Das Präsidium mit den IHK-Vizepräsidenten wird im Rahmen eines Handlungs- und Maßnahmenkatalog Schwerpunkthemen der IHK arbeitsteilig verantworten. Von links: IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez, Dr. Hans-Rüdiger Schewe (Themenfeld Standortpolitik), Bettina Schuler-Kargoll, Achim Scheerer (Unternehmensförderung), Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd, Thomas Butsch (Technologie und Innovation), Dr. Steffen P. Würth (Europa) und Dr. Harald Marquardt (Internationales). Foto: pm

Die Voll­ver­samm­lung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg hat bei ihrem Früh­jahrs­tref­fen bei der Fir­ma Anton Häring- in Bubs­heim in einer Reso­lu­ti­on geschlos­sen für die Euro­pa­wahl gewor­ben. Dar­über berich­tet die IHK in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Die Voll­ver­samm­lung spricht sich mit der Reso­lu­ti­on des Mit­tel­stan­des für ein gemein­sa­mes Euro­pa der Viel­falt, der Chan­cen und des Mit­ein­an­ders aus. Sie unter­streicht den posi­ti­ven Bei­trag der Euro­päi­schen Gemein­schaft für die regio­na­le Wirt­schaft und die Bür­ger. Sie erklärt Euro­pa als einen Ort des Aus­tau­sches und der Frei­heit und des frei­en Bin­nen­markts. Für den Erfolg des euro­päi­schen Pro­jekts wünscht sie sich ein muti­ges Han­deln, mehr Ver­ant­wor­tungs­be­reit­schaft und Ant­wor­ten auf wesent­li­che Fra­gen der Zukunft Euro­pas“, sag­te IHK-Prä­si­den­tin Bir­git Haken­jos-Boyd.

Die Euro­päi­sche Uni­on ste­he durch den Bre­x­it und zuneh­men­der inter­na­tio­na­ler Span­nun­gen vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, ergänz­te IHK-Vize­prä­si­dent Dr. Stef­fen P. Würth. Im Hin­blick auf die Euro­pa­wahl am 26. Mai mehr­ten sich auch popu­lis­ti­sche und natio­na­lis­ti­sche Stim­men. Dies set­ze die Euro­päi­sche Uni­on als Wer­te- und Wirt­schafts­raum unter Druck. „Inner­halb der regio­na­len Wirt­schaft ist die Bedeu­tung Euro­pas als gemein­sa­mer Ort für Wirt­schaf­ten und Leben fest ver­an­kert. Euro­pa ist in sei­nem Grund­prin­zip posi­tiv besetzt“, so Würth. Des­halb erhof­fe sich die IHK eine hohe Wahl­be­tei­li­gung.

Im Hin­blick auf die Kom­mu­nal­wahl for­mu­lier­te die Voll­ver­samm­lung ein gemein­sa­mes Stim­mungs­bild: Eine Kurz­um­fra­ge inner­halb des Gre­mi­ums skiz­zier­te gro­ßen Hand­lungs­be­darf im Bereich der digi­ta­len Infra­struk­tur, der Ver­füg­bar­keit von Wohn­raum und der Ver­füg­bar­keit von beruf­lich qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten und Aus­zu­bil­den­der. Unzu­frie­den­heit wird eben­so im Bereich des Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs signa­li­siert.

Unse­re Regi­on steht noch nicht da, wo sie die Unter­neh­men brau­chen. Des­halb muss der  Bedarf der Betrie­be eine zen­tra­le Rol­le in den kom­mu­na­len Gre­mi­en ein­neh­men”, so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Albiez. Jede Gemein­de habe unter­schied­li­che Stell­schrau­ben und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung. Zen­tral sei der Dia­log zwi­schen den Kom­mu­nal­ver­ant­wort­li­chen und den Unter­neh­men vor Ort. Tho­mas Albiez: „Digi­tal­aus­bau, Woh­nen, Jugend­för­de­rung und Ver­kehr muss in allen 76 Gemein­den der Regi­on eine maß­geb­li­che Rol­le spie­len.”

Unter­stüt­zen wird die IHK das Vor­ha­ben der Bun­des­re­gie­rung, die Beschäf­ti­gung aus­län­di­scher Fach- und Arbeits­kräf­te zu erleich­tern. „Die Regeln soll­ten so ein­fach und das Ver­fah­ren so schnell sein, dass die Anwer­bung von Arbeit­neh­mern im Aus­land eine rea­lis­ti­sche Ant­wort auf den Fach­kräf­te­man­gel sein kann“, sag­te Bir­git Haken­jos-Boyd.

Außer­dem wer­de sich die IHK dafür ein­set­zen, dass in den Behör­den die not­wen­di­gen Kapa­zi­tä­ten geschaf­fen wer­den, um Unter­neh­men dabei zu unter­stüt­zen, aus­län­di­sche Arbeit­neh­mer zu beschäf­ti­gen. Das gel­te auch für die Ein­wan­de­rung zur Berufs­aus­bil­dung. Damit wer­de sich das deut­sche Zuwan­de­rungs­recht nicht mehr nur in ers­ter Linie auf eine Aka­de­mi­ker­zu­wan­de­rung kon­zen­trie­ren.

Neu­er Vor­sit­zen­der des IHK-Außen­wirt­schafts­aus­schus­ses ist Bernd See­mann. Er lei­tet des Bereich Zoll, Export­kon­trol­le und grenz­über­schrei­ten­de Umsatz­steu­er bei der Aes­cu­lap AG in Tutt­lin­gen. See­mann wur­de ein­stim­mig von der Voll­ver­samm­lung in die­ses Amt gewählt. Als Stell­ver­tre­ter bestimm­te das Gre­mi­um eben­falls ein­stim­mig Robert Pem­sel, Geschäfts­füh­rer der Anton Häring in Bubs­heim.

Pro­jekt Cam­pus Heu­berg

Miri­am und Dr. Jür­gen Häring von der Geschäfts­lei­tung von Häring stell­ten am Ran­de der Voll­ver­samm­lung das Pro­jekt Cam­pus Heu­berg vor. Im Rah­men die­ses Pro­jek­tes hat die Zer­spa­nungs­bran­che ihre Zusam­men­ar­beit inten­si­viert und setzt sich für eine fort­schritt­li­che Aus­bil­dung ein. Das  ist eine regio­na­le und vor allem gemein­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit der Indus­trie­un­ter­neh­men und der Hoch­schu­le Furt­wan­gen. Die Hoch­schul­ba­sis bil­det dabei der Cam­pus Tutt­lin­gen der Hoch­schu­le Furt­wan­gen.

Der Cam­pus wird von einem För­der­ver­ein mit jähr­lich 2,5 Mil­lio­nen Euro maß­geb­lich unter­stützt, in dem über 100 Fir­men der Regi­on Mit­glie­der sind. Leh­ren­de an dem Tutt­lin­ger Cam­pus kom­men bereits heu­te alle aus der Indus­trie.