Die letzte Delegiertenversammlung der IG Metall Freudenstadt in diesem Jahr befasste sich noch einmal mit dem Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie und der Möglichkeit Geld in Zeit umzuwandeln. Daas berichtet dei IG Metall in einer Pressemitteilung. Außerdem wählten die Delegierten Birgit Köstle und Jens Erdmann als Beisitzer in den Ortsvorstand.

Die Delegiertenversammlung der IG Metall Freudenstadt hat sich am Samstag erneut mit dem
Tarifabschluss 2018 befasst. Dieser sieht vor, dass Beschäftigte mit besonderen Voraussetzungen ein tarifliches Zusatzgeld in acht freie Tage umwandeln können. Im Bereich der Geschäftsstelle Freudenstadt werden rund 1000 Beschäftigte diese Wahlmöglichkeit nutzen.

Alexander Plaz, Betriebsratsvorsitzender von Bosch Rexroth in Horb berichtet: „Bei uns zeigen besonders die Kolleginnen und Kollegen in Schicht ein hohes Interesse an der Möglichkeit von acht zusätzlichen freien Tagen. Dies zeigt uns wie Schichtmodelle die Beschäftigten belasten!“

Daher ist es besonders erfreulich, dass bei Bosch Rexroth über 350 Anträge auf zusätzliche 8
Tage für Pflege, Kinderbetreuung und bei Schichtbelastungen durch die Werkleitung genehmigt
wurden. Eine weitere Möglichkeit das Zusatzgeld in Zeit umzuwandeln besteht bei der Betreuung für Kinder unter acht Jahren. Hier konnte Dorothee Diehm für Wagon Automotive Nagold, berichten: „Bei Wagon sind viele Eltern an den zusätzlichen Tagen interessiert, da sie gerade beim Übergang vom Kindergarten zur Schule die Betreuung neu organisieren müssen und dies sich je nach Ortschaft nicht immer leicht bewerkstelligen lässt.“

Da auch die Pflege von Angehörigen immer mehr in den familiären Mittelpunkt rückt, kann auch für diesen Fall das tarifliche Zusatzgeld in acht Tage umgewandelt werden. „Ich empfinde es als einen tarifpolitischen Gewinn für die Beschäftigten, dass wir zusätzliche Tage für das Pflegen von Angehörigen bekommen können“, so Wolfgang Armbruster Vertrauensmann von Trumpf Laser in Schramberg.

Keinen Zweifel ließ die Delegiertenversammlung allerdings daran, dass eine ausreichende Versorgung an Pflege für die Menschen eine gesellschaftspolitische Aufgabe ist, an deren Finanzierung sich ausnahmslos alle zu beteiligen haben. Die Bundesregierung steht hier in der Verantwortung und muss handeln.

Neben diesen Themen informierte Dorothee Diehm, erste Bevollmächtigte, über die aktuelle Mitgliederentwicklung und gab einen Rückblick über das rundherum erfolgreiche Jahr der IG Metall Freudenstadt: „Ohne Euch wäre diese erfolgreiche Tarifrunde nicht möglich gewesen, dafür herzlichen Dank!“

von links: Dorothee Diehm – 1. Bevollmächtigte der IG Metall Freudenstadt, Jens Erdmann – Stellvertretetender Betriebsratsvorsitzender der Firma Junghans Microtec und Birgit Köstle – Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Firma Woodward L’Orange. Foto: pm

Im Rahmen der Delegiertenversammlung wurden außerdem zwei Beisitzer für den Ortsvorstand, die Geschäftsführung der Geschäftsstelle Freudenstadt, gewählt. Für diese beiden Mandate wurden Birgit Köstle, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Woodward L’Orange in Glatten, und Jens Erdmann, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Junghans Microtec in Seedorf, vorgeschlagen und gewählt. In ihrer Vorstellung betonten beide, wie wichtig ihnen dieses Mandat ist, und dass sie sich für eine starke IG Metall vor Ort einsetzen wollen. 

Zum Abschluss der Delegiertenversammlung wurde Uwe Kess, bisheriges Mitglied des Ortsvorstanden verabschiedet, er hatte bisher die Firma Junghans Microtec im Ortsvorstand der IG Metall Freudenstadt vertreten. Ebenso wurde Nicolas Bauer, politischer Sekretär, verabschiedet. Nicolas Bauer wird die Geschäftsstelle verlassen und im Bezirk der IG Metall Baden-Württemberg ein neues Projekt übernehmen. Dorothee Diehm und Alexander Plaz dankten beiden für die geleistete Arbeit.

 

 

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