NRWZ.de, 30. Oktober 2020, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Gründung trifft Nachfolge

IHK-Verbund informierte über Unternehmensnachfolgen im ländlichen Raum

In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg können viele Firmen auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblicken. Doch auch wenn es schwerfalle, das Erschaffene loszulassen: „Früher oder später sollte sich jede Unternehmerin und jeder Unternehmer mit den Fragen auseinandersetzen, in welche Hände der Betrieb übergeben werden soll und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist“, heißt es in einer Pressemitteilung der IHK.

„Dabei ist im Idealfall die Regelung der Nachfolge gar nicht mal kompliziert: Nach einem erfüllten, jahrzehntelangen Arbeitsleben tritt zu einem lang zuvor bestimmten Zeitpunkt eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger aus der eigenen Familie an die Spitze des Unternehmens und führt den Betrieb im Sinne der Familientradition weiter“, so Existenzgründungs- und Nachfolgeberaterin Marlene Roming von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg. Doch sie betont auch, dass dieser Idealfall immer mehr zu Ausnahme werde

„Allein in Baden-Württemberg sehen sich jedes Jahr mehrere tausend Betriebe mit der Sicherung der Unternehmensnachfolge konfrontiert und wir stellen dabei immer öfter fest, dass mehr und mehr Firmen nicht mehr innerhalb der Familie übergeben und weitergeführt werden können. Die Zahl der Betriebe, welche zur Unternehmensnachfolge anstehen, wird in den nächsten Jahren höher werden, die Zahl der Existenzgründungen stagniert und ist eher rückläufig.“

Damit aber auch in Zeiten von Corona dieses Thema in den Betrieben in der Region nicht in den Hintergrund rücke, informierte die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg in einer Veranstaltung unter dem Verbund „StarterCenter Südwest“ gemeinsam mit der IHK Hochrhein Bodensee und der IHK Südlicher Oberrhein mehr als 70 potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger, aber auch viele Existenzgründer, coronakonform in einer Onlineveranstaltung, was beim Kauf und Verkauf einer Firma zu beachten sei, welche Fördermöglichkeiten bestünden, wie Unternehmenswerte bestimmt würden oder wie ein Nachfolgefahrplan im Detail aussehen könne.

„Denn Betriebe, die einen Nachfolger suchen, können durchaus auch für Gründende interessant sein und eine mögliche Alternative zur Neugründung darstellen. Daher betrachten wir diese Thematik immer von beiden Seiten,“ so Roming weiter. Und einen Tipp habe die Existenzgründungs- und Nachfolgeexpertin der IHK noch, nämlich eine Unternehmensnachfolge möglichst frühzeitig anzugehen und sich rechtzeitig zu informieren – egal ob als Übergeber des Unternehmens oder als Nachfolger. Das gelte vor allem dann, wenn sich die Nachfolge innerhalb der Familie als schwierig gestalte und ein externer Nachfolger erforderlich werde

„Fangen Sie also schon heute damit an, an morgen zu denken! Denn fehlendes Wissen bei der Übergabe oder eine zu späte Suche nach einem geeigneten Nachfolger können zu einer echten Unternehmenskrise bis hin zur Betriebsaufgabe und den Verlust von wertvollen Arbeitsplätzen führen,“ mahnt Marlene Roming.

Für alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Nachfolgeregelung angehen wollten, aber auch für Interessierte, die ein passendes Unternehmen suchten, biete die IHK ein umfangreiches Informationsangebot und viele Dienstleistungen: Angefangen von Börsenplattformen, Veranstaltungen über Sprechtage oder persönlichen Einzelberatungen bis hin zur Moderation und Begleitung von Firmenübergaben durch erfahrene Seniorunternehmer, die selbst erfolgreich ihren Betrieb abgegeben haben, heißt es abschließend.

Informationen sind abrufbar unter www.ihk-sbh.de/nachfolge.

Gründung trifft Nachfolge