Bei dem Treffen von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez (rechts) bei Alexander Baum wurde deutlich, dass die Immobilienpreise in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg trotz des aktuellen Booms weiterhin spürbar unterhalb des Niveaus in den Großstädten liegen. Foto: pm

REGION (pm) – Die Immo­bi­li­en­prei­se in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg lie­gen trotz des aktu­el­len Booms wei­ter­hin spür­bar unter­halb des Niveaus in den Groß­städ­ten. Das ist das Ergeb­nis einer breit ange­leg­ten Unter­su­chung, die das Immo­bi­li­en­bü­ro Baum in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen in Auf­trag gege­ben hat­te, so die IHK in einer Pres­se­mit­tei­lung.

„Das ist ein aus­ge­spro­chen wich­ti­ger Stand­ort­vor­teil, den es zu beto­nen gilt“, sag­te Tho­mas Albiez, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, wäh­rend eines Arbeits­tref­fens, im Rah­men des­sen Alex­an­der Baum die Stu­die vor­stell­te.

Die Nach­fra­ge nach Immo­bi­li­en sei hoch, was zu einem gewis­sen Teil natür­lich durch das Nied­rig­zins­um­feld begrün­det ist, erläu­ter­te Baum. Anders als im Stutt­gar­ter Speck­gür­tel oder Rich­tung Boden­see gebe es aber wei­ter­hin ein Ange­bot. „Es kann kei­ne Rede davon sein, dass die Prei­se hier­zu­lan­de heiß gelau­fen sind“, so Baum.

Durch die Wohn­be­bau­ung auf den bei­den Kli­nik­area­len in Vil­lin­gen und in Schwen­nin­gen wer­de der Markt mit wei­te­ren Objek­ten ver­sorgt, „wobei sich die Preis­sche­re zwi­schen den bei­den Stadt­be­zir­ken ste­tig wei­ter öff­net“.

Ob Kauf einer Bestands­im­mo­bi­le, frei­ste­hend oder als Eigen­tums­woh­nung, der Neu­bau oder die Mie­te – in allen Seg­men­ten liegt das Preis­ni­veau allen­falls bei 50 Pro­zent, häu­fig noch deut­lich dar­un­ter, im Ver­gleich zu dem, was in Stutt­gart, Karls­ru­he oder Frei­burg auf­ge­ru­fen wird. Aller­dings, so Baum, ent­de­cken zuneh­mend Inves­to­ren aus der Schweiz die Regi­on, „zum Bei­spiel im Bereich Blum­berg bis hin nach Donau­eschin­gen“.

Weni­ger erfreu­lich ist eine ande­re Markt­ent­wick­lung: Han­dels­im­mo­bi­li­en könn­ten stär­ker nach­ge­fragt sein, for­mu­lier­te es Baum vor­sich­tig. Einig zeig­ten sich Albiez und Baum, dass „Städ­te in der Regi­on ein Gesamt­kon­zept für die Ver­mark­tung ihres Han­dels benö­ti­gen“. Ohne kon­zep­tio­nel­le Grund­la­gen sei es schwer, den Kauf­kraft­ab­fluss zu stop­pen – und mit dem geplan­ten gro­ßen Ein­kaufs­cen­ter in Sin­gen wer­de die Situa­ti­on nicht ein­fa­cher.

Denn hier droht gleich ein Teil der Kauf­kraft, die durch die Ansied­lung des Daim­ler-Ent­wick­lungs- und Test­cen­ters in Immen­din­gen mit 1000 Beschäf­tig­ten in die Regi­on gelangt, nicht in Tutt­lin­gen oder Donau­eschin­gen als nahe­ge­le­ge­ne Ein­kaufs­städ­te zu ver­blei­ben.

Tho­mas Albiez zeig­te sich vom Enga­ge­ment Baums im Gewer­be­ver­band Ober­zen­trum beein­druckt und sag­te die wei­te­re Unter­stüt­zung der IHK bei allen Vor­ha­ben, die den Han­del nüt­zen, zu: „Es gibt noch immer zu vie­le Beschrän­kun­gen für Han­del und Gas­tro­no­mie hier­zu­lan­de“, so der Haupt­ge­schäfts­füh­rer.

Ein wei­te­res The­ma war das Ange­bot an hoch­ste­hen­dem Wohn­raum in der Regi­on, wie er von lei­ten­den Ange­stell­ten gesucht wer­de. Im Zuge von Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen sei zu beob­ach­ten, dass ver­mehrt Lei­tungs­po­si­tio­nen mit exter­nen Kräf­ten besetzt wer­den, so Albiez. „Hier wäre es wich­tig für die Regi­on, attrak­ti­ve Woh­nun­gen und Häu­ser anbie­ten zu kön­nen, damit die Mana­ger und Geschäfts­füh­rer in der Regi­on Wur­zeln schla­gen.“

Wochen­end­heim­keh­rer könn­ten natur­ge­mäß nicht das Maß an Ver­bun­den­heit auf­bau­en, das für die Regi­on wich­tig wäre. Hier konn­te Baum aus sei­ner Markt­er­fah­rung her­aus ein­deu­tig einen Man­gel an Luxus­im­mo­bi­li­en bestä­ti­gen: „Es gibt in den Städ­ten der drei regio­na­len Land­krei­se zum Bei­spiel viel zu weni­ge Pent­house-Woh­nun­gen.“ Soll­ten Inves­to­ren ent­spre­chen­de Pro­jek­te ent­wi­ckeln, sehe er gute Ver­mark­tungs­chan­cen, heißt es abschlie­ßend.