„Innovation ist die elementare Energiequelle“, war sich die Runde beim Begrüßungstalk einig. Von links: Moderatorin Katrin-Cécile Ziegler, IHK-Vizepräsident Dr. Steffen P. Würth, Dr. Harald Stallforth (Vorstandsvorsitzender von TechnologyMountains) und Prof. Dr. Axel Sikora (stellvertretender Institutsleiter bei Hahn-Schickard).

Neue Tech­no­lo­gi­en, Sys­te­me und Ver­fah­ren wer­den unse­re Arbeits­welt grund­le­gend ver­än­dern – doch wel­che Inno­va­tio­nen sind beson­ders beach­tens­wert? Dar­über berich­te­ten Pro­fes­sor Dr. Peter Post, Wis­sen­schafts­rat der Bun­des­re­gie­rung und Lei­ter der For­schung bei Festo, und Olli Liin­a­maa, Pro­jekt­ma­na­ger für das 5G-Test-Netz­werk der Nokia Group Finn­land, beim Tech­no­lo­gy­Moun­tains Inno­va­ti­ons­fo­rum in Donau­eschin­gen. Dazu heißt es wei­ter in einer IHK-Pres­se­mit­tei­lung:

Damit haben Tech­no­lo­gy­Moun­tains, die Hahn-Schickard-Gesell­schaft für ange­wand­te For­schung und die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg zum 11. Mal eine Platt­form für inno­va­ti­ve Ide­en zwi­schen Exper­ten aus Indus­trie und Wis­sen­schaft gebo­ten.

Unse­re Unter­neh­men kön­nen ihren Spit­zen­platz nur hal­ten, wenn die digi­ta­le Infra­struk­tur kon­se­quent aus­ge­baut wird und wenn kon­ti­nu­ier­lich neue Inno­va­tio­nen und Ent­wick­lun­gen gera­de auch von den klei­ne­ren und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men erar­bei­tet wer­den“, sag­te IHK-Vize­prä­si­dent Dr. Stef­fen P. Würth vor den rund 200 Unter­neh­mern, Ent­wick­lungs­lei­tern und Inge­nieu­ren. Ziel der IHK sei es, gemein­sam mit Tech­no­lo­gy­Moun­tains und Hahn-Schickard die Mikro-, Medi­zin- und Kunst­stoff­tech­nik zu ver­net­zen. So sol­len nach­hal­ti­ge Wett­be­werbs­vor­tei­le für die Unter­neh­men erzielt wer­den: „Inno­va­ti­on ist ein Aspekt, der unglaub­lich wich­tig ist, es ist die ele­men­ta­re Ener­gie­quel­le.“

Das beton­ten uni­so­no auch Dr. Harald Stall­forth, Vor­stands­vor­sit­zen­der von Tech­no­lo­gy­Moun­tains, und Prof. Dr. Axel Siko­ra, stell­ver­tre­ten­der Insti­tuts­lei­ter bei Hahn-Schickard, beim Begrü­ßungs­talk mit dem IHK-Vize­prä­si­den­ten: „Aus Netz­wer­ken ent­ste­hen Inno­va­tio­nen.“

Auch die dies­jäh­ri­gen Aus­stel­ler des Forums hat­ten eini­ges zu bie­ten – vom Arbeits­platz 4.0 über Augu­men­ted Rea­li­ty Lösun­gen für den Maschi­nen­bau und selbst­ler­nen­de intel­li­gen­te Soft­ware­lö­sun­gen bis hin zu High-End 3D-Druck Tech­ni­ken wur­de den rund 200 Teil­neh­mern eini­ges gebo­ten.

Pro­fes­sor Peter Post sprach in sei­ner Key­note über die Zukunft der intel­li­gen­ten Fabrik. Um lang­fris­tig erfolg­reich zu sein, sei Nach­hal­tig­keit ein ganz wesent­li­cher Aspekt. „Clean und green sind lang­fris­ti­ge Anfor­de­run­gen (…) Die Digi­ta­li­sie­rung ist eine Not­wen­dig­keit, aber die­ses Rad kann kei­ner der Akteu­re allein dre­hen“, schil­der­te der Wis­sen­schafts­rat. Am Bei­spiel von Bio­ni­cAnts, mikro­elek­tro­nisch mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren­den Amei­sen, erklär­te er etwa das koope­ra­ti­ve Ver­hal­ten nach bio­lo­gi­schen Vor­bild.

Für die vier Dimen­sio­nen der Indus­trie 4.0 sei­en die soge­nann­te hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le Inte­gra­ti­on, inte­grier­tes Engi­nee­ring sowie die Mensch-Ori­en­tie­rung maß­geb­lich. „Ein im Jahr 2000 gebo­re­ner, der jetzt anfängt zu stu­die­ren, kann mit die­sem Wis­sen logi­scher­wei­se nicht sein gan­zes Berufs­le­ben bis 2070 über­ste­hen“, ver­deut­lich­te er. Dies hät­ten vie­le Unter­neh­men jedoch noch nicht genü­gend ver­in­ner­licht, weder für ihre Mit­ar­bei­ter noch für sich selbst.

Key­notespeaker Olli Liin­a­maa ent­führ­te die Zuhö­rer mit sei­nem Vor­trag in den Mobil­te­le­fo­nie-Stan­dard der 5. Genera­ti­on (5G). Die Test­netz­werk-Ein­rich­tun­gen im fin­ni­schen Oulu bie­te eine hoch­mo­der­ne Test­platt­form für For­schung und Ent­wick­lung sowie für Ver­su­che und Demons­tra­tio­nen diver­ser For­schungs­part­ner. „5G kann viel mehr als nur Kon­su­men­ten-Anwen­dun­gen: Pfle­ge, eFit­ness, eHe­alth im Kran­ken­haus, selbst­fah­ren­de Autos, digi­ta­le Fabri­ken, Medi­en­pro­duk­ti­on und Ver­trieb“, stell­te Liin­a­maa eini­ge Anwen­dungs­fäl­le vor.

Bis die 5G-Tech­no­lo­gie in Süd­deutsch­land ankommt, rech­nen die Exper­ten des Forums aller­dings noch mit einem wei­ten Weg. Sowohl Fra­gen der Sicher­heit müs­sen Teil der Ent­wick­lung sein als auch stren­ge Regeln für öffent­li­che Netz­wer­ke auf­ge­stellt wer­den. Vor allem aber wird es mit der Ange­bots­ver­bes­se­rung für schwach besie­del­te Lan­des­tei­le noch dau­ern. Die meis­ten länd­li­chen Regio­nen in Süd­deutsch­land steck­ten noch heu­te im 3G-Zeit­al­ter.

Ein flä­chen­de­cken­der und leis­tungs­fä­hi­ger Mobil­funk ist für die Wirt­schafts­kraft des Mit­tel­stan­des unver­zicht­bar“, so Dr. Würth. Die Ver­ant­wort­li­chen der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg üben des­halb den Schul­ter­schluss. Denn: „Unse­ren Spit­zen­platz bei Inno­va­ti­on und Digi­ta­li­sie­rung wer­den unse­re Unter­neh­men nur hal­ten, wenn auch die digi­ta­le Infra­struk­tur in der Flä­che Schritt hält. Sie muss leis­tungs­fä­hig und zukunfts­fest sein.”