Ausbildung: Herzstück der Wirtschaft

Gleichwertigkeit zum Studium muss umfassend umgesetzt werden / IHK-zieht positive Ausbildungsbilanz

Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2019 bricht ein Trend der letzten Jahre: Die Anzahl der neugeschlossenen Auszubildendenverträge ist im Oktober in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg erstmals leicht rückläufig. Das berichtet die IHK in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es da:

In absoluten Zahlen wurden in diesem Jahr 33 weniger Neuverträge geschlossen als im Jahr zuvor, was einem geringen Rückgang von 1,2 Prozent entspricht (2643 gegenüber 2676 im Oktober 2018). Im landesweiten Vergleich steht die Region dennoch gut dar.

Bettina Schuler-Kargoll, Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg sieht die aktuelle Situation deshalb nicht nur negativ: „Die vergleichsweise geringe Abbruchquote von etwa fünf Prozent spricht für die berufliche Ausbildung. Die regionalen Betriebe können ihre Fachkräfte von morgen passgenau und regional ausbilden: Dies bildet das Herzstück unserer Wirtschaft“, sagte sie im Rahmen eines Pressegesprächs in der IHK.

„Die Zukunftsfähigkeit unserer Region beginnt damit, junge Menschen und Unternehmen passend zusammenzubringen“, erklärt Martina Furtwängler, IHK-Fachbereichsleiterin Bildungsprojekte. Sie skizziert die drei Handlungsfelder der IHK wie folgt: „Die IHK wird die auch in Zukunft die Berufsorientierung an den Schulen, unter Einbindung der Eltern in Formaten wie dem Eltern World Café, weiter intensivieren. Studienabbrecher wollen wir einen reibungslosen und schnellen Transfer in eine Ausbildung bieten. Und die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist uns auch weiterhin ein Anliegen.“

Die Anerkennung der Gleichwertigkeit sei bereits weit fortgeschritten, jedoch komme die Akzeptanz in der Gesellschaft nur langsam voran. „Es freut uns jedoch zu sehen, dass über die Jahre die Zahl der Auszubildenden mit Abitur zugenommen hat. Dies demonstriert eine breitere Anerkennung der beruflichen Ausbildung“, so Bettina Schuler-Kargoll. „Jedoch sehen wir alle beteiligten Akteure in der Bildungspolitik in der der Verantwortung, die Rahmenbedingungen für Auszubildende und Ausbilder zukunftsfähig zu gestalten.“

Dazu gehörten die Konzentration der allgemeinbildenden Schulen auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen, um ein stabiles Fundament für die Weiterbildung zu legen. Zweitens müssten Berufsschulen ihre Lehrpläne flexibel gestalten können, um auf veränderte Anforderungen aus der Wirtschaft reagieren zu können und in der finanziellen Ausstattung auch vielversprechende Ansätze wie das Video Learning mitberücksichtigt werden. Zu guter Letzt sollten Mischformen aus beruflicher und akademischer Bildung optimiert und neue getestet werden.

Die Durchlässigkeit zwischen hochschulischer und beruflicher Bildung sei zukunftsweisend – neue, anspruchsvolle Berufsbilder an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis erfordern eine passende, moderne Ausbildung. „Die wird auch gut angenommen, wie Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez betont: „Die Grundlage der dualen Ausbildung sind Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss. Aber immer mehr Gymnasiasten gehen mittlerweile in eine Ausbildung.“


StudiumPlus.
Die Jugendlichen erwerben innerhalb von kurzer Zeit gleichzeitig einen beruflichen IHK-Abschluss und eine akademische Qualifizierung an der Hochschule Furtwangen. Bisher sehr erfolgreich läuft die Kombination „Ausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler“ mit Studium zum Informatiker. Neu im Programm von IHK und HFU ist der Industriekaufmann in Kombination mit dem Studium zum Wirtschaftsingenieur.

 

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