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Auf Klage der Energieversorgung Rottweil (ENRW) hat das Oberlandesgericht Stuttgart den Stromdiscounter EPRIMO wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt. Das teilte die ENRW am Montag mit. EPRIMO hatte demnach mit wettbewerbswidrigen Methoden versucht, ENRW-Kunden zu einem Wechsel des Stromanbieters zu bewegen. Dem soll das Urteil aus Stuttgart nun einen Riegel vorschieben. Nach Informationen der NRWZ ist es rechtskräftig, der unterlegene Stromanbieter hat den Richterspruch akzeptiert.

Per Telefon seien persönliche Daten von ENRW-Kunden abgefragt, unwahre Behauptungen aufgestellt und statt der versprochenen „Angebote“ unmittelbar nach den Gesprächen Vertragsabschlüsse übermittelt worden. Dafür wurde EPRIMO nun abgestraft. Konsequenz: Wird der Stromdiscounter nochmals aktiv, drohen Bußgelder in sechsstelliger Höhe, teilt die ENRW mit.

In diesem Sinne appelliert Edeltraut Martinkewitz, Abteilungsleiterin Vertrieb der ENRW, an die Kunden, derartige Anrufe umgehend zu melden: „Wer unsicher ist, ob ein Anruf seriös ist, darf sich jederzeit gerne an uns wenden.“ Die ENRW berät Kunden, die an der Haustür oder am Telefon zu einem Anbieterwechsel gedrängt werden. Unter der Rufnummer 0741 / 472-222 stehen die Kundenberater für Auskünfte bereit.

Alternativ bietet die Bundesnetzagentur für Verbraucher, die von unerlaubter Telefonwerbung betroffen sind, eine Möglichkeit, dies online unter www.bundesnetzagentur.de/unerlaubtetelefonwerbung zu melden. Die Behörde, welche in diesem Jahr bereits Bußgelder in Höhe von mehr als 800.000 Euro wegen unerlaubter Telefonwerbung verhängte, wird dann aktiv.

Bereits im vergangenen Jahr hätten sich Telefonwerber ohne das Einverständnis der ENRW-Kunden gemeldet und Zählernummer, Kundennummer, Kontaktdaten sowie die Bankverbindung verlangt, so der Rottweiler Energieversorger. Die Aussage, „nur ein Angebot erstellen zu wollen“, erwies sich für die Angerufenen offenbar als Trugschluss: E-Mails bestätigten kurz nach Ende der Telefonate den vollzogenen Anbieterwechsel. Die ENRW-Kunden seien gezwungen gewesen, fristgerecht zu widerrufen. Das habe vor allem älteren Menschen große Schwierigkeiten bereitet, so ein ENRW-Sprecher.

„Unsere Kunden werden vermehrt mit solchen unseriösen Werbeanrufen konfrontiert. In vielen Fällen geben sich die Werber als ‚Partner‘ oder sogar ENRW-Mitarbeiter aus und versuchen so, sich das Vertrauen der Kunden zu erschleichen“, erklärt Martinkewitz, „allein die mündliche Zusage für eine Angebotserstellung wird schon als Vertragsabschluss gewertet.“ Die unseriösen Anbieter seien mit nur wenigen Angaben in der Lage, den Strom- oder Erdgasvertrag eines Kunden zu kündigen, ohne dass der Kunde dies unmittelbar feststellen könne.

Die ENRW weist darauf hin, dass sie weder über Subunternehmen Strom oder Erdgas vertreibe, noch telefonisch Verträge abschließen lässt: „Unsere Mitarbeiter senden den Kunden immer die Vertragsunterlagen per Post, damit Zeit ist, diese in Ruhe zu prüfen“, so Vertriebsleiterin Martinkewitz. Ein Vertrag komme erst nach handschriftlicher Unterzeichnung zustande.