3,2 Millionen Menschen in Deutschland gehen zusätzlich zu ihrem Hauptjob einer Nebenbeschäftigung nach. Das meldet die IHK in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es:

Das ist eine deutliche Steigerung von mehr als einer Million Jobs gegenüber 2007 und eine Verdoppelung gegenüber 2003. In Baden-Württemberg liegt der Anteil der Minijobber besonders hoch: 10,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ländle geht einem Nebenjob nach.

Während in der politischen Auseinandersetzung darüber diskutiert wird, ob diese Ausweitung als Zeichen für gestiegene Armut oder mindestens eine gestiegene Armutsgefährdung zu bewerten ist, sieht IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez die aktuellen Zahlen vor allem als deutlichen Aufruf, das Bildungssystem weiter zu verbessern.

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„Die Wirtschaft in unserer Region benötigt gut ausgebildete Fachkräfte, um den zukünftigen Anforderungen auf den Weltmärkten gewachsen zu sein.“ Aus vielen Gesprächen mit Unternehmen weiß Thomas Albiez, dass ein gewisser Teil der Minijobangebote auch deshalb besteht, weil geeignete Bewerber nicht verfügbar waren und sind und deshalb zumindest teilweise Ersatzlösungen gefunden werden mussten – zum Teil eben über Minijobs. „Die Zahlen sind ein klarer Beweis dafür, dass es uns noch besser gelingen muss, Menschen für stärker wertschöpfende Tätigkeiten zu qualifizieren.“ Diese Arbeiten würden auch entsprechend attraktiver bezahlt.

„Als Gesellschaft müssen wir unsere Mittel stärker in ein leistungsfähiges Bildungssystem investieren“, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Studie zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, die eine messbare Verschlechterung des Standards bereits in der Grundschule gezeigt habe.

Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg sieht sich in der Frage der Minijobs damit auf einer Linie mit dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Dort wird bemängelt, dass die Steuer- und Abgabefreiheit der Minijobs für Arbeitnehmer dafür Sorge, dass die Menschen Anreize haben, Minijobs im Nebenjob anzunehmen, „die außer etwas mehr Geld oft nichts bringen“.

Nötig sei, die Einkommensmöglichkeiten im Hauptberuf zu verbessern – unter anderem eben durch bessere Qualifizierung. „Die Menschen sollten Anreize haben, im Hauptjob zu arbeiten, sich dort zu engagieren, sich beruflich zu entwickeln und eine Alterssicherung aufzubauen“, fordert Thomas Albiez daher.

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