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Sonntag, 23. Februar 2020

Bruker Mess- und Sortiertechnik: Prototyp einer Gründerfirma

Ganz klein angefangen hat Brigitte Bruker: „Ich hatte  als Einzelfirma 100 Quadratmeter in der H.A.U.“, erzählt die Unternehmerin  beim Besuch von Schrambergs Oberbürgermeister Thomas Herzog und Wirtschaftsförderer  Manfred Jungbeck.

Heute beschäftigt die dynamische Betriebswirtin etwa 20 Mitarbeiterinnen und einen Rentner. „Wir sind fast eine reine Frauenfirma“, erzählt sie lachend. Auch die Fläche hat sich mehr als verzehnfacht: Im Industriegebiet Lienberg steht seit 2014 eine  große Halle mit 1100 Quadratmetern Fläche.

Der Neubau auf dem Sulgen. Foto: him

Bruker und ihre Mitarbeiterinnen machen „automatisierte 100-Prozent-Kontrollen“ von kleineren Teilen aus Metall und Kunststoff überwiegend für Drehteilehersteller. „Jedes Teil wird geprüft, nicht nur stichprobenweise.“  Das werde gerade in der Automobilindustrie heute standardmäßig gefordert.

Auf mehreren High-Tech-Automaten prüfen optische Systeme, ob die Teile den vorgegebenen Maßen entsprechen, und dass keine Späne mehr anhaften. „Unsere Kunden nutzen diese Dienstleistung, entweder, weil sie die geeigneten Kontrollgeräte nicht haben oder weil es bei uns günstiger ist“, erklärt Bruker. Außerdem könne sie die Teile auch so sortieren und abpacken, dass sie direkt an die Endkunden  ausgeliefert werden können.

Start in der H.A.U.

Wirtschaftsförderer Jungbeck erinnerte sich an die Zeit, als Frau Bruker noch in der H.A.U. startete: „Sie waren der Prototyp einer H.A.U.-Gründerin.“ Von 100 Quadratmetern im Jahr 2007 habe sie ihre Flächen auf zuletzt  etwa 850 Quadratmeter ausgedehnt. „In zwei Gebäuden, auf mehreren Etagen.“ Sie habe da hochprofessionell nach Interimslösungen gesucht und viel improvisiert.

Ihren Start in der H.A.U.  begründet Bruker damit dass sie nach der Gründung zuerst einmal schauen wollte, wie sich das Geschäft entwickelt. Schließlich seien die Bedingungen aber dort zu schwierig geworden, und sie habe sich mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung für den Neubau im Industriegebiet Lienberg entschieden.

Flexible Mitarbeiterinnen

Ihre Kunden kommen aus einem Radius von 50 bis 60 Kilometern. Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-Betrieb. „Meine Mitarbeiterinnen arbeiten häufig in Teilzeit“, erzählt sie, „und sie müssen flexibel sein.“ Man wisse eigentlich nie, was am nächsten Tag kommt. Es könne vorkommen, dass am Freitagmittag ein großer Auftrag eingeht. Dann werde eben auch am Samstag mal gearbeitet.

Drei Maschinentypen stehen in der Halle, Glasteller, Glasrutsche und Roboterprüfautomaten. Das Programmieren der Automaten sei „Chefinsache“, betont Bruker.

Brigitte Bruker progammiert ihre Automaten selbst. Foto: him

Oberbürgermeister Thomas Herzog zeigte sich nach dem Rundgang beeindruckt und gratulierte Brigitte Bruker zu ihrem Gründerinnen-Mut und wünschte im Namen der Stadt weiterhin viel Erfolg.

 

 

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