Betriebliches Gesundheitsmanagement: IHK informierte

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Von links: Sabine Fröchte-Mink (AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg), Anne Spreitzer (IHK), Selina Brenner (Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg), Dr. Utz Niklas Walter (IFBG/Universität Konstanz) und Tobias Fritzsche (SchwarzwaldSeele). Foto: pm

REGION (pm) – Gera­de in Zei­ten einer altern­den Gesell­schaft und eines wach­sen­den Fach­kräf­te­man­gels hängt die Zukunft eines Betrie­bes immer mehr davon ab, dass die eige­nen Mit­ar­bei­ter leis­tungs­fä­hig und moti­viert sind und vor allem auch blei­ben.

Unter­neh­men müs­sen des­halb mehr denn je in die Gesund­heit ihrer Beleg­schaft inves­tie­ren, um dau­er­haft erfolg­reich sein zu kön­nen, so die IHK in einer Pres­se­mit­tei­lung. „Wenn Unter­neh­men Maß­nah­men der Betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung anbie­ten, ist das per se sehr gut und ent­spre­chend posi­tiv zu wer­ten. Die­se Ange­bo­te müs­sen aber auch von den­je­ni­gen Mit­ar­bei­tern, die die jewei­li­gen Maß­nah­men am drin­gends­ten benö­ti­gen, ange­nom­men wer­den. Dazu kann die Kom­mu­ni­ka­ti­on ihren Bei­trag leis­ten“, ver­deut­lich­te Anne Spreit­zer, Pro­jekt­lei­te­rin Gesund­heits­wirt­schaft bei der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, im Rah­men einer Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg.

Nur bei einer wir­kungs­vol­len „Gesund­kom­mu­ni­ka­ti­on“ kön­nen die Ange­bo­te des Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments (BGM) das gesund­heits­för­der­li­che Ver­hal­ten der Mit­ar­bei­ter unter­stüt­zen und gleich­zei­tig deren Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Arbeits­stät­te stär­ken. Um BGM für die eige­ne Mar­ken­bil­dung (Employ­er Bran­ding) zu nut­zen, ist eben­falls eine erfolg­rei­che Kom­mu­ni­ka­ti­on not­wen­dig. Denn es gilt ins­be­son­de­re beim Arbeit­ge­ber­mar­ke­ting: Tue Gutes und sprich dar­über!

Dies ist beson­ders wich­tig, denn laut unse­rer Stu­di­en ken­nen zwi­schen 30 bis 50 Pro­zent der Beschäf­tig­ten die bestehen­den Gesund­heits­an­ge­bo­te im Unter­neh­men über­haupt nicht“, unter­strich Dr. Utz Niklas Wal­ter, Lei­ter des Insti­tuts für Betrieb­li­che Gesund­heits­be­ra­tung (IFBG), ein Zusam­men­schluss von Exper­ten der Uni­ver­si­tä­ten Kon­stanz und Karls­ru­he (KIT). Daher gab er in Anleh­nung an Hen­ry Fords Bemer­kung fol­gen­den Rat­schlag: „Wenn man einen Euro in das BGM inves­tiert, dann soll­te man einen wei­te­ren Euro bereit hal­ten, um dies bekannt zu machen.“ Das stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­nage­ment sei ent­schei­dend für den Erfolg von BGM.

Es gibt eine Viel­zahl von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln, die für den Ein­satz im Rah­men des BGM geeig­net sind. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se die Öffent­lich­keits­ar­beit in Form von Berich­ten in der Mit­ar­bei­ter­zei­tung oder betriebs­in­ter­ne Events wie etwa Gesund­heits­ta­ge. Beson­de­re Bedeu­tung soll­te aber der per­sön­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on geschenkt wer­den. „Eine Infor­ma­ti­ons­wei­ter­ga­be über die Meis­ter­ebe­ne ist beson­ders viel­ver­spre­chend, zum Bei­spiel im Rah­men von Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen oder Team­sit­zun­gen. Außer­dem kön­nen in jeder Per­so­nal­ver­samm­lung dem The­ma BGM eini­ge Minu­ten Auf­merk­sam­keit geschenkt wer­den. Zudem haben wir gute Erfah­rung mit dem Ein­satz von Gesund­heits­lot­sen in den Unter­neh­men gemacht“, erläu­ter­te Dr. Wal­ter.

Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb des Unter­neh­mens leis­tet außer­dem einen wich­ti­gen Bei­trag zur Gesund­heit der Mit­ar­bei­ter. „Die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on soll­te aus Zuhö­ren und aus Dia­lo­gen auf ein und der­sel­ben Ver­stän­di­gungs­ebe­ne bestehen“, sag­te Tobi­as Fritz­sche, Poten­zi­a­l­ent­fal­tungs­be­glei­ter von der Schwarz­wald­See­le aus St. Geor­gen, im Rah­men sei­nes Vor­trags zum The­ma über bewuss­te Kom­mu­ni­ka­ti­on als Schlüs­sel zu den Mit­ar­bei­tern.

Wie man Mit­ar­bei­ter bei­spiels­wei­se mit psy­chi­schen Belas­tun­gen anspricht, kön­nen Füh­rungs­kräf­te in den Semi­na­ren „Füh­rung in Balan­ce“ der baden-würt­tem­ber­gi­schen AOK erfah­ren. Dabei geht es um die wer­te­ba­sier­te Füh­rung, denn laut einer schwe­di­schen Stu­die führt der posi­ti­ve Umgang zwi­schen Mit­ar­bei­tern und Vor­ge­set­zen zu gesün­de­ren Beschäf­tig­ten. „Das Füh­rungs­ver­hal­ten und die ent­spre­chen­de Kom­mu­ni­ka­ti­on haben einen gro­ßen Ein­fluss auf die Fehl­ta­ge der Ange­stell­ten“, ver­deut­lich­te Sabi­ne Fröch­te-Mink, BGM-Koor­di­na­to­rin der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, den Nut­zen von Gesund­kom­mu­ni­ka­ti­on.

Grund­sätz­lich rich­ten sich die BGM-Maß­nah­men nicht nur an Mit­ar­bei­ter mit psy­chi­schen Stö­run­gen – auch wenn die­ser Bereich unter ande­rem durch Ver­dich­tung im Arbeits­all­tag und im Pri­va­ten ste­tig wächst –, son­dern an alle Beschäf­tig­ten für deren Erhalt der Arbeits- und Leis­tungs­fä­hig­keit bis zum Ren­ten­al­ter. Hier setzt auch das Pro­gramm „Beschäf­ti­gungs­fä­hig­keit teil­ha­be­ori­en­tiert sichern!“ (Bet­si) der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Baden-Würt­tem­berg an, das auf die nach­hal­ti­ge För­de­rung von gesund­heits­be­wuss­tem Ver­hal­ten der Mit­ar­bei­ter abzielt.

Bet­si rich­tet sich an Beschäf­tig­te, die bereits beein­fluss­ba­re gesund­heit­li­che Risi­ko­fak­to­ren auf­wei­sen wie Fett­stoff­wech­sel­stö­run­gen, Über­ge­wicht, mus­ku­lä­re Defi­zi­te des Hal­teap­pa­ra­tes oder man­geln­de Beweg­lich­keit der Wir­bel­säu­le. „Regel­mä­ßi­ge Eva­lua­tio­nen des seit 2010 bestehen­den Pro­gramms bele­gen, dass die­se mit sechs Mona­ten rela­tiv lan­ge andau­ern­de Maß­nah­me das gesund­heits­be­wuss­te Ver­hal­ten der Arbeit­neh­mer för­dert“, erklär­te Seli­na Bren­ner, Fir­men­be­ra­te­rin der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Baden-Würt­tem­berg.

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