Die Wertetafel in der Produktion. Davor Uwe Stoll, Thorsten Gerberich, Thomas Herzog und Manfred Jungbeck (von links). Foto: him

SCHRAMBERG (him) – Unter­neh­mensum­bau, sowohl ganz prak­tisch als auch im über­tra­ge­nen Sin­ne – das beschäf­tigt den Geschäfts­füh­rer von Carl Haas Dr. Thors­ten Ger­be­rich, seit er bei der Kern-Lie­bers Toch­ter ange­fan­gen hat. Bei einem Besuch von Schram­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und Wirt­schafts­för­de­rer  Man­fred Jung­beck mach­te er das ein ums ande­re Mal deut­lich.

Anlass für den Besuch war ein neu­er Rein­raum. Den hat das Unter­neh­men in der gro­ßen Werk­hal­le auf dem Lien­berg ein­ge­baut. Auf knapp 200 Qua­drat­me­ter Flä­che fer­ti­gen die Mit­ar­bei­ter nun unter beson­de­ren Bedin­gun­gen Tei­le für die Medi­zin­tech­nik: „In unse­rem Rein­raum holen wir nicht nur Par­ti­kel son­dern auch Kei­me aus der Luft“, erläu­tert Ger­be­rich eine der Beson­der­hei­ten. Dies sei für die Medi­zin­tech­nik wich­tig. Der für die Medi­zin­tech­nik ver­ant­wort­li­che Mana­ger Uwe Stoll ist stolz auf den neu­en Rein­raum.

Blick in den voll­kli­ma­ti­sier­ten Rein­raum.

Aber auch die Her­stel­ler­fir­ma nut­ze ihn inzwi­schen als Refe­renz­ob­jekt. Haas hat sich auf Füh­rungs­dräh­te spe­zia­li­siert, die in der mini­mal-inva­si­ven Chir­ur­gie gebraucht wer­den. Etwa beim Ein­set­zen von Stents bei Herz­in­farkt­pa­ti­en­ten. Aber auch Stein­fang­körb­chen für die Uro­lo­gie  wer­den hier gefer­tigt.

Operation am offenen Herzen”

Der Umbau der Werks­hal­le sei ähn­lich wie ein Tetris-Spiel gewe­sen, erzählt Ger­be­rich: Man habe die ver­schie­de­nen Maschi­nen und Arbeits­plät­ze auf dem Papier hin und her gescho­ben, bis es pass­te. Der eigent­li­che Ein­bau erfolg­te, wäh­rend neben­an die Pro­duk­ti­on wei­ter­lief. „Das war wie eine Ope­ra­ti­on am offe­nen Her­zen…“

Auch in den ande­ren Berei­chen ord­ne­te Ger­be­rich die Pro­duk­ti­on neu, sodass sich die Mit­ar­bei­ter gegen­sei­tig bes­ser unter­stüt­zen kön­nen. Außer­dem ließ er neue LED-Leuch­ten instal­lie­ren und das Kabel­ge­wirr unter der Hal­len­de­cke ord­nen. Das Gan­ze sei in einem drei­vier­tel Jahr über die Büh­ne gegan­gen, erläu­ter­te er den stau­nen­den Gäs­ten.

Thors­ten Ger­be­rich erläu­tert OB Her­zog die Arbeits­wei­se eines Pro­duk­ti­ons­au­to­ma­ten. Fotos: him

Eine wei­te­re Bau­stel­le ist die neue Abtei­lung Indus­tri­al Engi­nee­ring, die Ger­be­rich der­zeit ein­rich­tet. Sie soll die tra­gen­de Säu­le im Unter­neh­men wer­den, wenn sie in etwa fünf Jah­ren voll­stän­dig arbei­tet. All die­se Inves­ti­tio­nen sei­en nur dank des Mut­ter­kon­zerns Kern-Lie­bers zu stem­men gewe­sen, ver­si­chert Ger­be­rich. „Allein wäre das nicht mach­bar, so viel zu inves­tie­ren.“

Neue Werte

Neben den Umbau­ten in der Pro­duk­ti­on hat sich Ger­be­rich vor­ge­nom­men, auch in den Köp­fen einen Umbau zu bewerk­stel­li­gen: „Wert­ori­en­tier­te Füh­rung“ nennt er das. 230 Räd­chen soll­ten sich im Gleich­klang dre­hen. Die Mit­ar­bei­ter sol­len eigen­mo­ti­viert auf ein gemein­sa­mes Ziel hin­wir­ken. An die­ser Wert­ori­en­tie­rung arbei­te man mit allen Füh­rungs­kräf­ten und dem Betriebs­rat. „Wir schen­ken dem Per­so­nal­we­sen wie­der mehr Beach­tung.“ Auf einer gro­ßen Tafel in der Werk­hal­le sind die­se Wer­te und ent­spre­chen­de Ver­hal­tens­wei­sen fest­ge­hal­ten. Vie­le Mit­ar­bei­ter haben mit ihrer Unter­schrift bestä­tigt, dass sie damit über­ein­stim­men.

Der Umbau scheint zu wir­ken. Das Unter­neh­men wächst näm­lich wie­der. Ins­ge­samt beschäf­tigt Carl Haas nun etwa 240 Leu­te, etwa 150 davon in Schram­berg. „Wir hat­ten auch schon ande­re Schlag­zei­len“, erin­nert Stoll. Gute Leu­te zu fin­den, wer­de immer schwe­rer. Des­halb müs­se auch das Umfeld stim­men. Schram­berg sei „eine attrak­ti­ve Gegend“, ver­si­cher­te OB Her­zog, „und dazu leis­ten wir als Stadt unse­ren Bei­trag.“

Preiswürdig

Der Umbau beim Per­so­nal­we­sen hat sich nun bei einem Wett­be­werb schon aus­ge­zahlt. Das Unter­neh­men erhält das Sie­gel „bes­ter Arbeit­ge­ber 2017“. An dem Wett­be­werb hät­ten sich etwa 600 Unter­neh­men betei­ligt und Carl Haas lan­de­te auf dem sieb­ten Platz. Dar­auf ist Ger­be­rich beson­ders stolz.