­stel­len zu kön­nen, wünscht sich die regio­na­le Wirt­schaft bes­se­re Sprach­kennt­nis­se der Bewer­ber sowie ein­fa­che­re admi­nis­tra­ti­ve Ver­fah­ren.

Aller­dings hin­ter­lässt das unsi­che­re außen­wirt­schaft­li­che Umfeld zuneh­mend Spu­ren bei den Export­aus­sich­ten. Der Anteil der regio­na­len Fir­men, der künf­tig mit höhe­ren Aus­fuh­ren rech­net, hat sich von 51 Pro­zent im Früh­som­mer auf aktu­ell 36 Pro­zent ver­rin­gert.