b2 Biomarkt GmbH: Drei Gründer, die mit ihrem Unternehmen den Profit maximieren möchten. Aber nicht für sich, sondern für die Region und die Umwelt. Maximilian Bess, Sabine Franz und Stefan Schopf (v. l.) verkaufen mit den b2 Biomärkten und ihren 90 Mitarbeitern nicht nur biologisch erzeugte Lebensmittel. Foto: L-Bank / Wagenhan

Am Diens­tag sind in Stutt­gart Unter­neh­mer­per­sön­lich­kei­ten aus­ge­zeich­net wor­den, die Ein­druck hin­ter­las­sen. So das Mot­to des Lan­des­prei­ses der L-Bank. Einer der Preis­trä­ger: der b2 Bio­markt aus Balingen, der in Rott­weil eine Filia­le betreibt. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

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Innovation, Kreativität und Mut ausgezeichnet

Mit den Preis­trä­gern des Lan­des­prei­ses zeich­nen wir die zehn bes­ten jun­gen Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer 2016 aus und hono­rie­ren damit Inno­va­ti­on, Krea­ti­vi­tät und vor allem den Mut zur Selb­stän­dig­keit”, sag­te der Schirm­herr des Lan­des­prei­ses für jun­ge Unter­neh­men, Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann, bei der Preis­ver­lei­hung am Diens­tag im Stutt­gar­ter Neu­en Schloss. „Bei den dies­jäh­ri­gen Gewin­nern sehen wir, welch unglaub­li­cher Ide­en­reich­tum in unse­rem Land vor­han­den ist. Die­se tol­len Unter­neh­men und alle ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter gestal­ten unser Land aktiv mit und sind schon heu­te wich­ti­ge Säu­len unse­rer Wirt­schaft” sag­te Kret­sch­mann einer Mit­tei­lung der För­der­bank zufol­ge wei­ter. Auch die Lan­des­re­gie­rung habe in den letz­ten Jah­ren vie­le Lücken in der Grün­dungs­för­de­rung schlie­ßen kön­nen.

Gemein­sam mit Dr. Axel Nawrath, dem Vor­sit­zen­den des Vor­stands der L-Bank, ehr­te Kret­sch­mann vor mehr als 300 Gäs­ten die drei Sie­ger des Lan­des­prei­ses 2016 sowie die wei­te­ren sie­ben nomi­nier­ten Unter­neh­men als Lan­des­preis­trä­ger.

Die Preisträger

Dabei ging der mit 40.000 Euro dotier­te ers­te Platz an die CeGaT GmbH aus Tübin­gen. Das Ehe­paar Sas­kia und Dirk Biskup hat mit sei­nem 2009 gegrün­de­ten Unter­neh­men eine inno­va­ti­ve Hoch­durch­satz-Sequen­zier­tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt, mit der erst­mals umfas­sen­de Erb­gut­ana­ly­sen mög­lich wur­den. Die 120 CeGaT-Mit­ar­bei­ter spü­ren so krank­heits­ver­ur­sa­chen­de Ver­än­de­run­gen im Erb­gut auf und öff­nen damit neue Wege zur indi­vi­du­el­len Behand­lung von Pati­en­ten.

Den mit 30.000 Euro ver­bun­de­nen zwei­ten Platz gewann die b2 Bio­markt GmbH aus Balingen, die bio­lo­gisch ange­bau­te Pro­duk­te direkt von hei­mi­schen Erzeu­gern kauft und über zwei eige­ne Bio­märk­te ver­treibt, einer davon in Rott­weil. Das 2006 von Sabi­ne Franz, Ste­fan Schopf und Maxi­mi­li­an Bess gegrün­de­te Unter­neh­men betreibt zudem eine Gärt­ne­rei und zwei Bis­tros. Die drei Unter­neh­mer arbei­ten mit einem Netz­werk regio­na­ler Erzeu­ger zusam­men und maxi­mie­ren mit ihrem ganz­heit­li­chen Ansatz die Vor­tei­le für die Regi­on und die Umwelt.

Der mit 20.000 Euro dotier­te drit­te Preis ging schließ­lich an die auf Rück­bau, Ver­wer­tung sowie Tief- und Tank­stel­len­bau spe­zia­li­sier­te Oet­tin­ger GmbH aus Malsch bei Karls­ru­he. Das Geschäfts­füh­rer­ehe­paar Cat­rin und Robert Oet­tin­ger erbringt mit sei­nem 2006 gegrün­de­ten Unter­neh­men eine wich­ti­ge Vor­leis­tung für eine nach­hal­ti­ge und öko­lo­gi­sche Erneue­rung im Gebäu­de­be­stand.

Dr. Axel Nawrath bezeich­ne­te den Lan­des­preis als her­vor­ra­gen­den Spie­gel für die ganz beson­de­re Grün­der­kul­tur Baden-Würt­tem­bergs: „Es sind vor allem Chan­cen­grün­der, die hier bei uns den Weg in die Selb­stän­dig­keit wäh­len. Sie grün­den, weil sie eine Bot­schaft, eine Mis­si­on haben. Selb­stän­dig­keit ist für sie ein Instru­ment, etwas zu bewe­gen. Und die Top-10-Unter­neh­men des Jah­res 2016 bewe­gen etwas. Sie haben uns damit beein­druckt, wie z.B. die Digi­ta­li­sie­rung nicht nur in bestehen­de Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen inte­griert wer­den kann. Mit selbst­be­wuss­ten Kon­zep­ten und alter­na­ti­ven Pro­blem­lö­sun­gen ent­ste­hen neue Ange­bo­te, die den Wett­be­werb inten­si­vie­ren und damit die Wirt­schaft im Land vor­an­brin­gen.“

Der Landespreis

Der alle zwei Jah­re gemein­sam von der Lan­des­re­gie­rung und der L-Bank ver­ge­be­ne Lan­des­preis zählt mit sei­nem Preis­geld von 90.000 Euro nicht nur zu den höchst­do­tier­ten Unter­neh­mer­prei­sen in Deutsch­land, er gehört auch zu den teil­nah­me­stärks­ten Wett­be­wer­ben sei­ner Art. Seit 1998 haben sich mehr als 5.000 jun­ge Unter­neh­men bewor­ben. Allein in die­sem Jahr waren es 604 – ein neu­er Teil­neh­mer­re­kord.

Gesucht wur­den wirt­schaft­lich erfolg­rei­che Fir­men aus Indus­trie, Hand­werk, Han­del, dem Dienst­leis­tungs­sek­tor und der Gesund­heits­wirt­schaft sowie Ver­tre­ter der frei­en Beru­fe, die ihren Sitz in Baden-Würt­tem­berg haben und die durch ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes unter­neh­me­ri­sches Han­deln einen vor­bild­haf­ten Bei­trag zu einer zukunfts­fä­hi­gen Gesell­schaft leis­ten. Der Preis rückt die Leis­tungs­stär­ke, Moder­ni­tät und Krea­ti­vi­tät jun­ger baden-würt­tem­ber­gi­scher Unter­neh­mer, aber auch deren sozia­les und öko­lo­gi­sches Enga­ge­ment in den Mit­tel­punkt. Zuge­las­sen waren Unter­neh­men, die nach dem 1. Janu­ar 2005 gegrün­det oder über­nom­men wur­den. Der Lan­des­preis wur­de in die­sem Jahr bereits zum elf­ten Mal aus­ge­schrie­ben.