Ausbildung in Teilzeit – ein Erfolgsmodell

Kontaktstelle Frau und Beruf

(Von links): Silvia Kimmich-Bantle (Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt), Martina Furtwängler (Geschäftsbereichsleiterin Bildung bei der IHK) und Miriam Kammerer, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf freuen sich mit Claudia Prizkau und Kornelia Flöß über die begonnene Teilzeitausbildung. Foto: pm

Clau­dia Priz­kau ist 23 Jah­re alt, Mut­ter eines ein­ein­halb­jäh­ri­gen Soh­nes und Aus­zu­bil­den­de als Kauf­frau für Büro­ma­nage­ment im Finanz-Kom­pe­tenz-Zen­trum Tros­sin­gen. Dass sie trotz Klein­kind eine Aus­bil­dung machen kann, ver­dankt sie unter ande­rem dem Modell der Teil­zeit­aus­bil­dung.

Ihre Che­fin, Kor­ne­lia Flöß, ist vor etwa einem hal­ben Jahr auf die­se Form der Aus­bil­dung gesto­ßen. Sie war zu Gast bei einer Ver­an­stal­tung der Kon­takt­stel­le Frau und Beruf Schwarz­wald-Baar-Heu­berg. Die Kon­takt­stel­le ist als Trä­ger­ver­bund zwi­schen der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg und der Hand­werks­kam­mer Kon­stanz (HWK) in den Räu­men der IHK in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen ange­sie­delt.

Bei der Ver­an­stal­tung wur­de unter ande­rem die­se Aus­bil­dung in Teil­zeit vor­ge­stellt. Die­se Form der Aus­bil­dung rich­tet sich zum Bei­spiel an Müt­ter und Väter mit Klein­kin­dern, Aus­zu­bil­den­de, die Ange­hö­ri­ge pfle­gen oder kör­per­lich Benach­tei­lig­te. Im Grun­de kann jede Aus­bil­dung auch in Teil­zeit absol­viert wer­den, der Abschluss wird am Ende voll aner­kannt. Eine Teil­zeit­aus­bil­dung kann zwi­schen zwei und vier Jah­re dau­ern je nach Arbeits­zeit und Aus­bil­dungs­be­ruf, erklärt Miri­am Kam­me­rer, Lei­te­rin der Kon­takt­stel­le Frau und Beruf.

Kor­ne­lia Flöß war sofort inter­es­siert dar­an, die Teil­zeit­aus­bil­dung in ihrer Nie­der­las­sung der Deut­schen Ver­mö­gens­be­ra­tung anzu­bie­ten und knüpf­te direkt bei der Ver­an­stal­tung Kon­takt mit Mar­ti­na Furt­wäng­ler, Geschäfts­be­reichs­lei­te­rin Bil­dung bei der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg und Sil­via Kim­mich-Bant­le, Beauf­trag­te für Chan­cen­gleich­heit am Arbeits­markt bei der Agen­tur für Arbeit Rott­weil – Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen.

Sil­via Kim­mich-Bant­le stell­te den Kon­takt zu Clau­dia Priz­kau her, die sich direkt bei Kor­ne­lia Flöß um die Aus­bil­dung bewarb. „Das hat sofort gepasst“, ist Kor­ne­lia Flöß von ihrer neu­en Aus­zu­bil­den­den begeis­tert. Seit 1. Sep­tem­ber macht Clau­dia Priz­kau ihre Aus­bil­dung. Sie hat eine 28-Stun­den Woche inklu­si­ve Berufs­schu­le. Vier Tage in der Woche ist sie halb­tags im Büro in Tros­sin­gen und einen gan­zen Tag in der Berufs­schu­le in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen.

Eine Tages­mut­ter und die Mut­ter von Priz­kau über­neh­men wäh­rend der Arbeits­zeit die Betreu­ung des Soh­nes. Die Agen­tur für Arbeit unter­stützt die jun­ge Mut­ter in Form eines Zuschus­ses für die Kin­der­be­treu­ung, auch Rei­se­kos­ten bekommt Priz­kau erstat­tet. „Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten, jun­ge Müt­ter und Väter und auch die Betrie­be bei der Aus­bil­dung zu unter­stüt­zen“, weist Sil­via Kim­mich-Bant­le auf das Ange­bot der Agen­tur für Arbeit hin.

Der Aus­bil­dungs­ver­trag wird auch bei einer Teil­zeit­aus­bil­dung ganz regu­lär über die jewei­li­ge Kam­mer abge­schlos­sen, in die­sem Fall mit der IHK. „Noch gibt es weni­ge Teil­zeit­aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se in der Regi­on, vie­le Betrie­be ken­nen die­se Form der Aus­bil­dung noch nicht“, sagt Mar­ti­na Furt­wäng­ler. Umso mehr freut es die Geschäfts­be­reichs­lei­te­rin, dass es bei Kor­ne­lia Flöß und Clau­dia Priz­kau geklappt hat. Jeder Wunsch nach Teil­zeit­aus­bil­dung wird von den Aus­bil­dungs­be­ra­tern der Kam­mer indi­vi­du­ell geprüft. Bei der jun­gen Mut­ter aus Tros­sin­gen lag ein kla­rer Anspruch vor.

Kor­ne­lia Flöß wür­de sofort wie­der eine Teil­zeit­aus­bil­dung anbie­ten, sagt sie. Der Betreu­ungs­auf­wand pas­se genau zu ihrem Büro mit drei Mit­ar­bei­tern und sie hat eine moti­vier­te, ziel­stre­bi­ge Aus­zu­bil­den­de. Zwei Jah­re dau­ert die Aus­bil­dung, Clau­dia Priz­kau bekommt auf­grund einer bereits ange­fan­ge­nen Leh­re vor der Geburt des Kin­des eine Lehr­zeit­ver­kür­zung. Sie wird wäh­rend der Aus­bil­dungs­zeit wei­ter­hin von der Agen­tur für Arbeit betreut.

Wer sich für wei­te­re Infor­ma­tio­nen rund um die Teil­zeit­aus­bil­dung inter­es­siert, kann sich ger­ne bei der Kon­takt­stel­le Frau und Beruf (07721 922502) oder bei der Beauf­trag­ten für Chan­cen­gleich­heit am Arbeits­markt (0741 492347) mel­den.