IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez (von links), Hans-Peter Menger und Clemens Boog vom IHK-Berufsbildungausschuss und Martina Furtwängler, Leiterin des Geschäftsbereichs Berufliche Aus- und Weiterbildung, präsentieren die zehn Erfolgsfaktoren einer optimalen dualen Ausbildung. Foto: pm

REGION (pm) – Wel­che Fak­to­ren sind für eine erfolg­rei­che Aus­bil­dung und zufrie­de­ne Azu­bis ent­schei­dend? Die­ser Fra­ge ist die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg nach­ge­gan­gen – und durf­te gleich­zei­tig erfah­ren, dass die Lage in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg über­aus erfreu­lich ist, wie die Kam­mer in einer Pres­se­mit­tei­lung berich­tet. Wei­ter heißt es:

Die mit knapp vier Pro­zent bun­des­weit gerings­te Abbre­cher­quo­te, eine gegen den Trend leicht stei­gen­de Zahl an Lehr­lin­gen und zufrie­de­ne Aus­zu­bil­den­de: Bei der IHK darf man sich glück­lich über die Situa­ti­on in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg schät­zen. Damit dies auch in Zukunft so bleibt und die Rah­men­be­din­gun­gen wei­ter ver­bes­sert wer­den, haben die Ver­ant­wort­li­chen des IHK-Berufs­bil­dungs­aus­schus­ses die Erfolgs­fak­to­ren bei einer Aus­bil­dung abge­fragt und sie in einem Leit­fa­den mani­fes­tiert.

Der Blick auf die dua­le Aus­bil­dung ist des­halb so wich­tig, weil wir dar­über die drin­gend benö­tig­ten Fach­kräf­te gewin­nen“, betont IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Albiez die Bedeu­tung der Umfra­ge. Er stell­te gleich­zei­tig den aus­ge­zeich­ne­ten Ruf der dua­len Aus­bil­dung in Deutsch­land her­aus. Die­ser sei der bes­te Schutz vor Jugend­ar­beits­lo­sig­keit, „des­halb ver­su­chen auch die süd­li­chen Län­der wie Spa­ni­en und Ita­li­en ein sol­ches Sys­tem auf­zu­bau­en“. Die Leh­re sei hier­bei nur der Anfang des qua­li­fi­zier­ten Bil­dungs­wegs, „unse­re Meis­ter erfah­ren welt­weit die höchs­te Akzep­tanz und wer­den so zu hoch­qua­li­fi­zier­ten Fach­ar­bei­tern“, wie Albiez erklärt.

Die Grund­la­gen für einen solch erfolg­rei­chen Bil­dungs­weg wer­den jedoch zunächst in der Aus­bil­dung geschaf­fen. Genau hier­für soll der Zehn-Punk­te-Plan der IHK die idea­len Vor­aus­set­zun­gen ver­deut­li­chen. Aus jenem Grund wur­den die Fra­ge­bö­gen von rund 2500 Aus­zu­bil­den­den aus dem IHK-Bereich aus­ge­wer­tet, um dar­aus die Qua­li­tät, Zufrie­den­heit und letzt­end­lich die Erfolgs­fak­to­ren der Aus­bil­dung abzu­lei­ten. „Uns ging es vor allem dar­um, was gut war und was noch bes­ser wer­den soll“, berich­tet Cle­mens Boog, alter­nie­ren­der Vor­sit­zen­der des IHK-Berufs­bil­dungs­aus­schus­ses.

Von den Aus­zu­bil­den­den, deren Mehr­zahl in den klas­si­schen mit­tel­stän­di­schen Betrie­ben im Bereich der Metall­tech­nik, im Ver­kehrs­we­sen oder Han­del tätig und meist im Alter zwi­schen 18 und 20 ist, wur­den dabei sämt­li­che Aspek­te der Aus­bil­dungs­qua­li­tät abge­fragt: Ange­fan­gen beim Aus­bil­dungs­plan, der Ver­gü­tung, den Aus­bil­dern und dem ent­ge­gen­ge­brach­ten Respekt bis hin zum Unter­richts­stoff, der Lern­at­mo­sphä­re und der Fair­ness in den Berufs­schu­len.

Mit den Ergeb­nis­sen ist man sei­tens der IHK zufrie­den. So wer­den bei­spiels­wei­se die ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Aus­bil­dungs­zei­ten in allen Bran­chen immer oder sehr häu­fig ein­ge­hal­ten – einen klei­ne­ren Aus­rei­ser gibt es hier ledig­lich im Bereich Hotel und Gas­tro­no­mie – und die Aus­zu­bil­den­den müs­sen qua­si nie aus­bil­dungs­frem­de Tätig­kei­ten aus­füh­ren. Ledig­lich hin­sicht­lich des Unter­richts­aus­falls gebe es Nach­hol­be­darf, „hier haben wir die Schu­len bereits infor­miert“, erklärt Tho­mas Albiez.

Was die Fak­to­ren einer erfolg­rei­chen dua­len Aus­bil­dung betrifft, sei ins­be­son­de­re die Wert­schät­zung an vor­ders­ter Stel­le, wie Mar­ti­na Furt­wäng­ler, Lei­te­rin des Geschäfts­be­reichs Beruf­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung, betont. Gleich dar­auf fol­ge der regel­mä­ßi­ge Besuch der Berufs­schu­le, der zeit­na­he Aus­gleich von Über­stun­den, die Gewäh­rung des Urlaubs­an­spruchs und die Ver­füg­bar­keit von per­sön­li­chen Ansprech­part­nern. „Es ist beein­dru­ckend, dass die Azu­bis durch die Bank die glei­chen zehn Punk­te nen­nen“, so Albiez, „das sind die Basics, aber die müs­sen pas­sen“.

Damit dies auch wei­ter­hin so bleibt, wer­den die Aus­bil­dungs­be­trie­be regel­mä­ßig von der IHK kon­trol­liert. Mar­ti­na Furt­wäng­ler: „Soll­ten wir hören, dass es nicht passt, gehen wir sofort auf den Betrieb zu – vie­le Azu­bis spre­chen die Pro­ble­me mitt­ler­wei­le aber auch direkt an.“ Zum Glück, denn so kön­ne schnell reagiert, die Abbruch­quo­te gering­ge­hal­ten und die Pro­ble­me aus dem Weg geschafft wer­den. Schließ­lich hat man sich bei der IHK zum Ziel gesetzt, die jun­gen Men­schen opti­mal aus­zu­bil­den – dabei wird auch der 10-Punk­te-Plan hel­fen.