Stolz auf gute Leistungen: (von links): Fertigungsleiter Bernd Kopp, Giuseppe Giuffrida, Arben Balija, Adrian Walter, Lucas Fuchs und Ausbildungsleiter Dirk Jakubowski. Foto: him

TENNENBRONN – Beim Ten­nen­bron­ner Dreh­tei­le­her­stel­ler Bru­ker und Gün­ter haben kürz­lich vier jun­ge Män­ner ihre Fach­ar­bei­ter­prü­fung als Zer­spa­nungs­me­cha­ni­ker bestan­den und dabei sehr gute Leis­tun­gen erzielt.

Die Fir­ma Bru­ker und Gün­ter fer­tigt Prä­zi­si­ons­dreh­tei­le und fein­me­cha­ni­sche Bau­grup­pen ins­be­son­de­re für die Elek­tro­in­dus­trie, weiß Giu­sep­pe Giuf­fri­da. An einer der Maschi­nen, die er über­wacht und ein­stellt, fal­len klei­ne Abde­ckun­gen aus der Maschi­ne. Er habe schon Bau­tei­le für den neu­en Golf 8 pro­du­ziert, aber auch Tei­le für e‑Zigaretten. „Heu­te betreue ich sie­ben Dre­h­au­to­ma­ten“, erzählt er stolz. Jede Maschi­ne kos­tet bis eine hal­be Mil­li­on Euro.

Giu­sep­pe Giuf­fri­da neben einer „sei­ner” Maschi­nen. Foto: him

Die Zer­spa­nungs­me­cha­ni­ker über­wa­chen die Maschi­nen, schau­en, dass die Werk­zeu­ge sau­ber arbei­ten, die Spä­ne­fil­ter funk­tio­nie­ren, nichts heiß läuft. Sie pro­gram­mie­ren aber auch die voll­au­to­ma­ti­schen CNC-Dre­h­au­to­ma­ten. „Es kann schon zwei bis drei Tage dau­ern, bis die Maschi­nen pro­zess­si­cher lau­fen“, erläu­tert  Dirk Jaku­bow­ski, der Lei­ter Aus­bil­dung und Betriebs­mit­tel­bau bei  Bru­ker und Gün­ter. „Das ist recht anspruchs­voll.“

Bei ihrer Fach­ar­bei­ter­prü­fung haben nach drei­ein­halb Jah­ren Lehr­zeit Arben Bali­ja, Giu­sep­pe Giuf­fri­da, Adri­an Wal­ter und  Lucas Fuchs sehr gut abge­schnit­ten. Fuchs hat mit 99 von 100 Punk­ten ein Traum­er­geb­nis geschafft und einen Preis in der Berufs­schu­le Schram­berg erhal­ten.

Praktika waren entscheidend für die Berufswahl

Zum Zer­spa­nungs­me­cha­ni­ker sind alle vier über Prak­ti­ka gekom­men. Prak­ti­ka, die sie im Rah­men ihres Schul­un­ter­richts absol­vier­ten. Fuchs hat­te zunächst ein Prak­ti­kum im Bereich Holz gemacht und dann Metall. Bali­ja hat­te die Wahl ein wei­te­res Jahr an der Schu­le oder ein Prak­ti­kum – er ent­schied sich für das Prak­ti­kum und blieb. Giuf­rid­da erin­nert sich: „Der Metall­be­reich hat mich immer schon mehr inter­es­siert.“ Er hat­te zunächst die ein­jäh­ri­ge Fach­schu­le für Holz­be­ar­bei­tung besucht und war dann in den Metall­be­reich gewech­selt. Auch weil die Löh­ne und die Arbeits­zei­ten in der Indus­trie attrak­ti­ver sei­en.

Adri­an Wal­ter hat sich in der Aus­bil­dung auf Mehr­spin­del­dreh­ma­schi­nen spe­zia­li­siert. Fach­leu­te, die die­se Maschi­nen bedie­nen kön­nen, sind „fast aus­ge­stor­ben“, so Jaku­bow­ski. Die­se Maschi­nen­ty­pe sei in vie­len Berei­chen die wirt­schaft­lichs­te Lösung, um gro­ße Stück­zah­len zu pro­du­zie­ren. Weil Fach­ar­bei­ter für die­se Mehr­spin­del­dreh­ma­schi­nen äußerst rar sind, wur­de Wal­ter gleich nach der Prü­fung Schicht­füh­rer.

Es braucht Mathe und Durchhaltevermögen

Der­zeit machen 14 jun­ge Leu­te ihre Aus­bil­dung in dem Ten­nen­bron­ner Betrieb. Idea­ler­wei­se soll­te man einen Real­schul­ab­schluss haben, aber auch ein guter Haupt­schü­ler habe eine Chan­ce. „Gute Mathe­kennt­nis­se sind wich­tig“, so Aus­bil­dungs­lei­ter Jaku­bow­ski, „ das ist doch ziem­lich rechen­in­ten­siv bei der Prü­fung.“  Er beob­ach­te immer wie­der, dass auch jun­ge Leu­te mit weni­ger guten schu­li­schen Leis­tun­gen in der Leh­re auf­blü­hen. „Da macht es plötz­lich Klick.“ Die Jugend­li­chen sehen mehr Sinn dar­in etwas zu ler­nen als in der Schu­le.

Es gebe aber auch immer wie­der Aus­zu­bil­den­de, die ihre Aus­bil­dung abbre­chen. „Bei man­chen fehlt das Durch­hal­te­ver­mö­gen.“ Mit den beruf­li­chen Schu­len auf dem Sul­gen ist Jaku­bow­ski sehr zufrie­den: „Die haben super Leh­rer im Pra­xis­be­reich.“ Im Herbst möch­te die Fir­ma wie­der vier jun­gen Leu­ten einen Aus­bil­dungs­platz anbie­ten.

Die vier, die jetzt ihren Abschluss gemacht haben, belohnt die Fir­ma gleich drei­fach: Sie bekom­men Frei­kar­ten für den Euro­pa­park, sie  dür­fen im März an einem Zer­spa­nungs­se­mi­nar zum The­ma Ein­ste­chen und Dre­hen bei der Fir­ma Iscar in Ett­lin­gen teil­neh­men und wohl am wich­tigs­ten: „Alle wer­den in ein Arbeits­ver­hält­nis über­nom­men“, so Jaku­bow­ski.

Info: Die Fir­ma Bru­ker und Gün­ter beschäf­tigt etwa 150 Mit­ar­bei­ter und hat ihren Sitz in 78144 Schram­berg – Ten­nen­bronn. Tele­fon 07729 92 61 583 www.bruker-guenter.de