Bald werden mehr Maschinen miteinander telefonieren als Menschen

2030 ist näher als gedacht: Der IHK-Arbeitskreis Produktion 2030 in der Alten Hofbibliothek in Donaueschingen.Foto: pm

Wie sieht die Pro­duk­ti­on 2030 aus? Mit die­ser Fra­ge beschäf­tig­te sich der gleich­na­mi­ge Arbeits­kreis der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg. Die Erkennt­nis des jüngs­ten Tref­fens laut IHK-Mit­tei­lung: Vie­les, was vor kur­zem noch als undenk­bar galt, kommt heu­te zum Ein­satz. 2030 ist näher als gedacht – kalen­da­risch wie tech­no­lo­gisch.

Dem Begriff Indus­trie 4.0 wird oft nach­ge­sagt, nicht mehr als ein dif­fu­ser Gedan­ke zu sein. Dabei zeich­nen sich mehr und mehr die kon­kre­ten Wege in das Zeit­al­ter 4.0 ab – auch das Bild der Pro­duk­ti­on 2030 nimmt Kon­tu­ren an. Wie genau, das zeig­ten drei nam­haf­te Refe­ren­ten bei dem Netz­werk­tref­fen in der Alten Hof­bi­blio­thek in Donau­eschin­gen.

Bald wer­den mehr Maschi­nen mit­ein­an­der tele­fo­nie­ren als Men­schen“, ver­mu­te­te Dr. Rein­hold Walz, Geschäfts­füh­rer der Fir­ma Gewa­tec  in Wehin­gen. Den Beweis führ­te er den Teil­neh­mern vor Augen. Sie konn­ten bei einer Live-Schal­tung in die Lern­fa­brik 4.0 beob­ach­ten, wie eine LED-Taschen­lam­pe nach Vor­ga­be aus dem Arbeits­kreis in Echt­zeit gra­viert wur­de. Die unmit­tel­ba­re Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­schie­de­ner Gerä­te über wei­te Stre­cken hin­weg ist heu­te Stan­dard.

Die Herz­stü­cke der ver­netz­ten Pro­duk­ti­ons­welt sind Sen­so­ren. Wie Pro­fes­sor Axel Siko­ra, Stell­ver­tre­ten­der Insti­tuts­lei­ter der Hahn-Schickard-Gesell­schaft für ange­wand­te For­schung  in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen pro­gnos­ti­zier­te, gehört die Zukunft zum einen den kabel­lo­sen Über­tra­gungs­tech­no­lo­gi­en, zum ande­ren aut­ar­ken Kleinst­sys­te­men, die von selbst ler­nen wer­den. „Künst­li­che Intel­li­genz“ beginnt also nicht mit rie­sen­haf­ten Robo­tern, son­dern auf der kleins­ten Ebe­ne.

Flo­ri­an Herm­le, Geschäfts­füh­rer der Fir­ma Balluff aus Neu­hau­sen auf den Fil­dern, skiz­zier­te den Teil­neh­mer die Ent­wick­lung des Unter­neh­mens von der Auto­ma­ti­sie­rung im Haus­halts­be­reich hin zur indus­tri­el­len Auto­ma­ti­on. Die­se steht momen­tan vor dem nächs­ten Quan­ten­sprung. Tech­no­lo­gie, Soft­ware, Hard­ware, Part­ner: Sie ver­bin­den sich nach Wor­ten Herm­les zu einem „Öko­sys­tem“, einem auf­ein­an­der abge­stimm­ten dyna­mi­schen Geben und Neh­men von Daten. Damit dies funk­tio­niert, müs­sen sich aller­dings alle ver­netz­ten Part­ner ver­ste­hen.

Klar ist: Zum Null­ta­rif sind die­se Inno­va­tio­nen nicht zu haben, und die Inves­ti­tio­nen müs­sen sich rech­nen. Zum Bei­spiel durch neue Geschäfts­mo­del­le. Flo­ri­an Herm­le erör­ter­te, dass für klas­si­sche Hard­ware-Her­stel­ler künf­tig der Umsatz mit Soft­ware und Ser­vices immer essen­zi­el­ler wer­de. Oder aber die Digi­ta­li­sie­rung hilft, Maschi­nen bes­ser aus­zu­las­ten und damit Kos­ten zu redu­zie­ren. Letzt­lich wird sich jedes pro­du­zie­ren­de Unter­neh­men die­se und ähn­li­che Fra­gen stel­len müs­sen.

Es zeigt sich aber­mals, dass die zukünf­ti­ge Pro­duk­ti­on vor zahl­rei­chen Her­aus­for­de­run­gen steht. Es freut uns daher, dass wir mit so hoch­ka­rä­ti­gen Teil­neh­mern den Arbeits­kreis Pro­duk­ti­on 2030 gestal­ten dür­fen, so Danie­la Jar­dot, Refe­ren­tin für Inno­va­ti­on und Tech­no­lo­gie der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg.

Info
Die Mit­glie­der des Arbeits­krei­ses „Pro­duk­ti­on 2030“ sind: Carl Haas GmbH, ebm-papst St. Geor­gen GmbH & Co. KG, Hahn-Schickard-Gesell­schaft für ange­wand­te For­schung e.V., Hel­mut Hechin­ger GmbH & Co. KG, Her­bert Wald­mann GmbH & Co. KG , Her­zog GmbH, IMS Gear SE & Co. KGaA, J.G. Weis­ser Söh­ne GmbH & Co. KG, Ken­dri­on (Vil­lin­gen) GmbH, Koe­pfer Zahn­rad- und Getrie­be­tech­nik GmbH, Mai­co Elek­tro­ap­pa­ra­te-Fabrik GmbH, Mar­quardt GmbH, Ricos­ta Schuh­fa­bri­ken GmbH, Schwei­zer Elec­tro­nic AG , Sick Steg­mann GmbH, STEIN Auto­ma­ti­on GmbH & Co KG, Tru­mof Laser GmbH & Co. KG, Wei­ßer und Grieß­ha­ber GmbH, Wer­ma Signal­tech­nik GmbH + Co. KG