Die verflixte Steuerklasse 5“

Barbara Kunst (links) sprach zur "verflixten Steuerklasse 5“ Foto: pm

Das Pro­gramm des Frau­en­bei­rats der Stadt Schram­berg  „Frau­en­Zeit Mädchen&Frauenwochen 2018“ ent­hält  die unter­schied­lichs­ten Ange­bo­te mit unter­schied­lichs­ten Koope­ra­ti­ons­part­nern. Dar­über berich­tet Bar­ba­ras Olo­win­sky vom Frau­en­bei­rat:

Das The­ma „Die ver­flix­te Steu­er­klas­se 5“, das der Katho­li­sche Deut­sche Frau­en­bund Zweig­ver­ein Tal­stadt  im Rah­men der Mäd­chen- und Frau­en­wo­chen am ver­gan­ge­nen Mon­tag  prä­sen­tier­te, zeig­te sich rei­ße­risch, denn mehr als vier­zig Frau­en und Män­ner füll­ten den Vor­trags­saal der Kreis­spar­kas­se, als Bar­ba­ra Kunst (Steu­er­be­ra­te­rin und Vor­sit­zen­de des Frau­en­bei­rats) die Zusam­men­hän­ge der Steu­er­klas­sen­wahl sehr anschau­lich und leben­dig erläu­ter­te.

Von der Zeit kurz nach der Aus­bil­dung bis zur Fami­li­en­grün­dung wur­den an einem Bei­spiel­paar „Anna und Stef­fen“  die Aus­wir­kung des Lohn­steu­er­ab­zugs und die Fol­gen bei der Steu­er­erklä­rung gezeigt. Die inter­es­sier­ten Fra­gen der Frau­en und Män­ner im Publi­kum sorg­ten für eine leb­haf­te Prä­sen­ta­ti­on und ver­deut­lich­ten, dass gro­ßer Erklä­rungs­be­darf bestand. Anhand der aus­ge­stell­ten Abrech­nungs­bei­spie­le konn­ten in ver­schie­de­nen Zeit­ab­schnit­ten der Modell­fa­mi­lie die Zusam­men­hän­ge auf­ge­zeigt wer­den.

Dabei ging Bar­ba­ra Kunst auch auf die Fol­gen von Teil­zeit­be­schäf­ti­gung und Mini­job ein. Arbeits­mo­del­le, die ins­be­son­de­re oft Frau­en betref­fen, bei denen die Betrof­fe­nen  mit einer gerin­ge­ren Arbeits-Stun­den­zahl zufrie­den sind im Rah­men ihrer Fami­li­en­si­tua­ti­on, ohne dabei zu berück­sich­ti­gen, dass wich­ti­ge Sozi­al­ver­si­che­rungs­leis­tun­gen oft nicht ent­hal­ten sind.  So war es für die Anwe­sen­den nach­voll­zieh­bar, dass das Pro­blem von spä­te­ren gerin­ge­ren Ren­ten­ein­künf­ten, Risi­ken im Fall von Krank­heit, Arbeits­lo­sig­keit, Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen in der Fami­lie,   aber auch Schei­dung oder Tod des Part­ners oft auf eine nied­ri­ge Beschäf­ti­gungs­quo­te in frü­he­ren Jah­ren zurück­zu­füh­ren sind.

Es sei wich­tig, so die Refe­ren­tin, dass bei­de Ehe­part­ner auch im Ernst­fall auf „eige­ne Füßen“ ste­hen kön­nen. Als mög­li­che Opti­on zur Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on wur­de auf eine grö­ße­re part­ner­schaft­li­che Ver­tei­lung von Fami­li­en­ar­beit ver­wie­sen, dass bei­de Part­ner wich­ti­ge Ver­ant­wor­tung in der Fami­lie, ins­be­son­de­re in der Kin­der­be­treu­ung unter Ande­rem auch durch Anpas­sung von Arbeits­zei­ten  über­neh­men, was aller­dings noch eini­ger Anstren­gun­gen in der gesell­schaft­li­chen Umset­zung und Akzep­tanz bedarf.  

Am Schluss der Ver­an­stal­tung galt der Dank den Hel­fe­rin­nen und Hel­fern des Frau­en­bun­des für die Umset­zung sowie der Kreis­spar­kas­se für die Stel­lung des Vor­trag­saals.