Einblicke ins Innovationsmanagement

TechnologyMountains bietet 60 Mitgliedern Blick hinter die Kulissen bei der Hugo Kern und Liebers GmbH & Co. KG in Schramberg

In Gruppenführungen lernten die Teilnehmer der Mountains-Tour bei Kern-Liebers in Schramberg die verschiedenen Produktionsbereiche kennen. Foto: ©TechnologyMountains/ Ralph Gravenstein

Schram­berg (pm) – Für Kern-Lie­bers zählt nicht nur, was man kann, son­dern auch, dass man es bes­ser oder frü­her kann als ande­re: Die­se Bot­schaft nah­men rund 60 Mit­glie­der des Unter­neh­mens­netz­werks Tech­no­lo­gy­Moun­tains mit von ihrem Besuch am Stamm­sitz des renom­mier­ten Federn- und Pla­ti­nen­her­stel­lers in Schram­berg. Im Rah­men der Moun­tains-Tour hat­te der inter­na­tio­na­le Zulie­fe­rer der Auto­mo­bil-, Tex­til- und Kon­sum­gü­ter­in­dus­trie sei­ne Tore für die Netz­werk­kol­le­gen geöff­net, wie es in einer Pres­se­mit­tei­lung heißt.

Dirk Heers, Geschäfts­füh­rer und Tech­ni­scher Direk­tor der Kern-Lie­bers-Grup­pe, führ­te die Gäs­te zunächst in die Eck­da­ten des Kon­zerns ein: 747 Mil­lio­nen Euro Umsatz im abge­lau­fe­nen Geschäfts­jahr 2017/18, welt­weit über 8.000 Mit­ar­bei­ter an 52 Stand­or­ten, davon allei­ne am Stamm­sitz in Schram­berg über 1.400 Mit­ar­bei­ter in fünf Geschäfts­be­rei­chen – die­se Zah­len mach­ten Ein­druck. Nach star­kem Wachs­tum hin­sicht­lich des Per­so­nals und Neu­in­ves­ti­tio­nen sei man inzwi­schen ein wenig ver­hal­te­ner mit Neu­ein­stel­lun­gen: So sehe man mit etwas Sor­ge auf die Ent­wick­lung im Auto­mo­ti­ve-Bereich, spe­zi­ell für die Tei­le­zu­lie­fe­rung zu Die­sel­mo­to­ren erwar­te man in abseh­ba­rer Zeit sta­gnie­ren­de Wachs­tums­zah­len, wie Heers aus­führ­te.

Umso wich­ti­ger sei es, mit Inno­va­tio­nen die Geschäfts­ent­wick­lung vor­an­zu­trei­ben, wie Dr. Chris­ti­an Stem­plin­ger, Lei­ter des Inno­va­ti­ons­ma­nage­ments der Kern-Lie­bers-Grup­pe, aus­führ­te. Stem­plin­ger gab den Gäs­ten einen Über­blick dar­über, wie bei Kern-Lie­bers außer­halb der gewohn­ten Inno­va­ti­ons­zy­klen Ide­en vor­an­ge­trie­ben wird. So war­te man nicht erst auf Kun­den­an­fra­gen, son­dern samm­le per­ma­nent Ide­en und bewer­te die­se nach einem eigens hier­für ent­wi­ckel­ten Ver­fah­ren hin­sicht­lich ihrer Markt- und Ertrags­chan­cen. „Nur zwei bis drei von 100 Ide­en wer­den tat­säch­lich bis zur Markt­rei­fe ent­wi­ckelt“, zeig­te Stem­plin­ger auf: Die Mehr­zahl fal­le in einem Fil­ter­pro­zess von der Ide­en­samm­lung über deren Detail­lie­rung bis zur Prio­ri­sie­rung durch das Sieb. Qua­li­ta­ti­ve und quan­ti­ta­ti­ve Beschrei­bungs­tools für Ide­en hel­fen hier­bei maß­geb­lich, die wirk­lich wert­vol­len Ide­en her­aus­zu­fil­tern.

Inno­va­tio­nen ent­ste­hen dabei in den unter­schied­lichs­ten Berei­chen: Nicht nur in der Pro­dukt­spar­te wer­den Neu­hei­ten gene­riert, son­dern auch in Pro­zes­sen, in Tech­no­lo­gi­en all­ge­mein, oder auch im Bereich der Dienst­leis­tun­gen. Wie sol­che Ide­en kon­kret aus­se­hen, demons­trier­te Dr. Joa­chim Jahn­ke, Lei­ter der Vor­ent­wick­lung bei Kern-Lie­bers, anhand eini­ger Pro­dukt­bei­spie­le. So lie­fen schon Ver­su­che zur Anwend­bar­keit von 3D-Metall­druck im Laser­schmelz­ver­fah­ren, es wur­den Flach­dräh­te aus Alu­mi­ni­um für leich­te­re Elek­tro­mo­to­ren eben­so ent­wi­ckelt wie extrem hit­ze­be­stän­di­ge Federn aus Kera­mik, die den ther­mi­schen Belas­tun­gen moder­ner Abgas­sys­te­me gewach­sen sind.

In einer ein­stün­di­gen Betriebs­füh­rung wur­de den Gäs­ten anschau­lich gezeigt, wie breit das Pro­dukt- und Fer­ti­gungs­spek­trum von Kern-Lie­bers ist: Rund 60.000 Pro­duk­te ent­ste­hen in den Wer­ken der Unter­neh­mens­grup­pe, dar­un­ter zahl­lo­se Vari­an­ten von Band­fe­dern und Draht­fe­dern. Unter ande­rem stam­men 70% der welt­weit ver­bau­ten Gurtauf­roll­fe­dern aus der Fer­ti­gung von Kern-Lie­bers. Hoch­kom­ple­xe Stanz-, Fein­schneid- und Mikro­stanz­tei­le gehö­ren eben­so zum Port­fo­lio des Her­stel­lers.

Zum Abschluss des infor­ma­ti­ven Abends nutz­ten die Gäs­te beim Get-tog­e­ther die Gele­gen­heit, mit den Refe­ren­ten des Abends ins Gespräch zu kom­men und noch ein­mal eini­ge Tei­le aus dem Pro­dukt­pro­gramm genau­er unter die Lupe zu neh­men. „Die Gäs­te zeig­ten sich sicht­lich beein­druckt: nicht nur von der Grö­ße und Leis­tungs­fä­hig­keit der Unter­neh­mens­grup­pe, son­dern von der Inno­va­ti­ons­kraft als wich­ti­ger Teil der Unter­neh­mens­stra­te­gie für die Zukunfts­si­che­rung“, freut sich Orga­ni­sa­to­rin der Moun­tains-Tour, Danie­la Jar­dot von Tech­no­lo­gy­Moun­tains.