baggygoods” Schülerfirma am Schramberger Gymnasium

Die Schülerfirma "baggygoods" von rechts: Malte Haberstroh, Michelle Minich, Vanessa Dieterle und Elisa Brugger, die durch den Abend führten, sowie Maria Savelier, Roman Wussler, Celine Bäumle, Verena Schneider, Seval Dasbasi, Leon Heiler, Mora Binder und Sven Scherer. Fotos: him

Ein gutes Dut­zend Zehnt­kläss­ler des Schram­ber­ger Gym­na­si­ums haben eine Schü­ler­fir­ma gegrün­det: Bag­gy­goods. Am Frei­tag­abend luden sie die Gesell­schaf­ter zu ihrer ers­ten Haupt­ver­samm­lung ein.

Eli­sa Brug­ger, die Vor­sit­zend der Geschäfts­lei­tung begrüß­te die Schar der Besu­cher in der Men­sa und gab gleich an Vanes­sa Die­ter­le aus der Finanz­ab­tei­lung wei­ter: Sie sei gesund­heit­lich ange­schla­gen.

Die­ter­le  führ­te mit ihrer Kol­le­gin Michel­le Minich, der Per­so­nal­che­fin, durch den Abend. Sie erläu­ter­ten das Geschäfts­kon­zept und wie sie zum Start­ka­pi­tal gekom­men waren:  Durch den Ver­kauf von 90 Anteils­schei­nen zu je zehn Euro wäre der Grund­stock gelegt. „Wir haben aller­dings bis­her erst 59 ver­kauft“, so Die­ter­le. Bis zum Ende des Schul­jah­res trifft sich die Grup­pe immer mon­tags um die Mit­tags­zeit, um über den wei­te­ren Fort­gang zu bera­ten. Unter­stützt wer­den sie von den Leh­re­rin­nen Patri­cia Hollau­er und Brit­ta Bleick und „Juni­or – Wirt­schaft erle­ben“ des arbeit­ge­ber­na­hen Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft.

Drei Taschentypen

Als Pro­dukt hat sich die Grup­pe Taschen aus­ge­dacht: Drei ver­schie­de­ne Typen nähen die Mit­ar­bei­ter jeweils zu Hau­se: Ein­kaufs­ta­schen, Mul­ti­funk­ti­ons­ta­schen und Turn­beu­tel – „von denen haben wir aller­dings erst Pro­to­ty­pen“, berich­tet Minich ent­schul­di­gend.

Ganz wich­tig, alle Mit­ar­bei­ter nähen auch. Dafür wer­den ihnen Stun­den auf­ge­schrie­ben, denn um am Schul­jah­res­en­de ein Zer­ti­fi­kat zu erhal­ten, muss jeder Mit­ar­bei­ter min­des­tens 50 Arbeits­stun­den nach­wei­sen. Das Ziel des Pro­jek­tes: „Wir wol­len Erfah­run­gen sam­meln und ler­nen, wie ein sol­ches Unter­neh­men funk­tio­niert“, erläu­tern die bei­den Spre­che­rin­nen.

Nach der Prä­sen­ta­ti­on, die Mal­te Haber­stroh, der Lei­ter Tech­nik, vor­be­rei­tet hat­te, kom­men zahl­rei­che Fra­gen auf dem Kreis der Gesell­schaf­ter: Woher kommt der Stoff für die Taschen? Zahlt die Fir­ma Min­dest­lohn? Was geschieht mit dem Gewinn? Wie vie­le Taschen habt Ihr schon ver­kauft? War­um sind so viel mehr Mäd­chen als Jun­gen in der Fir­ma?

Der Stoff kommt von der Oma

Sou­ve­rän und mit eini­gem Geläch­ter gibt es die Ant­wor­ten: „Der Stoff stammt über­wie­gend von mei­ner Oma“, gesteht die Fir­men­che­fin: Und Oma Sibyl­le Brug­ger, natür­lich Gesell­schaf­te­rin bei Bag­gy­goods, erzählt, dass sie aus einer frü­he­ren Hand­ar­beits­grup­pe noch kilo­wei­se Stoff zu Hau­se habe. Das sei ja jetzt geschickt, wenn der genutzt wer­de.

Damit über­haupt ein Gewinn zu schaf­fen sei, zah­le man nur den Min­dest­lohn von 50 Cent je Stun­de, erläu­tert die Che­fin. Und der Gewinn, so denn einer blei­be wer­de am Ende ent­we­der für die Arbeit der FSJ­ler an der Schu­le gespen­det oder an die Gesell­schaf­ter aus­ge­zahlt – wenn die­se das denn wün­schen.

Hoffnung für die Großkonzerne

Beim Ver­kauf, hm ja, zehn bis 15 Taschen habe man schon ver­kauft und über­le­ge, ob man neben Schul­ver­an­stal­tun­gen auch den Wochen­markt mal für den Ver­kauf nut­zen soll, berich­tet Fir­men­che­fin Brug­ger. Und wes­halb die Mäd­chen in der Über­zahl sind? Mit dem Nähen habe das wohl weni­ger zu tun, denn auch in der ande­ren Fir­ma sind die Mäd­chen über­re­prä­sen­tiert. „Die Jungs hat­ten an der AG ein­fach weni­ger Inter­es­se.“

Mit­ge­sell­schaf­ter und Schul­lei­ter Bern­hard Del­ling sieht das posi­tiv: „Das macht Hoff­nung für die gro­ßen Fir­men, dass die­se eines Tages tat­säch­lich mehr Frau­en in den Vor­stän­den haben wer­den.“

Bei Apfel­schor­le und Kek­sen plau­der­ten Fir­men­mit­ar­bei­ter und Gesell­schaf­ter über die Fir­ma und lie­ßen sich die Pro­duk­te von Bag­gy­goods erläu­tern.