Firmeninhaber Ralph Schmid erläutert Wirtschaftsförderer Manfred Jungbeck und OB Thomas Herzog, wie verschiedene Kabel für die Installation vorbereitet werden. Rechts Prokuristin Milena Bialas. Foto: him

Wer auf der Suche nach einem schwä­bi­schen Tüft­ler ist, der sich mit einer guten Idee selbst­stän­dig macht und zum erfolg­rei­chen Unter­neh­mer wird, im Inter­kom­mu­na­len Indus­trie­ge­biet „See­dorf-Wald­mös­sin­gen” – kurz Inter­kom –  kann man einen tref­fen.

Im Jahr 2000, damals gera­de 24 Jah­re alt, hat­te Ralph Schmid im Inter­net eine Fir­ma in Ulm ent­deckt, die Maschi­nen baut, die Kabel mit Zah­len und Buch­sta­ben bedruckt. Er selbst  arbei­te­te damals als Anla­gen­elek­tro­ni­ker bei einem gro­ßen Schalt­an­la­gen­bau­er in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen. „Das wird den Anla­gen­bau revo­lu­tio­nie­ren“, dach­te Schmid sofort. Bis­her muss­ten aus­ge­bil­de­te Elek­tri­ker die Schalt­käs­ten für Maschi­nen nach Schalt­plä­nen bestü­cken. Sie muss­ten genau wis­sen, wel­ches Kabel  an wel­chen Anschluss gehört. „Wenn das schon auf dem Draht drauf steht, dann kann das auch eine ange­lern­te Kraft – und das Gan­ze  in der Hälf­te der Zeit.“

OB schaute vorbei

Beim Besuch von Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und Wirt­schafts­för­de­rer Man­fred Jung­beck bei sei­ner Fir­ma WUS-TEC erzählt Schmid davon, wie er zunächst sei­nen dama­li­gen Chef von der neu­en Metho­de über­zeu­gen woll­te, aber schei­ter­te. „Wir haben je Schalt­schrank etwa 40 Stun­den gebraucht“, so Schmid, aber sein Arbeit­ge­ber woll­te sich zunächst nicht auf  die Neue­rung ein­las­sen. Also hat er sich die Maschi­ne aus Ulm gekauft, in den Kel­ler gestellt und näch­te­lang getüf­telt.

Bei WUS-TEC beschrif­te­te Kabel.

Schließ­lich hat­te er den Dreh raus, eine  eige­ne Fir­ma gegrün­det und die neue Metho­de sei­nem Chef vor­ge­führt. „Er wur­de mein ers­ter Kun­de“, erzählt Schmid lachend. Nach zwei Jah­ren neben­be­ruf­li­cher Tätig­keit mach­te der gebür­ti­ge Win­zel­ner sich selb­stän­dig, kauf­te im Inter­kom ein Grund­stück und bau­te hier sei­ne Fir­ma mit heu­te 15 Beschäf­tig­ten auf.

Ober­bür­ger­meis­ter Her­zog inter­es­sier­te sich für den genau­en Ablauf, ob Schmid  die Schalt­plä­ne ana­ly­sie­re und die Beschrif­tun­gen fest­le­ge, oder ob dies Auf­ga­be der Auf­trag­ge­ber sei. Schon aus Gewähr­leis­tungs­grün­den müss­ten die Auf­trag­ge­ber die Beschrif­tun­gen fest­le­gen, erläu­ter­te Schmid. Das Beschrif­ten funk­tio­nie­re  – und loh­ne – sich „schon ab Stück­zahl eins.“

Frauenpower

Mit Mile­na Bial­as hat WUS-TEC die idea­le Pro­ku­ris­tin, fin­det Inha­ber Schmid. Die jun­ge Frau arbei­tet seit zwölf Jah­ren im Betrieb und hat eine Aus­bil­dung zur Elek­tro­ni­ke­rin für Betriebs­tech­nik Fach­rich­tung Schalt­an­la­gen­bau absol­viert. „Ich habe ganz nor­mal in der Pro­duk­ti­on gear­bei­tet, bis Herr Schmid Unter­stüt­zung im Büro gebraucht hat“, erzählt sie. Anfangs habe sie den hal­ben Tag im Büro zuge­bracht, dann immer mehr Auf­ga­ben über­nom­men und inzwi­schen Pro­ku­ra.

Bei den Kun­den sei das manch­mal noch merk­wür­dig: Wenn es um tech­ni­sche Aus­künf­te gehe, frag­ten sie nach dem Chef, erzählt Schmid. „Dabei weiß Frau Bial­as das genau­so gut wie ich.“

Inzwi­schen hat WUS-TEC sein Ange­bot noch aus­ge­wei­tet und kann Kabel­en­den mit Ultra­schall ver­dich­ten. Gegen­über Kabel­end­hül­sen habe dies den Vor­teil, dass es auch für stär­ke­re Kabel­durch­mes­ser funk­tio­niert, ein opti­ma­ler Lei­tungs­über­gang ent­steht und die Län­gen der Ver­dich­tung fle­xi­bel sind.

Demnächst wird erweitert

WUS-TEC Betriebs­ge­bäu­de im Inter­kom­mu­na­len Gewer­be­ge­biet See­dorf-Wald­mös­sin­gen. Fotos: him

Fle­xi­bel sind auch die Arbeits­zei­ten sei­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen. Sie kön­nen sich über­wie­gend selbst ein­tei­len, wann sie wel­che Arbei­ten erle­di­gen. „Haupt­sa­che, die Arbeit wird gemacht“, fin­det Schmid, „es ist egal wann.“ Weil es sich um ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­ben hand­le, gebe es bei WUS-TEC kei­ne Akkord­ar­beit, ver­si­chert Pro­ku­ris­tin Bial­as. Und wenn eine Maschi­ne kaputt gehe, dann repa­rie­re die Schmid per­sön­lich. Tüft­ler eben.

Die Geschäf­te lau­fen gut, und die Räu­me rei­chen  nicht mehr aus, um Mit­ar­bei­ter und Maschi­nen ver­nünf­tig unter­zu­brin­gen. „Wir haben ein­fach kei­nen Platz mehr.“ Des­halb hat Schmid ein Nach­bar­grund­stück im Inter­kom gekauft. Bis in einem Jahr soll der Erwei­te­rungs­bau ste­hen.