Dr. Joachim Schulz, Aesculap AG. Foto: pm

Die Metall-Arbeit­ge­ber in der Regi­on Schwarz­wald-Hegau sehen das Regie­rungs­pro­gramm der gro­ßen Koali­ti­on als eine Belas­tung für die hei­mi­sche Wirt­schaft. Dar­über und über den Tarif­ab­schluss mit der IG Metall heißt es in einer Mit­tei­lung des Ver­bands.

Anstatt mehr Wirt­schaft zu wagen, stel­len Uni­on und Sozi­al­de­mo­kra­ten die Wei­chen erneut in Rich­tung mehr Staat und Umver­tei­lung“, kri­ti­sier­te Dr. Joa­chim Schulz, Vor­sit­zen­der der Bezirks­grup­pe Schwarz­wald-Hegau des Arbeit­ge­ber­ver­ban­des Süd­west­me­tall, am Diens­tag auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung des Ver­ban­des in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen: „Auch die Gro­ko III ver­folgt wie­der eine ein­sei­ti­ge Poli­tik zu Las­ten der Wirt­schaft.“

So bedeu­te bei­spiels­wei­se die geplan­te Rück­kehr zur pari­tä­ti­schen Finan­zie­rung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung einen teu­ren Rück­schlag für die Unter­neh­men, erklär­te Schulz. Sie wür­de die Arbeit­ge­ber mit rund fünf Mil­li­ar­den Euro zusätz­lich pro Jahr belas­ten. „Dabei finan­zie­ren wir bereits heu­te schon auf­grund der allein getra­ge­nen Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall einen höhe­ren Anteil der Krank­heits­kos­ten als die Arbeit­neh­mer“, sag­te er.

Ein ech­ter Schlag für die Unter­neh­men sei­en auch die geplan­ten Ein­schrän­kun­gen bei der sach­grund­lo­sen Befris­tung von Arbeits­ver­hält­nis­sen. „Dabei ist die Redu­zie­rung der Maxi­maldau­er von sach­grund­lo­sen Befris­tun­gen von 24 auf 18 Mona­te noch nicht ein­mal das größ­te Pro­blem“, erklär­te der Arbeit­ge­ber­ver­tre­ter: „Dass die Unter­neh­men aber bereits ab 75 Beschäf­tig­ten nur noch 2,5 Pro­zent der Beleg­schaft sach­grund­los befris­tet beschäf­ti­gen dür­fen, ist nicht nur will­kür­lich, son­dern beraubt die Unter­neh­men ihrer drin­gend benö­tig­ten Fle­xi­bi­li­tät.“

Man dür­fe dabei nicht über­se­hen, dass sach­grund­lo­se Befris­tun­gen in erheb­li­chem Maße zum Beschäf­ti­gungs­auf­bau bei­tra­gen. „Befris­tun­gen mit und ohne Sach­grund bie­ten Arbeit­su­chen­den einen erfolg­rei­chen Weg für einen Ein­stieg oder – gera­de nach län­ge­rer Arbeits­lo­sig­keit – Wie­der­ein­stieg in den Arbeits­markt“, beton­te Schulz. Der Effekt der geplan­ten Ein­schrän­kun­gen wer­de sein, dass vie­le Men­schen erst gar nicht mehr ein­ge­stellt wür­den, weil den Betrie­ben das Risi­ko einer sofor­ti­gen Fest­an­stel­lung dann zu hoch wäre.

Tarifabschluss schmerzhaft

Schmerz­haft sei für die Unter­neh­men der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie auch der jüngs­te Tarif­ab­schluss in der Bran­che, sag­te der Bezirks­grup­pen-Vor­sit­zen­de. Zwar habe der Ver­trag eine lan­ge Lauf­zeit und bie­te den Betrie­ben somit Pla­nungs­si­cher­heit. „Die Ent­gelt­stei­ge­rung von 4,3 Pro­zent im Jahr 2018 ist aller­dings eine extrem hohe Zahl, die für etli­che Betrie­be nicht leicht zu ver­dau­en sein wird“, erklär­te Schulz.

Die IG Metall habe hier ein Ergeb­nis durch­ge­drückt, von dem sie auch selbst wis­se, dass es eine schwe­re Hypo­thek für die Zukunft sei. Posi­tiv zu bewer­ten sei aller­dings die im Tarif­ver­trag ver­an­ker­te Mög­lich­keit, zukünf­tig eine Ein­mal­zah­lung mit Zustim­mung der Tarif­ver­trags­par­tei­en redu­zie­ren oder strei­chen zu kön­nen, wenn die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on des Unter­neh­mens dies erfor­de­re.

Deut­lich aus­ge­wo­ge­ner erschei­nen die Ergeb­nis­se zum The­men­kom­plex Arbeits­zeit“, sag­te der Arbeit­ge­ber­ver­tre­ter: „Hier konn­ten wir ins­be­son­de­re unser Kern­ziel errei­chen, dass bei Bedarf die Kapa­zi­tä­ten ins­ge­samt deut­lich erwei­tert wer­den kön­nen.“ Zudem sei es gelun­gen, die IG Metall-For­de­rung nach einem Zuschuss für Beschäf­tig­te, die ihre Arbeits­zeit redu­zie­ren, abzu­wen­den. Die­ser hät­te es sonst unver­hält­nis­mä­ßig attrak­tiv gemacht, weni­ger zu arbei­ten.