Erholung am Arbeitsmarkt bleibt fragil

Erholung am Arbeitsmarkt bleibt fragil

Zum Stichtag Mitte November waren 11.900 Frauen und Männer ohne Arbeit, das sind 225 Personen oder 1,9 Prozent weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote bleibt wie im Vormonat bei 4,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie laut Agentur für Arbeit noch bei 2,8 Prozent. Hier die Meldung:

Die Arbeitslosigkeit hat im Vergleich zum Vormonat nochmals leicht abgenommen. Es meldeten sich 2460 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos, 1164 unmittelbar aus vorheriger Erwerbstätigkeit (minus 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dem standen knapp 2690 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gegenüber. 1085 Personen konnten im November ihre Arbeitslosigkeit beenden und eine Beschäftigung aufnehmen. Das sind ganze 28,7 Prozent (242 Personen) mehr als im Vorjahresmonat.

„Der Arbeitsmarkt profitiert von der wirtschaftlichen Aufholjagd der letzten Monate, allerdings nur in bestimmten Branchen und vor allem im Bereich der befristeten Beschäftigungsverhältnisse“, erläutert Scholz. Die Zahlen beziehen sich immer auf den Stichtag zur Monatsmitte. Mit den Daten von diesem Monat können die Auswirkungen des November-Lockdowns deshalb nur eingeschränkt abgebildet werden. „Insofern ist die starke Entwicklung, die sich in den aktuellen Arbeitsmarktzahlen spiegelt, auf Nachholeffekte der letzten Monate zurückzuführen.“

Die Zahl der im November neu gemeldeten Arbeitsstellen ist im Vergleich zum Oktober gesunken (minus 47 oder 3,6 Prozent weniger als im Oktober, minus 96 oder 7,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat). „Die Nachfrage nach Arbeitskräften lässt jedes Jahr zum Jahresende hin nach. Das aktuelle Ausmaß lässt sich durch die wirtschaftlich angespannte Lage und die Einschränkungen durch Corona erklären. Wir erkennen eine deutliche Zurückhaltung der Betriebe bei der Meldung von offenen Stellen“, so Scholz weiter.

Kurzarbeit

Nachdem die Anzeigen für Kurzarbeit im dritten Quartal deutlich zurückgegangen waren und im August ihren Tiefstand seit Beginn der Corona-Krise erreicht hatten, steigt die Anzahl an neuen Anzeigen im November deutlich. Viele Betriebe haben während des November-Lockdowns erneut daraufgesetzt, Arbeitsausfälle mit dem Kurzarbeitergeld auszugleichen, um ihre Beschäftigten zu halten. In diesem Monat sind 416 neue Anzeigen von Betrieben aus dem Agenturbezirk eingegangen (im Oktober waren es 109 Anzeigen). Damit wurde Kurzarbeit für 3.068 Beschäftigte angemeldet (im Oktober waren es 1398 Personen).

Für die Monate März bis Mai liegen die endgültigen Zahlen zur Kurzarbeit auf Basis der erfassten Abrechnungslisten vor. Im Mai haben .648 Betriebe im Agenturbezirk Rottweil – Villingen-Schwenningen Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. Es befanden sich 53.444 Frauen und Männer in Kurzarbeit. Die Kurzarbeiter-Quote lag im Mai bei 24,9 Prozent für den Agenturbezirk. Die Quote stellt den Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dar.

Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den Landkreisen

Im Landkreis Tuttlingen ist die Arbeitslosenquote leicht gesunken. Der Rückgang betrug 0,1 Prozentpunkte, die Quote liegt bei 4,1 Prozent. Im November waren 3378 Menschen arbeitslos gemeldet (91 Personen weniger als im Vormonat).

Die Arbeitslosenquote im Schwarzwald-Baar-Kreis liegt unverändert bei 4,7 Prozent. 5709 Personen waren im November ohne Arbeit (22 Personen mehr als im Vormonat).

Im Landkreis Rottweil sank die Arbeitslosenquote auf 3,4 Prozent (0,2 Prozentpunkte weniger als im Vormonat). Der Bestand an Arbeitslosen hat sich um 156 verringert, insgesamt waren 2813 Personen im Kreis arbeitslos gemeldet.

Grafiken: Agentur für Arbeit

 

 Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Agenturbezirk hat die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) abgenommen, im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 7.476 Personen, das sind 292 weniger als im Vormonat und 2.931 mehr Personen als vor einem Jahr (plus 64,5 Prozent). Im Rechtskreis SGB II wurden 4.424 Arbeitslose gezählt. Ein Plus von 67 gegenüber Oktober; im Vergleich zum November 2019 ein Anstieg von 1.088 Arbeitslosen (plus 32,6 Prozent).

Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr nach Landkreisen:

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) stieg die Arbeitslosigkeit im Schwarzwald-Baar-Kreis um 70,3 Prozent, im Landkreis Tuttlingen um 58,7 Prozent und im Kreis Rottweil um 61,3 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) liegt der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bei 32,7 Prozent im Schwarzwald-Baar-Kreis, bei 32,3 Prozent im Kreis Tuttlingen und bei 32,8 Prozent im Kreis Rottweil.

 Stellenmarkt

Dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit wurden im November 1255 neue Arbeitsstellen gemeldet, das waren 47 oder 3,6 Prozent weniger als noch im Oktober. Im Agenturbezirk sind insgesamt 4.288 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 1041 Stellen oder 19,5 Prozent weniger als Vorjahresmonat.

 

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 1. Dezember 2020 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/wirtschaft/erholung-am-arbeitsmarkt-bleibt-fragil/293632