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Landkreis Rottweil
Dienstag, 25. Februar 2020

Getranet: Kennennlerntreffen im Schwarzwald

Nach der Übernahme von RKT trafen sich Übersetzer aus ganz Deutschland am Wochenende in Schramberg

SCHRAMBERG  (him) –  Zwei Brüder arbeiten seit drei Jahrzehnten zusammen, erst als Angestellte in einem Verlag, dann als Chefs ihres eigenen Unternehmens: Getranet, das steht für German Translation Network. In Schramberg haben Walter und Arno Ruesch aus Freiburg im vergangenen Herbst die Übersetzungsagentur RKT übernommen. An diesem Wochenende haben die beiden mit den Mitarbeitern der fünf Getranet-Standorte in Schramberg gemeinsam getagt.

Nach ihrer Neugründung im Bereich Fachverlag seien sie auf der Suche nach einem zweiten Geschäftsfeld gewesen, berichtet der Vorstandsvorsitzende Walter Ruesch: „Wir sahen Probleme wegen der neuen Medien auf Verlage zukommen.“ Bruder Arno, der Finanzfachmann bei Getranet, kannte einen ehemaligen Bänker, der ein Übersetzungsbüro aufgemacht hatte und einen Nachfolger suchte. Dieses kleine Unternehmen haben die Brüder damals gekauft. Der Beginn von Getranet.

Buy and build

Nach und nach erwarben die Brüder in zehn Jahren 13 Spezialbüros, deren Inhaber Nachfolger suchten  – zuletzt die Schramberger RKT von Roland Trost mit etwa 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dank RKT beschäftige Getranet nun auch Inhouse-Übersetzer. Wenn Firmen sensible Informationen hätten, sei das von Vorteil, so Arno Ruesch.

Inzwischen arbeiten bei Getranet an die 50 Festangestellte und etwa 350 freiberufliche Übersetzer. Dadurch entstünden sehr viele Synergien und Getranet könne sehr viele Sprachen und Fachwissen anbieten. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Freiburg und Büros in Saarbrücken, Heidelberg, München und Schramberg.

Walter Ruesch stellt die Getranetstandorte vor. Foto: him

Ihr Unternehmen übernehme grundsätzlich alle Mitarbeiter, versichert Walter Ruesch. Und sein Bruder ergänzt: „Unser Prinzip ‚buy and build‘, also kaufen und ausbauen.“ Dabei behielten die bisherigen Firmen ihren eingeführten Markennamen. So wird auch RKT bleiben, wenn auch nicht im großen Gebäude auf dem Lienberg, sondern in einem neuen etwa 350 Quadratmeter großen Büro in der ehemaligen Majolika.

Arbeitplätze bleiben in Schramberg

Bei einem  Empfang am Samstagmittag betonte Arno Ruesch: „wir sind keine Heuschrecken und legen großen Wert auf den Standort Schramberg.“ Walter Ruesch dankte RKT-Gründer Trost für dessen jahrzehntelange Aufbauarbeit. „Es ist immer ein komisches Gefühl, wenn man sein ‚Kind‘ in andere Hände abheben muss.“

 Oberbürgermeister Thomas Herzog begrüßte das Unternehmen Getranet in Schramberg und stellte die Stadt mit ihren an die 12.000 Arbeitsplätzen vor. Er freue sich über den „reibungslosen Übergang“ und versicherte, es sei der Stadt egal, ob RKT auf dem Sulgen oder in der Talstadt ansässig sei: „Hauptsache die Arbeitsplätze bleiben hier.“

Im Anschluss an den Empfang trafen sich die Mitarbeiter in verschiedenen Arbeitsgruppen, brachen aber auch zu Besichtigungstouren in der Stadt auf.

 

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