Handwerk: Wahl mit Revoluzzerliste

Betriebe aus fünf Landkreisen wählen Ihre Vertreter in der Vollversammlung der Handwerkskammer Konstanz

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Im regio­na­len Hand­werk steht die Wahl der Voll­ver­samm­lung – dem Par­la­ment der Hand­werks­kam­mer Kon­stanz an. Rund 12.000 Betrie­be aus den Land­krei­sen Kon­stanz, Walds­hut, Schwarz­wald-Baar, Tutt­lin­gen und Rott­weil erhiel­ten die Brief­wahl­un­ter­la­gen hier­zu.

Bis zum 30. Juni 2019 kön­nen sie mit ihrer Stim­me mit­ent­schei­den, wel­che kom­pe­ten­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in der Voll­ver­samm­lung Ver­ant­wor­tung über­neh­men und sich für die Inter­es­sen und Zie­le im Hand­werk ein­set­zen sol­len. Hier­bei geht es um aktu­el­le Wei­chen­stel­lun­gen: Hand­werk 2025, Digi­ta­li­sie­rung, Fach­kräf­te­man­gel, Ver­bes­se­rung der Aus- und Wei­ter­bil­dung sind wesent­li­che The­men. Hin­zu kom­men Ent­schei­dun­gen über den Haus­halt und ande­res.

Jede Stim­me zählt“, betont der Hand­werks­kam­mer­prä­si­dent Gott­hard Rei­ner. Der Elek­tro­meis­ter aus dem Land­kreis Tutt­lin­gen steht alters­be­dingt für eine wei­te­re Amts­pe­ri­ode nicht zur Ver­fü­gung. Die künf­ti­ge Voll­ver­samm­lung ent­schei­det dann, wer neu­er Prä­si­dent wird – die­ser darf höchs­tens 65 Jah­re alt sein.

Ent­ge­gen den 52 ande­ren deut­schen Kam­mer­be­zir­ken ste­hen im Kam­mer­be­zirk Kon­stanz statt einer Lis­te und der soge­nann­ten Frie­dens­wahl zwei Lis­ten mit je 26 Kan­di­da­ten, Stell­ver­tre­tern und Ersatz­kan­di­da­ten zur Wahl für die Unter­neh­mens-Mit­glie­der der Voll­ver­samm­lung:

Die Lis­te 1 „Star­kes Hand­werk – gemein­sam in die Zukunft“ wird von Ver­trau­ens­mann Hans­jörg Blen­der, Kreis­hand­werks­meis­ter am west­li­chen Boden­see, ange­führt. Die Lis­te 2 „Freie Hand­wer­ker für Kam­mer ohne Zwang“ von Ver­trau­ens­mann und Kon­stan­zer Zim­mer­er­meis­ter Gün­ter Bey­er-Köh­ler.

Mit der Lis­te 1 „Star­kes Hand­werk – Gemein­sam in die Zukunft“ ver­tre­ten wir die Brei­te des Hand­werks über alle fünf Land­krei­se der Hand­werks­kam­mer und über alle Gewer­ke, unab­hän­gig von einer Innungs­mit­glied­schaft“, betont Hans­jörg Blen­der. Kam­mer­prä­si­dent Rei­ner kommt aus die­ser Lis­te.

Der Ver­trau­ens­mann hebt fol­gen­de The­men­be­rei­che her­vor:

Wir wol­len die Aus- und Wei­ter­bil­dung für das Hand­werk sichern und stän­dig an die Anfor­de­run­gen der Betrie­be und die stän­di­gen Fort­schrit­te anpas­sen. Jun­ge Betriebs­in­ha­ber mit neu­en Ide­en und Anfor­de­run­gen möch­ten wir in unse­re Gre­mi­en inte­grie­ren, damit wir uns alle mit­ein­an­der wei­ter­ent­wi­ckeln. Den Wert einer „Kar­rie­re mit Leh­re“ gilt es in der Gesell­schaft, in Schu­len, bei Eltern und in der Poli­tik aktiv und mit brei­ge­fä­cher­tem Enga­ge­ment zu ver­bes­sern und zu ver­tre­ten. Wir sind über alle Land­krei­se und für alle Betrie­be der Hand­werks­kam­mer ein ver­läss­li­che und kom­pe­ten­te Ansprech­part­ner. Es gilt, zusam­men mit dem Haupt­amt der Hand­werks­kam­mer und ihren Bil­dungs­aka­de­mi­en unser Hand­werk wirt­schaft­lich sta­bil und modern in die Zukunft zu füh­ren. Dazu gehört auch die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft in Bil­dungs­aka­de­mi­en und die gesam­te Wei­ter­bil­dung für drin­gend benö­tig­te gute Fach­kräf­te. Wir Hand­wer­ker ver­ant­wor­ten dies mit kla­ren Struk­tu­ren lie­ber sel­ber, als dies der Poli­tik zu über­las­sen. Die Hand­werks­kam­mer soll zum Ende der Wahl­pe­ri­ode 2024 stär­ker und noch kom­pe­ten­ter sowie mit neu­en Medi­en und Betei­li­gungs­for­men für die Mit­glieds­be­trie­be der Dienst­leis­ter rund um das Hand­werk sein. “

Die Lis­te 2 ist dage­gen die Revo­luz­zer­lis­te. Die kri­ti­siert die Wahl­struk­tur, will kei­ne Zwangs­mit­glied­schaft und eine kos­ten­freie Aus­bil­dung. Hans­jörg Blen­der ver­weist auf ein Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 12. Juli 2017, das die der­zei­ti­ge Form der Mit­glied­schaft in allen Wirt­schafts­kam­mern für recht­mä­ßig ein­stuf­te. Er betont:

Hier wird etwas ein­ge­for­dert, das recht­lich gar nicht halt­bar ist. Zudem fehl­ten ein Pro­gramm oder Ver­än­de­rungs­vor­schlä­ge kom­plett.“

Ihm wäre es wich­tig, die Hand­wer­ker die­ser Lis­te in die gemein­sa­me Arbeit für das Hand­werk ein­zu­bin­den, denn „nur mit Dage­gen-sein gibt es kei­ne bes­se­re Zukunft für das Hand­werk und unse­re Betrie­be in der Regi­on.“

Es liegt nun an allen Hand­werks­be­trie­ben des Kam­mer­be­zirks von ihrem wich­ti­gen Wahl­recht Gebrauch zu machen. Mit den gewähl­ten Mit­glie­dern in der Voll­ver­samm­lung der Hand­werks­kam­mer gel­te es das Hand­werk als bedeu­ten­den Teil der Gesell­schaft kom­pe­tent und ver­läss­lich über alle fünf Land­krei­se zu ver­tre­ten.

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