REGION, 8. Okto­ber (pm) – Zuver­sicht bei vie­len Gas­tro­no­men in der Regi­on: Dank der Initia­ti­ve der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg wer­den zahl­rei­che Betrie­be doch noch offe­ne Aus­bil­dungs­stel­len beset­zen kön­nen. 28 jun­ge Erwach­se­ne aus Süd­spa­ni­en absol­vie­ren der­zeit in der Regi­on Prak­ti­ka, die noch im Novem­ber in Aus­bil­dungs­ver­trä­ge mün­den sol­len, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung der IHK.

Die IHK arbei­tet dabei mit der Zen­tra­len Arbeits­ver­mitt­lung (ZAV) in Bonn zusam­men, um die Köche, Restau­rant­fach­kräf­te und Sys­tem­gas­tro­no­men von mor­gen in der Regi­on aus­zu­bil­den. „Nach­dem die Aus­bil­dungs­zah­len in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig gesun­ken sind, konn­te zuletzt der Tur­naround geschafft wer­den, aber natür­lich benö­tigt die Bran­che in Zukunft viel mehr Fach­kräf­te als der­zeit aus­ge­bil­det wer­den“, ana­ly­siert IHK-Fach­be­reichs­lei­te­rin Mar­ti­na Furt­wäng­ler. Des­halb hat die IHK die Initia­ti­ve ergrif­fen.

Die Unter­neh­men waren schnell über­zeugt, auf­wän­dig sei es gewe­sen, den kom­pe­ten­ten Part­ner in Spa­ni­en vor Ort zu fin­den, der wie­der­um Zugang zu qua­li­fi­zier­ten Bewer­bern besitzt, erläu­tert Pro­jekt­lei­te­rin Simo­ne Schmidt. Eine Per­so­nal­agen­tur in der Regi­on Cor­do­ba und Jerez habe sich als seriö­se Anlauf­stel­le bewährt. „Es sind gezielt Bewer­ber aus länd­li­chen Regio­nen ange­spro­chen wor­den“, berich­tet Schmidt, da Erfah­run­gen andern­orts gezeigt hät­ten, dass sich Bewer­ber aus den gro­ßen Städ­ten beson­ders schwer mit der Umstel­lung getan haben.

Neben neu­en kul­tu­rel­len Erfah­run­gen und dem Schwarz­wäl­der Win­ter erwar­tet die Spa­ni­er zusätz­lich eine unbe­kann­te Form der Wis­sens- und Fähig­keits­ver­mitt­lung: „Es gibt in Spa­ni­en kei­ne dua­le Aus­bil­dung, wie wir sie hier­zu­lan­de mit Berufs­schu­le und betrieb­li­cher Pra­xis ken­nen“, geben Furt­wäng­ler und Schmidt zu beden­ken. Aber gera­de die Mög­lich­keit, eine qua­li­fi­zier­te Aus­bil­dung zu erhal­ten, einen Ein­stieg ins Berufs­le­ben, habe die Bewer­ber über­zeugt.

Die Spa­ni­er im Alter zwi­schen 18 und 36 Jah­ren absol­vier­ten zunächst einen Deutsch­kurs in ihrer Hei­mat, bevor die Anrei­se mit dem Bus nach Deutsch­land erfolg­te. Die IHK-Mit­ar­bei­ter hat­ten die Ankunft per­fekt orga­ni­siert: Für Unter­kunft war zum Teil in den Betrie­ben sowie dem Feri­en­dorf in Öfin­gen gesorgt, die For­mu­la­re für das Ein­woh­ner­mel­de­amt, Kran­ken­kas­se und Kon­to­er­öff­nung lagen bereit, und auch die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Beleh­rung durch das Gesund­heits­amt für alle Beschäf­tig­te, die mit Lebens­mit­teln arbei­ten, konn­te gleich mit Dol­met­scher absol­viert wer­den.

„Vor dem eigent­li­chen Prak­ti­kum büf­feln die Teil­neh­mer noch inten­siv Deutsch in Klein­grup­pen“, zeigt Simo­ne Schmidt das wei­te­re Pro­gramm auf. Nach der Ori­en­tie­rung in den jewei­li­gen Betrie­ben hof­fen die Ver­ant­wort­li­chen, dass mög­lichst vie­le der spa­ni­schen Prak­ti­kan­ten einen Aus­bil­dungs­ver­trag unter­zeich­nen. Mit der Berufs­schu­le sind eben­falls bereits Abspra­chen getrof­fen, um die Unter­richts­teil­nah­me an den Block­kur­sen zu ermög­li­chen. Als Ansprech­part­ne­rin und Betreue­rin konn­te mit Car­men Salas eine Spa­nie­rin gewon­nen wer­den, die seit Jahr­zehn­ten in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen lebt.

Furt­wäng­ler und Schmidt sowie das gesam­te IHK-Team sehen dem Pro­jekt mit gro­ßer Span­nung ent­ge­gen: „Es ist ein rie­si­ger Schritt für die jun­gen Leu­te, aus Süd­spa­ni­en zur Aus­bil­dung in unse­re Regi­on zu kom­men.“ IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Albiez betont, wie wich­tig eine hoch­ste­hen­de und attrak­ti­ve Hotel­le­rie und Gas­tro­no­mie für die Regi­on sind: „Gute Restau­rants, tren­di­ge Cafes, hip­pe Bars und gute Hotels sind unver­zicht­ba­rer Bestand­teil attrak­ti­ver Infra­struk­tur, glei­cher­ma­ßen für Ein­woh­ner, Unter­neh­men oder Tou­ris­ten. Des­halb setzt sich die IHK so vehe­ment für die Nach­wuchs­wer­bung ein, damit der Regi­on die leis­tungs­star­ke Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie erhal­ten bleibt.“