NRWZ.de, 16. April 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Damit KI nicht nur Idee bleibt

Seminare im Rahmen von AIQNET ebnen den Weg zur Anwendung / Regulatorische Anforderungen und Validierungen stehen im Fokus

Immer mehr Hersteller entdecken das Potenzial der Künstlichen Intelligenz (KI) für ihre Medizinprodukte, besonders das Maschinelle Lernen. „Damit aus der Idee eine Anwendung wird, müssen Fragen zu regulatorischen Anforderungen und zu Validierungen beantwortet werden.“, heißt es in einer Presemitteilung. Werkzeuge hierfür vermittelten zwei Seminare der MedicalMountains, die im Rahmen des Projekts AIQNET angeboten würden.

Vereinfacht gesagt bedeutee Maschinelles Lernen, dass Systeme durch das Generieren und Auswerten von Daten autonom Entscheidungen treffen können – aus sich selbst heraus wachsen, um komplexe Herausforderungen Schritt für Schritt besser zu bewältigen. Allerdings gebe es derzeit für den Einsatz dieser Verfahren in der Medizintechnik keine spezifischen gesetzlichen Vorgaben. Zudem fehlten Herstellern und Benannten Stellen harmonisierte Normen.

Vor diesem Hintergrund habe das Johner Institut einen KI-Leitfaden erstellt, auf den Prof. Dr. Christian Johner bei dem Halbtagsseminar „KI-Anwendungen gesetzeskonform entwickeln“ am 12. Mai eingehe. Er vermitttle unter anderem, wie Hersteller die Risiken speziell bei Verfahren des Maschinellen Lernens beherrschen können, welche Erwartungen Benannte Stellen haben und wie sich insgesamt Zulassungs-Hürden minimieren lassen. Bei der Veranstaltung werde der Referent auch für konkrete Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung stehen.

Um KI in sicherheitskritischen Bereichen wie eben der Medizintechnik zuverlässig einsetzen zu können, sei die Frage der Validierung ebenso entscheidend. Diesem Thema widme sich Prof. Dr. Martin Haimerl von der Hochschule Furtwangen (HFU) am 24. Juni. Das Seminar beleuchte, welche speziellen Anforderungen es bei Validierungen gibt, beispielsweise Bias-Faktoren, Datenmanagement oder Umgebungseinflüsse. Analysiert und diskutiert würden sowohl abgeschlossene als auch kontinuierlich lernende Systeme. Mit den so gewonnenen Ansätzen sowie Best-Practice-Beispielen werde dargelegt, wie der Schritt in die Validierung KI-basierter Technologien angegangen werden kann.

„Wir sprechen nicht mehr davon, was vielleicht irgendwann sein könnte. KI ist Gegenwart“, betont Britta Norwat, die bei MedicalMountains  für das Projekt AIQNET verantwortlich ist. „Die Seminare sind Türöffner für die konkrete Umsetzung und somit für den technologischen Vorsprung.“ AIQNET unterstütze auf diesem Weg: Das Projektvorhaben entwickelt ein digitales Ökosystem, das Daten strukturiert, sinnvoll verknüpft und für KI-Anwendungen zur Verfügung stellt. Davon profitieren sollten vor allem kleine und mittlere Medizintechnik-Unternehmen: Ausgesprochenes Ziel ist, dass sie die Chancen von KI für sich nutzen und Brücken in die Zukunft bauen können.

Weitere Informationen zu dem Projekt und den Seminaren unter www.medicalmountains.de/aiqnet in dem Untermenü „Angebote“.

Damit KI nicht nur Idee bleibt